„Jägerhütte“ im Barnstorfer Wald schließt zum 1. Mai

Das seit DDR-Zeiten beliebte Ausflugsrestaurant „Jägerhütte“ im Barnstorfer Wald schließt nach über 45 Jahren zum 1. Mai endgültig seine Türen

26. April 2019
Die „Jägerhütte“ im Barnstorfer Wald schließt zum 1. Mai
Die „Jägerhütte“ im Barnstorfer Wald schließt zum 1. Mai

„Wenn eine Ära zu Ende geht, sind alle immer ein bisschen traurig“, sagt Nadine Herbrich-Lembke. Die Geschäftsführerin der Hanse-Menü-Service GmbH und Betreiberin des Restaurants Jägerhütte erklärt: „Manchmal ist es gut, einen Schlussstrich zu ziehen. Am 28. April öffnet die Jägerhütte zum letzten Mal ihre Türen.“ 45 Jahre gehörte das Restaurant inmitten des Barnstorfer Waldes als beliebtes Ausflugsziel zu den bekanntesten gastronomischen Adressen in Rostock. Zum 1. Mai wird der Betrieb offiziell eingestellt. Darauf haben sich die Hanse-Menü-Service GmbH und der „Eigenbetrieb Kommunale Objektbewirtschaftung und -entwicklung der Hanse- und Universitätsstadt Rostock“ als Eigentürmer der Liegenschaft geeinigt.

Hintergrund sind notwendige umfangreiche Umbau- und Erschließungsarbeiten. „Es gibt keine Straße, über die eine reibungslose Belieferung der Gastronomie gewährleistet werden kann. Auch der Zugang mit Rettungs- und Feuerwehrfahrzeugen ist schwierig. Die Müllentsorgung erfolgt aktuell über das Zoogelände. Brandschutztechnische Auflagen erfordern erhebliche Investitionen. Dies alles führt dazu, dass die Jägerhütte nicht mehr als Restaurant weitergeführt werden kann“, fasst KOE-Chefin Sigrid Hecht die Probleme zusammen.

Zwischen der Hanse-Menü-Service GmbH und dem KOE besteht seit April 2002 ein Pachtvertrag für die gastronomische Einrichtung. Dieser wird nun aufgelöst. „In den nächsten eineinhalb Monaten werden wir damit beschäftigt sein, die Jägerhütte zu beräumen. Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter können wir an unseren anderen Standorten unterbringen“, erklärt Nadine Herbrich-Lembke.

Was bleibt ist die traditionsreiche Geschichte: nach nur dreimonatiger Bauzeit wurde die Jägerhütte zur Ostseewoche im Juli 1973 eröffnet. Mitarbeiter des Forstwirtschaftsbetriebes Stralsund und des Rostocker Zoos errichteten das Restaurant innerhalb des „Mach-mit-Wettbewerbes“ unter der Leitung des Architekten Henry Bresch. Die in der Anfangszeit kreierte „Scharf geschossene Heidesuppe“ stand auch zuletzt noch auf der Speisekarte.

Und die Zukunft? Nach Bekanntgabe der Schließung der Jägerhütte als gastronomische Einrichtung hat der KOE Gespräche mit dem Zoo aufgenommen. Dieser hat grundsätzliches Interesse gezeigt, die Liegenschaft zu nutzen.

Quelle: Eigenbetrieb Kommunale Objektbewirtschaftung und -entwicklung

Schlagwörter: Barnstorfer Wald (21)Gastronomie (13)

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5 Kommentare

  • Machals,Harry sagt:

    Dieses Dilemma der mangelhaften,umgebenden und zuführenden Infrastruktur ist jJahre
    alt und allen Insidern bekannt.Es musste nicht zum Kollaps kommen und den Rostockern eine beliebte gastronomische Idille zu nehmen.
    Da hätte in koopperativer Zusammenarbeit aller Interessierten Schritt für gelöst werden können.Es wurden bei gutem Willen in Rostock doch schon schwierwiegendere Probleme geköst.Diejenigen,die jetzt die Schliessung vollziehen,tragen doch eine große Verantwortung für einen sinnvollen Ausweg aus dieser jetzigen Lage,

  • Norbert Hubert Bendack sagt:

    Es ist schade, dass die Jägerhütte geschlossen wird. Zu DDR-Zeiten haben wir als Westbesuch dort oft schöne Feste verlebt. Auf einmal, 30 Jahre nach der Wende stellt man viele Mängel am Brandschutz und hier und da etwas fest- unglaublich- Behördenwillkür ? Dieses habe ich in meiner Heimatstadt oft festgestellt . Nichts desto trotz. Vielleicht wendet sich das Blatt ja noch zum Guten. Wir werden dieses Jahr wieder Rostock besuchen und den Verlauf beobachten.
    Wir wünschen Allen eine glückliche Hand beim Gelingen ihres Vorhabens.

  • Jens St. sagt:

    Traurig, 45 Jahre wurde es nicht geschafft, eine ordentliche Infrastruktur umzusetzen… Die Jägerhütte ist mehr als „nur“ eine Gaststätte, für viele und weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt… „Scharf geschossene Heidesuppe“ wir werden sie vermissen….

  • Thomas.Z. sagt:

    Die fehlende Infrastruktur kann nicht der Hauptgrund der Schließung sein.Es ist schade für alle Fans der Jägerhütte.Alle Verantwortlichen sollten sich schämen und sich mal überlegen warum es fast 45 Jahre funktioniert hat.Es ist eine Schande für die Hansestadt Rostock,dass man keine vernünftige Lösung gefunden hat.Wieder schließt eine Traditionsgaststätte und die Stadtvertreter und Politiker schauen zu.Man schmeißt lieber die Steuergelder für den Flughafen Rostock-Laage raus.Ein Bürgerentscheid wäre eine sinnvolle Maßnahme gewesen um die Menschen zu diesem Thema mit einzubeziehen.Ich hoffe für alle Rostocker ,dass man bei der nächsten Kommunalwahl sich daran erinnert .

  • Anja m. sagt:

    What? Ich habe dort meine Jugend verbracht und auch meine Jugendweihe gehabt und jetzt wurde sie geschlossen

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