Ausstellung der Dienstagsmaler im Börgerhus | Rostock-Heute

Ausstellung der Dienstagsmaler im Börgerhus

Dienstagsmaler zeigen Werke zum Thema „Bi uns tu Hus“

21. Mai 2010, von

„Bi uns tu Hus“ heißt die neue Ausstellung der Dienstagsmaler, die ab sofort im „Börgerhus“ in Groß Klein zu sehen ist. Dienstagsmaler? „Bi uns tu Hus“? Eins nach dem anderen!

Anita Doß, Gerlinde Bütow, Jochen Krey, Edith Kurtz und Gudrun Herold
Anita Doß, Gerlinde Bütow, Jochen Krey, Edith Kurtz und Gudrun Herold

Die Dienstagsmaler gibt es seit dem Frühjahr 2006. Schon bald nach der Gründung des Stadtteil- und Begegnungszentrums „Börgerhus“ fanden sie sich dort zusammen, die Hobby- und Freizeitmaler Anita Doß, Gerlinde Bütow, Jochen Krey, Edith Kurtz, Gudrun Herold und Erhard Eycke. Das Malen entspannt und erfüllt sie mit Freude. Sie treffen sich jeden Dienstag, um gemeinsam zu unterschiedlichen Themenkreisen und in ganz verschiedenen Techniken künstlerisch tätig zu werden. Drei Jahre lang leitete Margot Domhardt die Malgruppe. Ab 2009 tut dies Gudrun Herold. Diese meint allerdings, dass eine fachliche Anleitung gar nicht nötig sei. Vielmehr bringe jeder Einzelne sein Wissen immer wieder von Neuem in die Gruppenarbeit mit ein und so würden alle stetig voneinander lernen und Fortschritte machen.

Gudrun Herold, Gruppenleiterin
Gudrun Herold, Gruppenleiterin

Am vergangenen Dienstag, einen anderen Wochentag hätte man wohl kaum wählen können, eröffnete Gudrun Herold die mittlerweile vierte Ausstellung der Gruppe und verriet Näheres über den Titel der Werkschau. Obwohl nur wenige der Hobbymaler Mecklenburger seien, hätten sie die mecklenburgischen Worte „Bi uns tu Hus“ gewählt. Das habe damit zu tun, dass fast alle ausgestellten Werke in der hiesigen Landschaft entstanden seien und Motive dieser Gegend zeigten. Die Malgruppe habe direkt vor Ort gemalt, was sie faszinierte. So entstanden ihre Bilder etwa im Dorf Groß Klein, im Rostocker Stadtgebiet und in ganz Mecklenburg. Dabei hätten sie sich jedoch nicht auf eine bestimmte Technik beschränkt, erklärte die Gruppenleiterin. Die Ausstellung zeige vielmehr Aquarelle, Pastelle, Acryl-Gemälde wie auch Collagen. Mit den ebenfalls mecklenburgischen Worten „denn man tau“ lud sie anschließend alle Interessierten zu einem ersten kleinen Rundgang ein.

Edith Kurtz
Edith Kurtz

Edith Kurtz schuf zwei Aquarelle und ein Werk, in dem Aquarellfarben und Zeichentusche zugleich zur Anwendung kamen. Die Aquarelle zeigen die unruhige Ostsee und ein Fischerboot am Strand. Beide seien aber nicht direkt vor dem Motiv entstanden, verriet die Künstlerin. Vor Ort habe sie Fotografien geschaffen, die dann zu Hause als Vorlage dienten. Das Bild, in dem sie Tusche- und Aquarelltechnik verband, zeigt ein goldgelbes Kornfeld. Darüber ziehen dichte Wolken vorüber. In der Ferne am Horizont erstreckt sich eine Reihe von Häusern. Rote Mohnblumen säumen den Feldesrand im Vordergrund. Zeichnerische Elemente ermöglichten eine sehr detailreiche Darstelllung. Die Farbgebung haucht der Landschaft frühlingshaftes Leben ein. So erscheinen die im Wind flackernden roten Fähnchen des Fischerbootes vor dem hellblauen Himmel auf einem der Aquarelle, wie auch schon die Mohnblumen im goldgelben Feld, gleichsam als Boten des Frühlings und der Lebensfreude.

Anita Doß
Anita Doß

Der Frühling inspirierte Anita Doß zu der Darstellung eines Tulpenstraußes. Auch hier goldgelbe und rote Farbtöne. Es ist ein Aquarell, das mit Pastellkreide übermalt wurde. Zwei wunderschöne Tuschezeichnungen der Künstlerin verweisen auf ihr großes zeichnerisches Talent. Die Rinde von Bäumen, ihre knorrigen Äste, Gräser und Sträucher, daneben ein altes Fachwerkhaus, all dies ist bis ins kleinste Detail wiedergegeben. Die Motive insgesamt sprechen von Ruhe und Ausgeglichenheit. Sicher sind es auch Orte der inneren Harmonie. Ein mit Pastellkreide geschaffenes Bild zeigt ein Rotkehlchen. Anita Doß erinnert damit an den letzten langen und kalten Winter in Mecklenburg. Das Vögelchen plustert sich auf. Muss es doch die wenige Körperwärme, die ihm noch geblieben ist, bei sich behalten.

