Mehr Mobilität mit weniger Autoverkehr

Die Hansestadt Rostock stellt ihr Konzept zum Mobilitätsmanagement vor und plant eine effizientere Nutzung der vorhandenen Infrastruktur statt eines weiteren Verkehrswegeausbaus

23. Juni 2016
Mehr Mobilität mit weniger Autoverkehr - Hansestadt Rostock stellt Konzept zum Mobilitätsmanagement vor (Foto: Archiv)
Mehr Mobilität mit weniger Autoverkehr - Hansestadt Rostock stellt Konzept zum Mobilitätsmanagement vor (Foto: Archiv)

Die Hansestadt Rostock hat mit externer Unterstützung und in Kooperation mit vielen regionalen Partnern ein Konzept für das Mobilitätsmanagement erstellen lassen. Die Ergebnisse von anderthalb Jahren gemeinsamer Arbeit wurden in einer Abschlussveranstaltung am 23. Juni 2016 in der IHK zu Rostock vorgestellt und mit rund 50 Fachleuten diskutiert. Die Überschrift über dem komplexen aus mehreren Teiluntersuchungen bestehenden Konzept könnte lauten „Mehr Mobilität mit weniger Autoverkehr“. Für den Rostocker Bau- und Umweltsenator Holger Matthäus steht fest: „Anstatt einem weiteren Verkehrswegeausbau wird zukünftig die effizientere Nutzung der Infrastruktur durch Verkehrs- und Mobilitätsmanagement im Fokus stehen. Täglich pendeln 30.000 Bewohnerinnen und Bewohner aus dem Umland zur Arbeit nach Rostock und ca. 20.000 Rostockerinnen und Rostocker ins Umland, ein Großteil von ihnen per Auto. Im Berufsverkehr verstärken die Pendler in den Zufahrtsachsen den Stau. Wir haben dort große Lärm- und Luftbelastungen, wertvolle Stadtentwicklungsflächen werden zum Autoparken degradiert, Verkehrsunfälle und Gesundheitsprobleme kommen dazu. Das sind Probleme, die wir mittelfristig lösen müssen“.

Daher hat sich die Hansestadt Rostock zusammen mit regionalen Partnern entschlossen, ein Mobilitätsmanagementkonzept zu erarbeiten, welches auch als Fachbeitrag zum neuen Verkehrsentwicklungsplan „Mobilitätsplan Zukunft“ und zum neuen Nahverkehrsplan dienen soll.

Ein Baustein dieses Konzeptes beinhaltet die Vertiefung für die kommunale Mobilität, ein zweiter für die betriebliche Mobilität. In einem übergreifenden Rahmenkonzept wurden Nachfragepotenziale bestimmt, Handlungsansätze erarbeitet und Ziele definiert. Auf dieser Grundlage wurden mehrere Teilkonzepte erarbeitet.

  • Das Teilkonzept „Mobilitätszentrale für die Region Rostock“ befasst sich mit einem Umsetzungskonzept für die Etablierung von Mobilitätszentralen. Über diese sollten künftig wichtige Informationen und Beratungsleistungen zur Verkehrsmittelnutzung für die Rostocker Bevölkerung und deren Gäste ermöglicht werden.
  • Das Teilkonzept „Leitfaden Stadtplanung und Mobilitätsmanagement“ hat das Ziel, eine Handlungsanleitung für eine integrative Zusammenführung von Stadtplanung und Verkehrsplanung sowie Mobilitätsmanagement zu formulieren, um ein stadt-, verkehrs- und nicht zuletzt umweltverträgliches Miteinander zu gewährleisten.
  • Im Teilkonzept „Optimierung der Pendlerverkehre“ wurden geeignete Maßnahmen zur Verbesserung der Stadt-Umland-Beziehung erarbeitet und beispielhaft für zwei Korridore dargestellt.
  • Im Teilkonzept „Warnemünd-e-mobil“ stand die Machbarkeit von e-Bus-Linien im Mittelpunkt. Dabei wurde auch herausgearbeitet, dass vor dem Hintergrund der dynamischen Entwicklung des Ortsteils einerseits und der besonderen Bedeutung für den Tourismus andererseits zukünftig über eine deutliche Verbesserung der verkehrlichen Rahmenbedingungen mit dem Schwerpunkt intensive Förderung der Verkehrsmittel des Umweltverbundes nachzudenken ist.

Beim betrieblichen Mobilitätsmanagement wurden fünf regionale Unternehmen insbesondere zur Mitarbeitermobilität und dienstlichen Mobilität beraten. Mit dabei waren: die Rostocker Straßenbahn AG, die Stadtwerke Rostock AG, die Polizeiinspektion Rostock, das Ingenieurbüro Wastra-Plan und die Messebau- und Werbefirma Projekt RK aus Stäbelow. Ziel war die Schaffung von guten Praxisbeispielen, die dann auch Vorbild für andere Unternehmen sein könnten. Inzwischen stehen initiiert durch das Projekt jeweils ein Car-Sharing-Auto von Greenwheels auf dem Parkplatz von Wastra-Plan und Projekt RK, aber auch für Rad fahrende Arbeitnehmer wollen alle Unternehmen mehr tun. Zum Anderen wurde für den Fuhrpark der Stadtverwaltung eine Potenzialanalyse für die Einführung eines Fuhrparkmanagements erstellt.

Rostocks Mobilitätskoordinator Steffen Nozon, der das Fördermittelprojekt koordiniert hat, resümiert: „Die Kooperation in diesem Projekt hat die Partner in der Region einander näher gebracht. Wir haben nicht nur Informationen ausgetauscht, sondern auch gegenseitiges Verständnis für Probleme und Positionen gewonnen und Konzepte gemeinsam entwickelt – ein Prozess, den wir in der Zukunft durch Strukturen wie einem Lenkungsausschuss vertiefen wollen“.

Bis Ende Juni werden die Broschüre als auch die Teilkonzepte zum Lesen und Herunterladen unter der Rubrik Mobilitätsmanagementkonzept bereitgestellt unter www.rostock.de/mobil

Das Klimaschutzteilkonzept „Mobilitätsmanagementkonzept für die Hansestadt und den Landkreis Rostock zur Verbesserung der Stadt-Umland-Verkehre“ wurde anteilig vom Bundesumweltministerium im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative gefördert.

Quelle: Hansestadt Rostock, Pressestelle

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