Rostock plant 28 Kilometer langes Radschnellwegenetz

Radlerparadies Rostock: Zwei Radschnellwege sollen den Radfahrern der Hansestadt künftig ein schnelles und sicheres Vorankommen ermöglichen

26. Mai 2016, von
Tiefbauamtsleiter Heiko Tiburtius, Bau- und Umweltsenator Holger Matthäus und Infrastrukturminister Christian Pegel (v.l.n.r) erradelten sich heute ein Teilstück des geplanten Nord-Süd-Radschnellwegs zum Südstadt-Campus in Rostock - hinten rechts: Mobilitätskoordinator Steffen Nozon
Tiefbauamtsleiter Heiko Tiburtius, Bau- und Umweltsenator Holger Matthäus und Infrastrukturminister Christian Pegel (v.l.n.r) erradelten sich heute ein Teilstück des geplanten Nord-Süd-Radschnellwegs zum Südstadt-Campus in Rostock - hinten rechts: Mobilitätskoordinator Steffen Nozon

Seit zwei Jahren existiert in der Hansestadt Rostock das neue Radverkehrskonzept, in dem die beiden vorgesehenen Radschnellwege ein wesentlicher Bestandteil sind. Geplant sind auf insgesamt 28 Kilometern eine Nord-Süd-Achse von Warnemünde bis zum Hauptbahnhof und eine Ost-West-Achse, die in Dierkow beginnt und am künftigen Kreuzungsbauwerk in Evershagen auf die Nord-Süd-Trasse trifft.

Bei dem Vorhaben geht es nicht darum, die Radwege der gesamten Stadt zu Schnellstrecken auszubauen, sondern darum, die einzelnen Stadtteile zu verbinden und ein schnelles und sicheres Vorankommen über größere Entfernungen zu ermöglichen.

Dreieinhalb bis vier Meter breit sollen die neuen Radschnellwege werden, in „ganz neuer Qualität, nach dänischem Vorbild“, verspricht Bau- und Umweltsenator Holger Matthäus. Nicht zuletzt, weil immer mehr Radfahrer mit schnellen Pedelecs unterwegs sind und Platz zum Überholen benötigen. Bei unserem nördlichen Nachbarn gehören Radschnellwege ebenso wie in den Niederlanden längst zum Alltag. Jetzt realisiert auch Rostock die ersten Abschnitte – „um zu zeigen, wie so etwas aussieht und um einfach Lust auf mehr zu machen“, freut sich Matthäus.

Infrastrukturminister Christian Pegel (links) übergibt Bau- und Umweltsenator Holger Matthäus einen Förderbescheid für die Potenzialanalyse zu den Rostocker Radschnellwegen
Infrastrukturminister Christian Pegel (links) übergibt Bau- und Umweltsenator Holger Matthäus einen Förderbescheid für die Potenzialanalyse zu den Rostocker Radschnellwegen

Zusammen mit Infrastrukturminister Christian Pegel hat er sich heute ein Teilstück des künftigen Nord-Süd-Schnellweges vom Westfriedhof, durch den Barnstorfer Wald bis zum Südstadt-Campus der Universität Rostock erradelt. Hier am Campus, zwischen Satower und Erich-Schlesinger-Straße könnte bis 2018 ein neuer Radweg entstehen. Auch die Abschnitte durch den Barnstorfer Wald und entlang der Stadtautobahn von Lichtenhagen nach Warnemünde stehen auf der Prioritätenliste der Stadt weit oben. Noch in diesem, spätestens im nächsten Jahr soll der erste Abschnitt der Ost-West-Achse fertig werden – er verläuft parallel zur Hinrichsdorfer Straße in Dierkow.

Mit 15.000 Euro fördert das Land eine insgesamt rund 20.000 Euro teure Potenzialanalyse zu den Radschnellwegen in Rostock. In ihr sollen die volkswirtschaftlichen Effekte untersucht werden. Vorgeschrieben sei eine derartige Kosten-Nutzen-Analyse nicht, doch man wolle „die Stadtgesellschaft bei dem Projekt mitnehmen“, so Matthäus.

Natürlich auch, weil die Radschnellwege eine „teure Investition“ sind, ergänzt Steffen Nozon, Mobilitätskoordinator der Hansestadt. „Bis alles fertig ist, rechnen wir über die Jahre mit zehn Millionen Euro.“ Demgegenüber stehen aus volkswirtschaftlicher Sicht weniger Staus und Unfälle, eine geringere Luftverschmutzung aber auch niedrigere Gesundheitskosten, wenn möglichst viele Pkw-Fahrer aufs Rad umsteigen.