Gerlinde Bütow
Gerlinde Bütow

Collage-Techniken haben es Gerlinde Bütow angetan. „Muschelträume“ nannte sie ein Werk, das den Himmel mit dem Meer verbindet. Darin verarbeitete sie natürliche Materialien, wie Muscheln, Strandsand und Holz. „Am Barther Bodden“ und „Frühsommer auf Rügen“ sind Werke, die ebenfalls durchs Collagieren entstanden. Die Künstlerin arbeitete hier alte Kalenderbilder in ihre Acrymalereien ein. Der Unterschied zwischen fotografischem Kalenderbild und Malerei ist nur bei näherer Betrachtung erkennbar und fasziniert. Traum und Wirklichkeit, Realität und Fantasie erscheinen vereint. Auch strahlen die Bilder dank leuchtkräftiger Farben. „Frag doch das Meer“, ein Bild, das durch den Kontrast von Blau und Orange besticht. Gerlinde Bütow verarbeitete hier ein altes Volkslied. Zwei Mädchen sitzen am Meer und sehnen sich nach dem Liebsten. Der lange kalte Winter war ihr, wie schon Anita Doß, Anlass ein winterliches Motiv zu malen. Gerlinde Bütow aber stellte Warnemünde in schneeweißer Landschaft dar.

Jochen Krey
Jochen Krey

Das Meer spielt auch in den von Jochen Krey ausgestellten Werken eine große Rolle. Er malte den Leuchtturm von Hiddensee, eine Steilküste, und ein Fischerboot am Bodden. Den Leuchtturm und die Steilküste führte er in Acrylfarben aus, das Motiv am Bodden in Aquarellfarben. Die Farbgebung wirkt sehr natürlich. Der Künstler malte harmonische Orte voll Ruhe und Ausgeglichenheit. Nichts stört hier die Natur. Im Bild „Am Bodden“ meint man, beinahe das Rauschen des Windes im Schilf vernehmen zu können.

Gudrun Herold
Gudrun Herold

Die Hobbykünstlerin Gurdrun Herold zeigt einen „Blick auf das Schweriner Schloss während der BUGA“, „Rostock um 1893“, „Haus: Tausendscheun“ im Dorf Groß Klein, den an der Warnow anliegenden „Notfallschlepper Fairplay 26“ und eine „Reetgedeckte Scheune in Mäkelborg“. Sie verband Tuschezeichnungen mit Aquarellfarben, arbeitete aber auch mit Finelinern und Pastellkreide. Ihre Begeisterung für die Zeichnung und detailgenaue Wiedergabe des Gesehenen ist nicht von der Hand zu weisen. Die Farben leuchten nicht, wirken aber auch hier sehr natürlich. Sehr romantisch und verträumt, ein wenig wie verzaubert, muten die in Pastellkreide ausgeführten Bilder an. Wie etwa das Haus „Tausendscheun“. Es wird von Bäumen und Sträuchern umringt, die im Lichte funkeln. Ganz fein, gleichzeitig zart und weich erscheint das Blattwerk. Die „Reetgedeckte Scheune in Mäkelborg“ wurde zunächst mit einer Rohrfeder gezeichnet und später dann mit Pastellkreide überarbeitet. Einsam steht sie da. Wie im Traume. Die Pastellkreide ermöglichte das Darstellen von Lichtreflexen. Ein Flirren liegt in der Luft. Etwas Märchenhaftes hat auch dieses Motiv an sich.

Gudrun Herold, Börgerhus
Gudrun Herold, Börgerhus

Die Leiterin der Dienstagsmaler stellte zwei Bilder des Hobbymalers Erhard Eycke vor. Er war leider nicht zur Ausstellungseröffnung erschienen. Sie erklärte, Erhard Eycke arbeite sehr gern mit Acrylfarben und habe sich an einem Motiv des Malers Otto Malchin versucht. Es ist in erdigen Farben gehalten. Die „Kleinstadt am Wasser“ malte er in leuchtenderen Farben. Die roten Dächer der Häuser und der Turm einer Backsteinkirche ragen in den tiefblauen Himmel hinein. Es muss ein sehr sommerlicher Tag gewesen sein, der hier dargestellt wurde. Im Vordergrund erscheinen Schilfgräser an einem Gewässer.

Ausstellung „Bi uns tu Hus“ in Rostock
Ausstellung „Bi uns tu Hus“ in Rostock

Nicht nur die Freude am Malen und Zeichnen eint die Dienstagsmaler. Auch ihre Liebe zur Natur verbindet sie. Die Ausstellung „Bi uns tu Hus“ ist ein Zeugnis dieser Naturverbundenheit. Gleichsam wird, wer die Werke betrachtet erkennen, dass ein jeder von ihnen seine ganz eigene Handschrift entwickelt hat.

Wer wieder einmal in Groß Klein zu tun hat, die Natur und seine Heimat liebt und obendrein kunstinteressiert ist, sollte dem „Börgerhus“ auf jeden Fall einen Besuch abstatten.

Ach übrigens, es werden noch weitere Hobby- und Freizeitmalerinnen und –maler gesucht. Die Dienstagsmaler treffen sich jeden Dienstag von zehn bis zwölf Uhr im Groß Kleiner Stadtteil- und Begegnungszentrum am Gerüstbauerring 28. Interessierte sind immer herzlich willkommen.

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2 Kommentare

  • Frank Koebsch sagt:

    Manchmal entdeckt man Menschen und Beiträge erst spät. Ich freue mich immer Menschen wie Gurdrun Herold zu entdecken, die mit mir die Leidenschaft zur Aquarellmalerei teilt.
    Ein schöner Artikel, denn ich konnte damals nicht zur Ausstellung kommen.

    Frank Koebsch

  • k-h.krüger sagt:

    ich war echt erstaunt und sehr erfreut,und das kommt vom herzen,meine ehemalige kollegin gerlinde bütow ,als malerin mit künstlichem inhalt wieder zu erkennen,kompliment und hochachtung,für ihre mit leidenschaft geschaffende werke

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