Verkehrsfreigabe am ÖPNV-Verknüpfungspunkt Warnemünde | Rostock-Heute

Verkehrsfreigabe am ÖPNV-Verknüpfungspunkt Warnemünde

Neue Straßenbrücke und Fußgängertunnel am Haltepunkt Warnemünde Werft freigegeben

14. November 2011, von
Straßenbrücke Warnemünder ÖPNV-Verknüpfungspunkt
Straßenbrücke Warnemünder ÖPNV-Verknüpfungspunkt

Kein Warten mehr für Autos, Radfahrer und Fußgänger an den Schranken der Alten Bahnhofsstraße in Richtung Warnemünde Werft und Passagierkai – heute wurden die neue Straßenbrücke und der Fußgängertunnel am Haltepunkt Warnemünde Werft offiziell freigegeben. Fast 15 Millionen Euro haben die Baumaßnahmen am Nordkreuz bisher gekostet.

Der Berufsverkehr, der öffentliche Nahverkehr und auch der Fernverkehr können nun über die neue Kreisstraße K 43, die von der Stadtautobahn abzweigt und nach dem Rostocker Hafenbaudirektor Karl-Friedrich Kerner benannt wurde, die Bahngleise an der Haltestelle Warnemünde Werft überqueren.

Mit einer Tragfähigkeit von 250 Tonnen ist die neue Brücke auch für den Schwerlastverkehr ausgelegt. Eine Breite von 11,50 Metern erlaubt den Transport von Schiffspropeller und anderen Großbauteilen der Zulieferindustrie an den Werftstandort Warnemünde.

barrierefreier Fußgängertunnel
barrierefreier Fußgängertunnel

Für Fußgänger wurde bereits Mitte September im Bereich der S-Bahn-Haltestelle Warnemünde Werft ein Tunnel provisorisch freigegeben. Die 40 Meter lange barrierefreie Unterführung verbindet die Lortzingstraße mit der Werftallee und ist nun, bis auf einige Restarbeiten, fertiggestellt.

Der bisherige Bahnübergang in der Alten Bahnhofsstraßen ist für den Autoverkehr seit heute und für Fußgänger ab dem 20. November geschlossen.

Protest von Rollstuhlfahrern
Protest von Rollstuhlfahrern

„Eine Zumutung!“, protestierten einige Rollstuhlfahrer, die sich zur Einweihung der Brücke für eine Mahnwache am Bauzaun versammelt hatten. Sie befürchteten einen über sechs Kilometer langen Umweg, um vom Seekanal zum Alten Strom zu gelangen.

Doch Oberbürgermeister Roland Methling versprach ihnen: „Noch in dieser Woche, spätestens in der nächsten ist auch die oberirdische Querung nördlich des bisherigen Bahnhofstunnels in Warnemünde gesichert.“

Haltestelle Warnemünde Werft
Haltestelle Warnemünde Werft

Vervollständigt wird der Verkehrsverknüpfungspunkt in den kommenden Monaten mit dem Bau einer Umsteigeanlage für Busse samt Anbindung an den Haltepunkt der S-Bahn, eines Taxistandes, von P+R Stellplätzen, Fahrradständern und Grünanlagen. Pünktlich zum Beginn der Kreuzschifffahrtssaison im Frühjahr 2012 soll das gesamte Bauvorhaben fertiggestellt sein.

21 Millionen Euro werden dann im Nordkreuz, einem der größten Bauprojekte der Region, das sich über eine Größe von sechs Fußballfeldern erstreckt, insgesamt verbaut sein. „Geplant waren 23 Millionen Euro“, betont Wilfried Eisenberg von der Rostocker Straßenbahn AG. Die RSAG wurde von der Hansestadt Rostock, die selbst einen Eigenanteil von 2,5 Millionen Euro aufbringt, mit der Koordinierung der Maßnahme beauftragt.

Bund und Land fördern das Vorhaben mit über 10 Millionen Euro. „Die Entlastung des Seebades insbesondere vom Durchgangsverkehr und die leistungsfähige Anbindung der Stadtautobahn sind zwei wesentliche Beweggründe für das Land gewesen, dieses Projekt zu unterstützen. Für die Zukunft der Mittelmole und die weitere Entwicklung des Werftgeländes gibt das Nordkreuz damit wichtige Impulse“, sagte Dr. Till Backhaus, Minister für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz.

Freigabe der Straßenbrücke
Freigabe der Straßenbrücke

Auch sein Ressort und das Staatliche Amt für Landwirtschaft und Umwelt Mittleres Mecklenburg (StALU MM), dessen Anteil sich auf 2,35 Millionen Euro beläuft, sind an dem Projekt beteiligt. Denn die Baumaßnahme dient nicht nur dem Ausbau der Verkehrsinfrastruktur, sondern auch dem Hochwasserschutz in Warnemünde. So wurde bereits im letzten Jahr der südliche Teil der Werftallee als Flutschutzdeich ausgebaut und für den Verkehr freigegeben. Im nördlichen Bereich wurden nach dem Ende der diesjährigen Kreuzfahrtsaison die Arbeiten an der Stützwand und der Straße wieder aufgenommen. Vom Werfteingang bis zur Mittelmole soll die Werftallee auf der Hochwasserschutzwand verlaufen.

