Wiegen der Galapagos-Riesenschildkröten im Rostocker Zoo

Frieda Isabela, Elvida, Estrella und Espanola, das Galapagos-Riesenschildkröten-Empfangskomitee im Darwineum, bringen zusammen 221,6 Kilogramm auf die Waage

13. Mai 2014
Wiegen der Galapagos-Riesenschildkröten im Rostocker Zoo - Wiro-Chef Ralf Zimlich (li.) und Zoodirektor Udo Nagel
Wiegen der Galapagos-Riesenschildkröten im Rostocker Zoo - Wiro-Chef Ralf Zimlich (li.) und Zoodirektor Udo Nagel

An ihnen kommt keiner vorbei, wer das Darwineum im Rostocker Zoo besuchen möchte. Beim ersten öffentlichen Wiegen der Galapagos-Riesenschildkröten im Eingangsbereich der Evolutionsausstellung gerieten die Akteure heute ins Schwitzen. Unterstützung kam vom neuen Premiumpartner des Zoos, der Wiro Wohnen in Rostock und ihrem Vorsitzenden Geschäftsführer Ralf Zimlich, der zusammen mit Zoodirektor Udo Nagel und den Tierpflegern die schwergewichtigen Damen einzeln vermessen und gewogen hat.

Die Wiro Wohnen in Rostock wird nicht nur zusätzlich zu Orang-Utan-Nesthäkchen Surya auch die Patenschaft für die Riesenschildkröten übernehmen. Die Wohnungsgesellschaft wird darüber hinaus in den kommenden drei Jahren dem Zoo als neuer Hauptpartner in der langjährigen Kooperationsgemeinschaft „Natur- und Artenschutz“ zur Seite stehen. Weitere Premiumpartner sind die Stadtwerke Rostock AG, die Hafen-Entwicklungsgesellschaft Rostock mbH, Lotto Mecklenburg-Vorpommern sowie die OstseeSparkasse Rostock.

„Der Zoo ist für viele Rostocker eine Herzensangelegenheit“, betonte Wiro-Geschäftsführer Ralf Zimlich. „Seit über 100 Jahren gehört er zu den beliebtesten Ausflugszielen der Hansestädter, viele Generationen sind mit ihm aufgewachsen. Der Orang-Utan-Nachwuchs und die Haltung der vom Aussterben bedrohten Galapagos-Riesenschildkröten sind für den Zoo ein großartiger Erfolg, den wir gern unterstützen.“

„Das Engagement der Wiro Wohnen in Rostock ist für uns eine große Hilfe bei der Weiterentwicklung des Zoos. Wir freuen uns sehr über die künftig engere Zusammenarbeit, die vor allem der Jugend- und Bildungsarbeit zugute kommen soll. Gemeinsam möchten wir auch die Haltungsbedingungen unserer Tiere weiter verbessern“, so Udo Nagel.

Das Vorbild: Charles Darwins berühmte Galapagos-Riesenschildkröte Harriet

Ein Empfangskomitee aus Galapagos-Riesenschildkröten im „lebendigen Museum“ war eine bewusste Entscheidung. Schließlich spielte die von Charles Darwin 1835 von den Galapagos-Inseln mitgebrachte Riesenschildkröte Harriet eine große Rolle in seiner späteren spektakulären Evolutionstheorie. Er hatte nämlich unter anderem entdeckt, dass die Reptilien in Abhängigkeit von ihrer geografischen Lage unterschiedlich geformte Panzer tragen und sich so ihrem Umfeld anpassen.

Im Darwineum leben zurzeit Frieda Isabela, 1995 in Zürich geschlüpft, Elvida, Estrella und Espanola – alle drei sind 2004 ebenfalls im Züricher Zoo zur Welt gekommen. Zur Verfügung steht den Vegetariern ein Innengehege von 83 Quadratmetern, das durch Stämme, Schilf, ein Wasserbecken und eine Futterplattform naturnah gestaltet worden ist. Im Hintergrund befindet sich eine Wandmalerei der Gebrüder Thürnau, die eine Originalansicht der Galapagosinseln zeigt. Neben der Fußbodenheizung sorgen Lampen für ausreichend Wärme für die Tiere. Die 123 Quadratmeter große Außenanlage für die Galapagos-Riesenschildkröten kann ab 22 Grad Celsius Außentemperatur in Beschlag genommen werden. Dazu gehören unter anderem eine Schutzhütte und ausreichend Schattenplätze zum Rückzug sowie neugepflanzte Bäume.

Die „dicken Empfangsdamen“ bewegen sich zwar wenig, ernähren sich aber äußerst gesund. Ganzjährig werden Heu und Heupellets angeboten. Im Winter stehen überwiegend Salate, Kräuter, Zucchini, Gurken, Mohrrüben, Stangensellerie, Rote Beete und andere Gemüsesorten auf dem Speiseplan; im Sommer verschiedene Laubarten, Gehölze und Gras, Grünfutter sowie Mais und weiteres Gemüse.

„Die Zucht dieser Art wird über das Europäische Erhaltungszuchtprogramm streng überwacht und reguliert“, erläuterte Udo Nagel. Das Zuchtbuch für die Galapagos-Riesenschildkröten wird durch den Zoo Zürich geführt. Das Zuchtprogramm überwacht den Bestand von aktuell 65 Tieren in 17 Einrichtungen in Europa. „Die Zucht der Riesenschildkröten ist äußerst kompliziert. In Europa gelang sie bislang nur in der Schweiz, im Zoo Zürich. Gegenwärtig ist in Rostock keine Zucht geplant, perspektivisch aber möglich.“

Die Galapagos-Riesenschildkröte ist vom Aussterben bedroht. Der Bestand der noch lebenden Unterarten wird auf 12.000 bis 15.000 Tiere geschätzt. Der Erhalt der Galapagos-Riesenschildkröten ist Teil des Washingtoner Artenschutzabkommens.

Quelle: Zoo Rostock, Foto: Joachim Kloock

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