Hansa Rostock trennt sich vom VfL Osnabrück 1:1

In einer dramatischen Partie mit zwei Elfmetern und drei Platzverweisen rettet die Hansa-Kogge gegen Osnabrück einen Punkt über die Zeit

2. Februar 2014, von
Das Ostseestadion heißt DKB-Arena und die Doppelstockzüge der S-Bahn verschwinden auch langsam von den Gleisen - Choreografie der Hansa-Fans vor dem Spiel gegen den VfL Osnabrück
Das Ostseestadion heißt DKB-Arena und die Doppelstockzüge der S-Bahn verschwinden auch langsam von den Gleisen - Choreografie der Hansa-Fans vor dem Spiel gegen den VfL Osnabrück

Zwei Elfmeter und zwei Rote Karten allein im ersten Durchgang – das Verfolger-Duell zwischen Hansa Rostock und dem VfL Osnabrück gestaltete sich turbulent und bot einige diskussionswürdige Szenen. Nach einer frühen Führung der Gäste (Nicolas Feldhahn, 3. Minute, Foulelfmeter) gelang Julian Jakobs in der 27. Minute der Ausgleich für die Hansa-Kogge. Nach zwei Platzverweisen gegen Milorad Pekovic und Sascha Schünemann konnten die verbliebenen neun Rostocker das Ergebnis nur noch über die Zeit retten. Mit drei Punkten Rückstand auf Darmstadt bleibt Hansa nach dem 23. Spieltag auf dem vierten Tabellenplatz.

8.500 Zuschauer sehen in der DKB-Arena eine im Vergleich zum Stuttgart-Spiel lediglich auf einer Position veränderte Rostocker Startelf. Nach auskuriertem Infekt kehrt Julian Jakobs auf die rechte Außenbahn zurück und ersetzt Manfred Starke. Für den etatmäßigen Hansa-Kapitän Sebastian Pelzer, der erneut mit der Bank vorlieb nehmen muss, trägt wieder Hansa-Keeper Jörg Hahnel die Binde.

Hansa Rostock - VfL Osnabrück: Nicolas Feldhahn (links) verwandelt den Elfmeter zum 1:0
Hansa Rostock - VfL Osnabrück: Nicolas Feldhahn (links) verwandelt den Elfmeter zum 1:0

Es ist erst eine Minute gespielt, als sich Stanislav Iljutcenko nach einem Konter einen langen Ball erläuft, den der weit herausgeeilte Hansa-Schlussmann Jörg Hahnel nicht richtig klären kann. Iljutcenko fischt sich die Kugel im Strafraum der Rostocker wieder aus der Luft, wird dann jedoch von Shervin Radjabali-Fardi zu Fall gebracht. Nicolas Feldhahn verwandelt den folgenden Strafstoß souverän zur 1:0-Führung der Gäste.

Einen gefährlichen Kopfball von Sebastian Neumann kann Hahnel mit toller Reaktion zur Ecke ins Toraus lenken (11. Minute). Auf der Gegenseite trifft Johan Plat aus 14 Metern nur den linken Außenpfosten (17. Minute).

Fünf Zeigerumdrehungen später zeigt der Unparteiische Tobias Stieler aus Hamburg zum zweiten Mal auf den Elfmeterpunkt und es gibt den zweiten Strafstoß für die Gäste. Noёl Alexandre Mendy hatte an der linken Strafraumgrenze Michael Hohnstedt zu Fall gebracht. Dieses Mal nimmt Adriano Grimaldi Anlauf, Jörg Hahnel kann den schlecht platzierten Schuss jedoch parieren (23. Minute).

Julian Jakobs (Hansa Rostock) setzt sich gegen Marcel Stadel und David Pisot (VfL Osnabrück) durch und schiebt zum Ausgleich ein
Julian Jakobs (Hansa Rostock) setzt sich gegen Marcel Stadel und David Pisot (VfL Osnabrück) durch und schiebt zum Ausgleich ein

Besser klappt es auf der Gegenseite, als Jakobs sich auf der rechten Seite einen schönen Steilpass von Pekovic erläuft, zuerst Marcel Stadel enteilt, dann zehn Meter vor dem Tor David Pisot aussteigen lässt und den Ball schließlich aus spitzem Winkel zum Ausgleich einschiebt (27. Minute).

