„Impressionen – gezeichnet, gescratcht und gemalt“

Ausstellungseröffnung im Groß Kleiner „Börgerhus“

14. September 2010, von

Künstlerin Gudrun Herold Als ich das letzte Mal zu einer Ausstellungseröffnung ins „Börgerhus“ nach Groß Klein gekommen bin, war der dramatische Fall des Messerstechers noch topaktuell und die Schneemassen ungewohnt groß.

Inzwischen sind die Schneemassen geschmolzen (oder schon wieder im Anmarsch?) und auch die damalige Gefahr ist gebannt.

Zu meiner Freude nahm sich meine liebe Schwester Anni ein wenig Zeit für mich und begleitete mich zum „Börgerhus“, um mich bei meiner Arbeit zu unterstützen.

Zeichnung von Gudrun HeroldGrund für unser Erscheinen dort war die Eröffnung der Ausstellung „Impressionen – gezeichnet, gescratcht und gemalt“, in der Bilder von Gudrun Herold gezeigt werden.

Gudrun Herold ist Groß Kleiner Künstlerin und leitet als ehrenamtliche Mitarbeiterin seit 2006 eine Malgruppe im „Börgerhus“. Die Ausstellung ist schon ihre zweite in dem Gebäude.

Aquarell von Gudrun HeroldZum näheren Verständnis des Ausstellungstitels erklärte sie den Besuchern zunächst einmal, was eigentlich „scratchen“ bedeutet.

Vom Englischen abgeleitet und aus der Musik bereits bekannt, ist „scratchen“ nichts anderes als kratzen. Dabei werden in speziellen, mit schwarzer Farbe beschichteten Karton mit einem spitzen Gegenstand Linien und Strukturen hinein gekratzt.

„Es ist sehr schwierig, weil jeder Strich, der daneben ist, auch daneben bleibt.“, erläutert Gudrun Herold die Probleme der Technik.

Gudrun Herold in ihrer AusstellungMit dem Malen angefangen hatte die Künstlerin etwa 1998, als das Zeichnen Teil der Therapie während einer Reha-Behandlung war. Während dieser Zeit fand sie Geschmack an der Kunst, entdeckte ihr Talent und konnte die Schmerzen dadurch ausblenden.

Im Rahmen der Eröffnung wurde auch die kurze Geschichten von den „Kleinen Leuten in Swabedoo“ vorgetragen.

Malerei von Gudrun HeroldIn dieser kurzweiligen Erzählung geht es um ein kleines Völkchen, das unter sich als nette Geste bei jeder Gelegenheit Pelzchen austauscht, die es in einem Beutel stets bei sich trägt. Weil der grüne Kobold diese Gewohnheit als unsinnig erachtet, erzählt er einem Swabedooer, dass ihm durch das viele Tauschen irgendwann die Pelzchen ausgehen würden.

Dieser Gedanke sät im Volk solches Misstrauen, dass bald niemand mehr seine Pelzchen tauschen mag und stattdessen die kalten Steine des Kobolds untereinander verteilt werden.

Die Geschichte hatte leider kein richtiges Happy End, als Zeichen des Dankes schenkte Künstlerin Gudrun Herold anschließend jedoch jedem Gast ein kleines Pelzchen. (Eine tolle Idee, wie ich finde!)

Im Anschluss ging es an die Besichtigung der kleinen Ausstellung. In den Fluren des „Börgerhus“ sind derzeit viele Aquarelle, teilweise auch Bleistift- und Tuschezeichnungen mit überwiegend Pflanzenmotiven zu sehen. Ein Besuch lohnt sich immer!

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