Neben den Radschnellwegen wird auch ins Bestandsnetz weiter investiert, etwa in den bereits begonnenen Lückenschluss an der Werftstraße in Höhe der Tankstelle, die Sanierungen der nördlichen Radwege am Holbeinplatz bis zur Tschaikowskistraße und an der Hamburger Straße zwischen Schwarzem Weg und Graf-Schwerin-Straße. Allein für diese Maßnahmen wird die Hansestadt Rostock 1,2 Mio. Euro aufwenden.

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9 Kommentare

  • Nordlicht sagt:

    Wozu?
    Rostocker Radfahrer nutzen doch mit Vorliebe und einer arroganten Selbstverständlichkeit Gehwege.
    Kontrollen wie in anderen Städten? Fehlanzeige.

  • Südländer sagt:

    @Nordlicht: Genau, denn alle Radfahrer sind gleich. Dass damit ein Zeichen gesetzt wird, nämlich, dass es in die richtige Richtung geht, weil das Konzept „PKW in der Stadt“ längst veraltet und rückschrittlich ist, kommt dir dabei nicht in den Sinn oder? Einfach mal abhaten und Frust rauslassen, ist ja nur das Internet.

  • Sturmhard sagt:

    „Nicht zuletzt, weil immer mehr Radfahrer mit schnellen Pedelecs unterwegs sind und Platz zum Überholen benötigen.“
    Wie soll denn dieser Satz gemeint sein? Pedelecsfahrer bis 25 km/h sind auch nicht schneller als als normale Radfahrer. Alles darüber bis max. 45 km/h (S-Pedelecs) sind versicherungs-, kennzeichen- und fahrerlaubnispflichtig und dürfen genau deswegen überhaupt nicht auf Radwegen betrieben werden.

  • Axel sagt:

    Der „normale“ (durchschnittliche) Radfahrer ist kaum (immer) 25 km/h schnell, noch dazu über weite Strecken, sonst würde es keinen Markt für die Pedelecs geben. Es wird künftig also tatsächlich immer mehr Radfahrer geben, die dank Unterstützung mit knapp 25 km/h unterwegs sind – so, wie es im Artikel steht.
    Ich zähle mich übrigens selbst dazu und sehe, wie viele Radler ich täglich mit meinem Mittelmotor-Weihnachtsgeschenk überhole. Breitere, gut ausgebaute Radwege wären schon toll, vor allem zwischen Südstadt und Warnemünde, wo ich täglich fahre. Mit noch schnelleren, zulassungspflichtigen Rädern hat das nichts zu tun.

  • Mucki sagt:

    Das ist ein tolles Projekt! Endlich tut sich mal was!

  • Nordlicht sagt:

    @Südländer

    Abhaten? *lach* So empfindlich oder ge- und/oder betroffen…?
    Mir kommt bei dem Artikel so einiges in den Sinn.
    Frust aufgrund meines Unverständnisses für das Verhalten, nicht nur in meiner Wahrnehmung,
    (zu) vieler Radfahrer – ja.
    Ich bin für den Ausbau der Radwege, die zum Teil in einem schlechtem Zustand,
    zum Teil nicht gut geplant sind.
    Das legitimiert aber nicht das befahren der Gehwege und ebenso wenig das oft auch rücksichtslose Verhalten auf gemeinsamen Geh- und Radwegen.
    Ist ja nur in der Realität.

  • Günter Krebs sagt:

    Auf vielen Radwegen in Rostock und Warnemünde macht das Radfahren wenig Freude, weil die Qualität und Beschilderung oft mangelhaft ist.
    Sehr unangenehm für Radfahrer, Rollatorfahrer und Kinderwagen empfinde ich auch die fast an allen Straßenquerungen der Stadt zu hohen Kantsteine.
    Für die Beseitigung dieser Mängel würde ich mir ebenfalls so viel Aufmerksamkeit wünschen, wie sie der KTV und den Fahrradautobahnen entgegengebracht wird.

    R Stadt

  • Klabautermann sagt:

    erstaunlich, daß man nirgends den Verlauf der Strecke Hauptbahnhof-Warnemünde abgebildet findet, obwohl ja wohl schon daran gebaut wird, wie an der Evershägener Kreuzung zu vermuten ist.

  • Olaf sagt:

    Doch, gibt es:

    https://www.rostock-bewegen.de/sites/default/files/mopz_hro_beschlussfassung_0.pdf (S.60)

    oder detaillierte Planung im KSD:

    https://ksd.rostock.de/bi/___tmp/tmp/45081036559338855/559338855/01348050/50-Anlagen/01/AktionsplanRSWHRO_2017_Ausschuesse1.pdf

    (Die Links zu den Anhängen sind wohl nur temporär, ggfs. im KSD einfach mal nach Radschnellweg suchen.)

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