Rostocker Schüler beim Bundeswettbewerb Jugend forscht

Rostocker Schüler sahnen beim Landeswettbewerb Jugend forscht ab und vertreten Mecklenburg-Vorpommern beim Bundeswettbewerb

20. März 2013, von
Jugend forscht Teilnehmer aus Mecklenburg-Vorpommern qualifizieren sich für den Bundeswettbewerb
Jugend forscht Teilnehmer aus Mecklenburg-Vorpommern qualifizieren sich für den Bundeswettbewerb

Edison und Einstein hätten ihre Freude gehabt, so viele neugierige junge Leute waren heute in der Stadthalle versammelt, um ihre Erfindungen und Entdeckungen beim Landeswettbewerb Jugend forscht zu präsentieren.

Wie können Wale vor den schädlichen Schallimmissionen beim Einrammen von Offshore Windkraftanlagen geschützt werden? Muss ich ein Artist sein, um auf einem Einrad fahren zu können? Ist die Tattoofarbe unter meiner Haut gefährlich? PC, Notebook, Smartphone – kann ich die Vorteile aller Geräte auch in einem haben? Wie lässt sich der Arbeitsschutz an technischen Großanlagen verbessern? Lässt sich der Klimawandel an Bäumen und Seen ablesen?

Mit diesen Fragestellungen beschäftigten sich die Schüler, die sich heute beim Landeswettbewerb Jugend forscht für das Bundesfinale Ende Mai in Leverkusen qualifizieren konnten. Insgesamt nahmen 33 aus dem Schulamtsbereich Rostock, sechs aus Neubrandenburg sowie fünf bzw. zwei aus den Schulamtsbereichen Schwerin und Greifswald am diesjährigen Landeswettbewerb teil.

Außer dem Projektteam „Globaler Klimawandel lokal“ aus Waren, gingen alle ersten Preise an Rostocker Schulen: an das Musikgymnasium Käthe Kollwitz, an die Christopherusschule, an das Erasmusgymnasium und an die Werkstattschule.

Insgesamt waren 45 Projekte aus den Bereichen: Arbeitswelt, Biologie, Chemie, Geo- und Raumwissenschaften, Mathe und Informatik, Physik sowie Technik eingereicht worden.

Eine „deutlich hochwertigere Qualität als in den Vorjahren“, attestierte Wettbewerbsleiter Dr. Frank Mehlhaff den Teilnehmern, der sich auch über die leicht gestiegene Teilnehmerzahl freute. Insgesamt 95 Nachwuchsforscher, 40 Mädchen und 55 Jungen, im Alter von 10 bis 19 Jahren hatten sich dem Wettbewerb gestellt.

Grundschülerin Susann Janetzki gewinnt 1. Preis in der Kategorie Physik
Grundschülerin Susann Janetzki gewinnt 1. Preis in der Kategorie Physik

Eine der Jüngsten war Susann Janetzki aus Zarchin. Die Viertklässlerin beteiligte sich gleich mit zwei Projekten. Neben ihrer Erfindung, um Verletzungen beim Segeln durch den umschlagenden Großbaum zu verringern, konnte sie vor allem mit ihrem „einzig wahren Spiegel“ die Jury überzeugen und gewann im Bereich „Schüler experimentieren“ für junge Forscher unter 15 Jahren den 1. Preis in der Kategorie Physik.

Bei der Altersstufe Jugend forscht für die über 16-Jährigen konnten vor allem Abiturienten nach oft fast zweijähriger Forschungs- und Entwicklungszeit bei der Jury punkten.

Richard Kosub und Elisabeth Freya Sophia Bergfelder mit ihrem Einrad
Richard Kosub und Elisabeth Freya Sophia Bergfelder mit ihrem Einrad

„Man lernt so viel dabei: Regelungstechnik, Sensortechnik, Antriebstechnik, Kommunikation und Zusammenarbeit“, fasst Richard Kosub von der Christopherusschule die Forschungszeit mit seiner Projektpartnerin Elisabeth Freya Sophia Bergfelder zusammen. Gemeinsam haben sie ein Einrad mit einem Elektromotor ausgestattet, womit das Nach-vorn-und-hinten-Umkippen nahezu unmöglich wird.

„Das ist dann keine artistische Leistung mehr, sondern nichts anderes als ein Fahrrad“, sagt die 18-Jährige, die später einmal Medizin studieren möchte „Aber es ist ein Zauber für Elektromobilität“, ergänzt der 16-jährige Schüler und der erste Platz im Bereich Technik.

Liam Kreutschmann und Carlo Maßmann haben über 200 Luftblasen für den Schutz mariner Säuger vermessen
Liam Kreutschmann und Carlo Maßmann haben über 200 Luftblasen für den Schutz mariner Säuger vermessen

Dafür haben die Schüler neben ihren schulischen Verpflichtungen viel Zeit investiert. „Zweieinhalb Stunden pro Woche reichen dafür nicht“, sagt Liam Kreutschmann, der mit seinem Partner Carlo Maßmann ein Experiment entwickelt hat, um festzustellen, wie groß und dicht Blasen in einem Blasenschleier sein müssten, um optimal schallmindernd zu wirken. Das könnte nämlich zum Schutz der Schweinswale in der Ostsee beitragen, die durch das Einrammen von Offshorewindkraftanlagen in ihrer Kommunikation gestört werden.

Mit den bisherigen Ergebnissen geben sich die Schüler der Werkstattschule aber noch nicht zufrieden. Es soll auch nach dem Wettbewerb noch weitergeforscht werden. In gut vier Wochen stehen aber erstmal die Abiturprüfungen an.

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