1. Leuchtturm(Winter)Rock in Warnemünde

Live Musik beim Warnemünder Wintervergnügen

6. Februar 2010, von

Nachdem ich mir am Nachmittag schon einen ersten Eindruck vom Warnemünder Wintervergnügen machen konnte, stand abends nun auch die Erkundung des Nachtlebens auf dem Programm. Warnemünde ist ja nicht unbedingt als Partymeile bekannt, lädt mit seinen vielen kleinen Kneipen und Bars aber schon mal zu gemütlichen Abenden unter Freunden ein.

Gleich am Freitag, dem ersten Tag des Wintervergnügens, sollte dazu ein kleines Musikfestival stattfinden. In vier Bars und Cafés in direkter Leuchtturmnähe wurden zwischen 20 und 24 Uhr Live-Konzerte in gemütlicher beheizter Atmosphäre gegeben. Über Pop, Rock, Blues und

Live-Act Michael Treptow in Kläusi's Kartoffelstube
Live-Act Michael Treptow in Kläusi's Kartoffelstube
Rock’n Roll müsste für jeden Besucher etwas dabei gewesen sein.

Als ich also am Freitagabend im nächtlichen Warnemünde ankomme, habe ich eigentlich fest mit lauten Schlagzeug- und Gitarrensounds aus den umliegenden Kneipen gerechnet. Stattdessen erwartet mich eine fast schon beängstigende Ruhe, die mich zweifeln lässt, ob die Veranstaltung überhaupt stattfindet. Dafür scheint am Strand noch einiges los zu sein. An der Strandoase feiern noch recht viele Besucher bei Glühwein und Lagerfeuer in die Nacht hinein, Musik aus den umstehenden Lautsprechern verbessert zusätzlich die Feierstimmung.

Leider ist die nächtliche Strandoase nicht mein eigentliches Ziel, sodass ich schweren Mutes wieder Richtung Leuchtturm ziehe. Mit dem Programm im Gepäck suche ich die erste der vier Locations auf, die ich nach Möglichkeit heute alle einmal ansehen will.

Mark Hantusch im Coaast Rockcafé Warnemünde
Mark Hantusch im Coaast Rockcafé Warnemünde

Das erste Ziel meiner Route ist „Kläusi’s Kartoffelstube“, praktischerweise direkt am Leuchtturm unweit des Informationszentrums der Seenotretter gelegen. Kaum bin ich durch die Tür getreten, komme ich überrascht auch gleich wieder zum Stehen. Auf gefühlten acht Quadratmetern wurden hier nicht nur eine Bar und einige Tische aufgestellt, sondern auch noch einige Musiker in die Ecke gequetscht.

Michael Treptow gibt hier mit Gitarre Blues und Rock zum Besten. Obwohl sicher noch keine zehn Gäste im Restaurant sitzen, kriege ich schon vom an der Tür stehen Platzangst. Nach dem obligatorischen Beweisfoto für meine Anwesenheit stehe ich auch schon wieder draußen auf der Straße, wo ich erleichtert nach Luft schnappe.

Jackbeat im Warnemünder Hurricane
Jackbeat im Warnemünder Hurricane

Der nächste Veranstaltungsort ist das Coaast-Rockcafé, nur wenige Türen von der Kartoffelstube (Stube!!) entfernt. Der Plattenladen wirkt auf den ersten Blick schon ziemlich gemütlich, die Wände sind mit eingerahmten Plakaten vergangener Musiker geschmückt. In der hintersten Ecke des schmalen Raumes gibt es Rock unplugged von Mark Hantusch, bei einem Eintreffen wird gerade Johnny Cash’s Version von „Personal Jesus“ gecovert.

Die Atmosphäre ist etwas stickig aber sympathisch, jeder scheint hier jeden zu kennen. Aber obwohl ja angeblich in der kleinsten Hütte Platz ist, sind auch hier die Sitzplätze äußerst rar, sodass ich mich nach einer Weile hoffnungsvoll zu meinem nächsten Ziel aufmache.

Bar des Hurricane Warnemünde
Bar des Hurricane Warnemünde

Wenn das so weiter geht, bin ich heute wohl noch unverhofft früh zu Hause. Da ich erstmal blind an der „Stranddiele“ vorbei laufe, ist meine nächste Station das „Hurricane“, welches direkt neben dem Hotel Hübner liegt. Das Restaurant ist groß und geräumig, an mangelndem Platz wird es hier also wohl nicht scheitern. Und tatsächlich sind nur wenige Gäste hergekommen, um bei Vollverpflegung die Live-Musik zu genießen.

An der Band kann das jedenfalls nicht liegen. Jackbeat spielen mit Schlagzeug, E-Gitarre und Bass das volle Programm aus mitreißendem Beat, Rock und Rock’n Roll, eben genau wie ich es anfangs hoffnungsvoll erwartet hatte. Zu meiner großen Überraschung ist die Band an der Gitarre mit RPS-Chef Christian Hänsel und am Bass mit meinem langjährigen Gitarrenlehrer Pierre Sandeck besetzt. Dieser Auftritt ist aus meiner Sicht das unangefochtene Highlight des ganzen Abends, sodass ich bei guter Unterhaltung und Verpflegung noch eine ganze Weile dort verbringe.

Spill in der Eisdiele Warnemünde
Spill in der Eisdiele Warnemünde

Leider hab ich immer noch nicht alle Live-Auftritte gesehen, und obwohl die letzte der vier Bands längst keine unbekannte Größe mehr für mich ist, muss ich mich schließlich doch vom „Hurricane“ verabschieden. Gerade als ich an den dunklen Ständen an der Strandpromenade vorbei eile und von irgendeinem Betrunkenen rufend verfolgt werde, erscheint plötzlich die „Eisdiele“ wie eine rettende Oase direkt vor meinen Augen.

In reizvollem Jugendstil-Ambiente hat hier die Band Spill ihren Live-Auftritt. Viele dürften sich noch an ihren Auftritt beim Leuchtturm in Flammen erinnern. Mit E-Gitarre und elektrisch verstärktem Kontrabass spielen die Warnemünder bekannte Cover aus Country, Rock und Pop vor dem begeisterten Publikum.

Mit vielen neuen Eindrücken und Bildern mache ich mich durch das nachtschwarze Warnemünde auf den Heimweg. Hoffentlich bleibt uns das Warnemünder Wintervergnügen im nächsten Jahr erhalten, darf sich noch größerer Bekanntheit und Besucherzahlen erfreuen und kann sein Programm dann noch erweitern.

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