Mit der Öffnung der Straßenbrücke wird dieser Abschnitt nun für den Durchgangsverkehr freigegeben. Die verbleibenden Bauarbeiten sollen bei laufendem Verkehr erfolgen.

Minister Till Backhaus, Staatssekretärin im Ministerium für Energie, Infrastruktur und Landesentwicklung Ina-Maria Ulbrich, Heinz Wessels von der Baufirma STRABAG AG, Oberbürgermeister Roland Methling, Arvis Kämmerer von der DB Netz AG, Wilfried Eisenberg von der RSAG
Minister Till Backhaus, Staatssekretärin im Ministerium für Energie, Infrastruktur und Landesentwicklung Ina-Maria Ulbrich, Heinz Wessels von der Baufirma STRABAG AG, Oberbürgermeister Roland Methling, Arvis Kämmerer von der DB Netz AG, Wilfried Eisenberg von der RSAG

Ein Meilenstein sei die Freigabe der Straßenbrücke und des Fußgängertunnels am ÖPNV-Verknüpfungspunkt Warnemünde Werft für den Ausbau des Kreuzschifffahrtstandortes und die Erschließung Warnemündes als Ganzes, so Oberbürgermeister Roland Methling. Ein Meilenstein, auch für den Nahverkehr rund um Rostock-Warnemünde, ergänzt Arvis Kämmerer von der DB Netz AG.

Auch die Bahn profitiert von der Kreuzschifffahrt des Ostseebades. 160 Sonderzüge von Warnemünde insbesondere nach Berlin habe das Transportunternehmen in der vergangenen Saison eingesetzt.

Die Bahn investiert rund 15 Millionen Euro innerhalb dieses Projektes in die beiden Stationen in Warnemünde. Wenn die Haltestelle Werft fertig ist, erfolgt der Umbau des Bahnhofs. Zwei ICE-lange Bahnsteige sollen hier errichtet werden und so die Infrastruktur für schnellere Züge schaffen. Zum Fahrplan 2014 sollen sie die Verbindung zwischen Rostock und Berlin in weniger als zwei Stunden zurücklegen. Doch bis es soweit ist, müssen sich die Fahrgäste zwischen September 2012 und April 2013 auf eine Totalsperrung der Strecke einstellen. In dieser Zeit werden die Züge über Schwerin umgeleitet. Vier Mal am Tag nonstop Berlin-Schwerin-Rostock mit Regionalexpresszügen, ICE und Privatbahnen, kündigt Kämmerer an.

Schlagwörter: Baustelle (52)RSAG (129)Verkehr (349)Warnemünde (843)

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2 Kommentare

  • Helge Blankenstein sagt:

    Endlich. Dies ist die erste wahrheitsgemäße Wiedergabe der Aussage des OB zum Themenbereich -Einschränkungen für Menschen mit Behinderungen-. Dennoch warten alle Betroffenen auf die Schachzüge, mit denen der angeschlagene Verwaltungschef seinen Kopf wieder aus der Schlinge ziehen wird. Diesmal wird es vermutlich für ihn teuer. War doch Minister Till Backhaus Zeuge dieser vollmundigen Aussage. Nach Prüfung hat sich auch die neugeschaffene Unterquerung als Rohrkrepierer erwiesen. So widerspricht dieses gelobte Bauwerk an vielen Stellen geltender Vorschriften. Es ist auch interessant zu erfahren ob der Weg, der durch die Firma Impuls vorgeschlagen wurde, umgesetzt werden solle. Denn hierfür wären die angefallen Kosten dann auch noch zu übernehmen.
    Der nahende Wahlkampf bringt den OB immer weiter in Zusagenöte und mehr und mehr ins straucheln. Das Dauerthema -Bahnhof Warnemünde- ist da nur ein kleines Puzzelsteinchen.

  • Hartwig Niemann sagt:

    Am 10.6. sind wir – meine Frau und ich mit unseren 8jährigen Enkel – über den neuen ÖPNV – Verknüpfungspunkt durch den Fußgängertunnel in Richtung Passagierkai spaziert. Wir wollten uns die großen „Pötte“ ansehen, die an diesem Tag an der Pier festgemacht hatten. Das ist immer sehr beeindruckend.
    Was für mich persönlich jedoch noch beeindruckender war, sind die Spray–Motive im Fußgängerausgangsbereich Richtung Warnemünde. Die Künstler waren noch bei der Arbeit. Ich war so begeistert von dieser Arbeit, dass ich beiden Künstlern als Rostocker meine persönliche Hochachtung ausgesprochen habe.
    Es wäre wünschenswert diese Arbeit zu würdigen und einige der Motive im Stadtmagazin zu veröffentlichen.
    Hartwig Niemann

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