Nach einem harmlosen Zweikampf mit Iljutcenko ist Pekovic mit der Entscheidung des Assistenten nicht einverstanden und zeigt diesem im Reflex einen Vogel. Tobias Stieler zieht daraufhin die Rote Karte und stellt den 36-Jährigen vom Platz. Eine übertrieben harte Entscheidung, mit der der Hamburger Fifa-Schiedsrichter die Rostocker Fans endgültig gegen sich aufbringt. Doch es sollte noch schlimmer kommen: Die Rostocker werden in der 41. Minute weiter dezimiert, als auch Sascha Schünemann nach einem Foul an Iljutcenko die Rote Karte sieht.

Sascha Schünemann (Hansa Rostock) sieht nach einem Foul an Iljutcenko (VfL Osnabrück) die Rote Karte
Sascha Schünemann (Hansa Rostock) sieht nach einem Foul an Iljutcenko (VfL Osnabrück) die Rote Karte

Mit nur noch acht verbliebenen Feldspielern stellt Hansa-Trainer Andreas Bergmann seine Mannschaft defensiver ein und bringt nach dem Seitenwechsel Sebastian Pelzer (für Julian Jakobs) sowie Tommy Grupe (für Johan Plat) ins Spiel. Aufregung herrscht in der 51. Minute, als Pisot nach einem Zusammenprall mit seinem Mitspieler Stader im eigenen Strafraum am Boden liegt und Gegenstände aus den Zuschauerreihen fliegen. Schiedsrichter Tobias Stieler unterbricht die Partie und schickt die Teams für 15 Minuten in die Kabinen.

Die verbliebenen neun Rostocker stehen von nun an weitgehend im eigenen Strafraum und verteidigen standhaft gegen die Osnabrücker, die im Abschluss einfach kein passendes Mittel finden. Eine Bogenlampe des eingewechselten Pascal Testroet kann Hahnel an die Latte lenken, bevor Mendy die Situation endgültig entschärft (88. Minute). Und dann findet die insgesamt fragwürdige Partie in der Nachspielzeit das passende Ende, als auch noch der Osnabrücker Stürmer Testroet nach einem Zweikampf mit Hahnel Gelb-Rot sieht.

Gefühlter Sieg: Hansa Rostock rettet gegen den VfL Osnabrück einen Punkt
Gefühlter Sieg: Hansa Rostock rettet gegen den VfL Osnabrück einen Punkt

„Unterm Strich bin ich natürlich sehr stolz, wie sie gefighted hat, dass sie diesen Punkt wollte, nachdem, was wir da alles auf dem Platz erlebt haben“, zeigte sich Andreas Bergmann mit der Leistung seiner Mannschaft zufrieden, auch wenn der Hansa-Trainer etwas mit der verschlafenen Anfangsphase haderte. Weiter geht es für Hansa Rostock am kommenden Samstag bei der SpVgg Unterhaching. Im Hinspiel mussten sich die Rostocker im August mit 0:1 geschlagen geben.

Tore:
0:1 Nicolas Feldhahn (3. Minute, FE)
1:1 Julian Jakobs (27. Minute)

Aufstellung, FC Hansa Rostock:
Jörg Hahnel (Torwart)
Noёl Alexandre Mendy, Denis-Danso Weidlich, Steven Ruprecht, Shervin Radjabali-Fardi
Sascha Schünemann (Rote Karte, 41. Minute), Milorad Pekovic (Rote Karte, 33. Minute)
Julian Jakobs (Sebastian Pelzer, ab 46. Minute), David Blacha (Nikolaos Ioannidis, ab 87. Minute)
Johan Plat (Tommy Grupe, ab 46. Minute), Halil Savran

Fotos: Joachim Kloock

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