Trauerfall im Darwineum: Orang-Dame Shiwa ist gestorben

Orang-Utan-Weibchen erliegt einer langjährigen Erkrankung

17. Oktober 2012
Orang_Shiwa_Zoo_Rostock
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Das Orang-Utan-Weibchen Shiwa erlag gestern einer langjährigen Erkrankung. Ein sofortiges Eingreifen des Tierarztes konnte das Leben des 22-jährigen Menschenaffenweibchens nicht mehr retten. „Wir sind sehr traurig, weil Shiwa ein echter Sonnenschein war, mit einem sehr liebenswerten und freundlichen Charakter“, sagte Kuratorin Antje Zimmermann.

Das Orang-Utan-Weibchen Shiwa kam am 25. Februar 1990 im Zoo Rostock zur Welt. Ihre Mutter Sunda lebt im Darwineum, ihr Vater Tuan hatte den Zoo Rostock schon 1993 verlassen (Bojnice und Gdansk). Seit 1993 wuchs sie zusammen mit Sunda und Edje auf und beteiligte sich unter anderem sehr intensiv an der Aufzucht vom 2003 geborenen Sabas. Der inzwischen neunjährige Sohn von Sunda und Edje hat inzwischen im Darwineum eine eigene Gruppe mit Miri (8) und Hsaio-Ning (9) gebildet.

Shiwa litt seit über zehn Jahren an einer chronischen Atemwegserkrankung. Nach mehreren Krampfanfällen gestern Nachmittag wurde Zootierarzt Dr. Jens-Christian Rudnick gerufen. Eine sofortige Behandlung blieb leider ohne Erfolg. Gegen 16.00 Uhr verstarb Shiwa. Laut Tierarzt ist Shiwa an den Folgen ihrer chronischen Lungenerkrankung und vermutlich an einem Herzversagen verstorben. Schon in frühen Lebensjahren wurde die Erkrankung in Zusammenarbeit mit Humanmedizinern der Universität Rostock diagnostiziert. Noch im Mai dieses Jahres wurde durch ein Spezialisten-Team aus der Schweiz ein schonender endoskopischer Eingriff zur Behandlung der chronischen Nasennebenhöhlenentzündung durchgeführt, um die Symptome zu lindern.

„Der Verlust ist insbesondere sehr bedauerlich, weil Shiwa sich nach ihrem Umzug ins Darwineum sehr schnell eingelebt hatte. Ihr Markenzeichen war das Versteckspielen unter Tüchern“, so Zimmermann weiter. „Sie hat sich gern einen gemütlichen Platz auf der Anlage in der Tropenhalle gesucht, sich in ihre Decken eingekuschelt und von dort aus Besucher, Tierpfleger und Artgenossen beobachtet.“

Gesunde Menschenaffen können in zoologischen Anlagen ca. 50 Jahre alt werden, in der freien Natur etwa 40 Jahre. Gegenwärtig leben fünf Orang-Utans und sechs Gorillas im Darwineum.

Quelle: Zoo Rostock

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1 Kommentar

  • Moritz sagt:

    Vor einiger Zeit machte Knut Schlagzeilen, hier ist es ein Orang Utan und in Nürnberg war es dieser Tage ein Tiger, die als Zoo-Geborene vorzeitig verstorben sind. Alles nur Zufall?
    Es gibt Forschungen (für Eisbären z.B. unter http://www.endzoo.de/downloads/doku-11-alter-eisbaer.pdf abrufbar), die belegen, dass in Gefangenschaft (Zoo) geborene Tiere wesentlich jünger sterben, da sie offensichtlich nicht so gesunde Gene besitzen wie die in Freiheit geborenen Tiere.
    Bei den Tieren, die in Gefangenschaft ein hohes Alter erreicht haben, handelt es sich der repräsentativen Untersuchung zufolge ausschließlich um sogenannte „Wildfänge“. Unter diesem Gesichtspunkt müssen Aussagen wie „… in zoologischen Anlagen ca. 50 Jahre …, in der freien Natur etwa 40 Jahre…) dann anders bewertet werden.

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