„Klasse Seenotretter!“ kommt aus Rostock

Rostock ist neue Heimat des Projekts „Klasse Seenotretter!“ – Schüler der Nordlicht-Schule werden sich ein Jahr lang mit Aufgaben der Seenotretter beschäftigen und für die Arbeit der Besatzungen werben

18. Mai 2017
Vor dem Boddenbootgespann der Freiwilligen-Station Wustrow bilden Mädchen und Jungen der Nordlicht-Schule die Buchstaben DGzRS, die Abkürzung für die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (Foto: DGzRS/Frank Hormann)
Vor dem Boddenbootgespann der Freiwilligen-Station Wustrow bilden Mädchen und Jungen der Nordlicht-Schule die Buchstaben DGzRS, die Abkürzung für die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (Foto: DGzRS/Frank Hormann)

Rostock ist die neue Heimat des Projekts „Klasse Seenotretter!“ der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS). Schülerinnen und Schüler der Nordlicht-Schule werden sich im Unterricht ein Jahr lang immer wieder mit den Aufgaben der Seenotretter beschäftigen. Außerdem wollen sie gemeinsam mit Lehrer Lutz Müller bei eigenen Veranstaltungen für die Arbeit der Besatzungen werben – so wie beim offiziellen Projektstart am Donnerstag, 18. Mai 2017.

Ein ungewohntes Bild bot sich den Mädchen und Jungen am Donnerstagmorgen auf ihrem Schulhof: Ein Boddenboot-Gespann der Seenotretter stand vor dem Schulgebäude in Rostock-Lichtenhagen. Neugierig schauten sich die Schüler die Zugmaschine und vor allem das Seenotrettungsboot BARSCH der Freiwilligen-Station Wustrow an. Das Spezialschiff der Seenotretter ist sowohl auf der offenen Ostsee als auch auf dem rückwärtigen flachen Saaler Bodden im Einsatz – rund um die Uhr, bei jedem Wetter.

Während sich manche Schüler mit Anfassen und Anschauen begnügten, wollten es andere genauer wissen: Wofür genau ist das Boot? Wie schnell fährt es? Wie viele Gerettete kann es aufnehmen? Geduldig beantwortete Jörg Westphal die vielen Fragen der Mädchen und Jungen. Für den Leiter des Informationszentrums Mecklenburg-Vorpommern der DGzRS in Warnemünde war es ebenfalls ein besonderer Termin: „Unsere ‚Klasse Seenotretter!‘ ist erstmals für zwölf Monate in Mecklenburg-Vorpommern zu Hause – das freut mich besonders“, betonte er. Und auch das ist neu: Die Rostocker Nordlichter mit Lehrer Lutz Müller wollen sich erstmals jahrgangsübergreifend für die Seenotretter engagieren und sich im Unterricht auf vielfältige Weise mit der Arbeit der Besatzungen auseinandersetzen.

Die Schülerinnen und Schüler aus Rostock sind seit der „Staffelübergabe“ am 28. April 2017 die „Klasse Seenotretter!“. An dem Freitag hatten sie von ihren Vorgängern aus dem westfälischen Unna das Symbol des Schulprojekts erhalten: einen ausgemusterten Rettungsring des Seenotrettungskreuzers NIS RANDERS/Station Maasholm. Das Spezialschiff ist benannt nach dem Urtyp des Seenotretters aus der gleichnamigen Ballade von Otto Ernst. Der Rettungsring begleitet die Nordlichter jetzt ein Jahr lang bei ihrer Projektarbeit.

Schülerinnen und Schüler der Nordlicht-Schule in Rostock sind ein Jahr lang die „Klasse Seenotretter!“. In dem Projekt der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) beschäftigen sie sich im Unterricht mit der Arbeit der Seenotretter (Foto: DGzRS/Frank Hormann)
Schülerinnen und Schüler der Nordlicht-Schule in Rostock sind ein Jahr lang die „Klasse Seenotretter!“. In dem Projekt der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) beschäftigen sie sich im Unterricht mit der Arbeit der Seenotretter (Foto: DGzRS/Frank Hormann)

Wissenschaftler loben das Projekt

Die DGzRS hat das Projekt „Klasse Seenotretter!“ 2003 ins Leben gerufen. Es ist eine Kooperation zwischen einer Schulklasse und dem Seenotrettungswerk. Die Schülerinnen und Schüler werben jeweils ein Jahr lang auf verschiedenen selbstgestalteten Veranstaltungen für die Arbeit der DGzRS und beschäftigen sich im Unterricht auf vielfältige Weise mit den Seenotrettern.

Der Fachbereich Erziehungswissenschaften der Universität Koblenz-Landau hat das Projekt 2012/2013 wissenschaftlich begleitet. Untersucht wurden soziale Kompetenzen heterogener Lerngruppen. Eindeutiges Fazit: Das Projekt habe einen positiven Einfluss sowohl auf die einzelnen Kinder als auch auf die Klassengemeinschaft. Selbstwertgefühl, Verantwortungsbewusstsein und Durchhaltevermögen seien ebenso gestärkt worden wie Teambewusstsein und Gemeinschaftsgeist. Das bestärkt die Seenotretter, das Projekt auch in den kommenden Jahren fortzuführen.

Nähere Informationen für interessierte Schulen per Telefon unter +49 (0)421 · 53707 665 oder per E-Mail unter info@seenotretter.de.

Über die Seenotretter

Die DGzRS ist zuständig für den maritimen Such- und Rettungsdienst in den deutschen Gebieten von Nord- und Ostsee. Zur Erfüllung ihrer Aufgaben hält sie rund 60 Seenotrettungskreuzer und -boote auf 54 Stationen zwischen Borkum im Westen und Usedom im Osten einsatzbereit – rund um die Uhr, bei jedem Wetter. 180 fest angestellte und rund 800 freiwillige Seenotretter fahren Jahr für Jahr mehr als 2.000 Einsätze. Die gesamte unabhängige und eigenverantwortliche Arbeit der Seenotretter wird ausschließlich durch freiwillige Zuwendungen finanziert, ohne Steuergelder. Seit Gründung der DGzRS 1865 haben ihre Besatzungen mehr als 84.000 Menschen aus Seenot gerettet oder drohenden Gefahren befreit. Schirmherr des Rettungswerkes ist der Bundespräsident. Weitere Informationen unter www.seenotretter.de

Quelle: Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS), Fotos: DGzRS/Frank Hormann

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