Pfandsammelkiste Am Brink

Am Doberaner Platz befindet sich seit Kurzem eine Kiste zum Pfandflaschensammeln.

9. Mai 2014, von
Pfandsammelkiste am Taxistand am Brink
Pfandsammelkiste am Taxistand am Brink

Eine grün-rot gestreifte leere Getränkekiste hängt seit einigen Tagen an einem Verkehrsschild beim Taxistand Am Brink in der KTV. An der Seite weist ein Aufkleber auf ihren Zweck hin: „Pfand gehört daneben“. Es ist die Aufforderung, Pfandflaschen nicht im Mülleimer zu entsorgen, sondern daneben bzw. in diese Kiste zu stellen, damit sie von Pfandsammlern gefahrlos mitgenommen werden können. Denn während für die einen 8, 15 oder 25 Cent nicht der Mühe wert sind, den Weg zum Einlösen des Pfandes auf sich zu nehmen und sie ihre Flaschen deshalb sofort entsorgen wollen, können andere die Geldbeträge gut gebrauchen. So laufen sie durch die Stadt, um stehen gelassene Pfandflaschen einzusammeln. Dafür greifen sie auch schon mal tief in den Müll von Papierkörben und Abfalltonnen und riskieren, sich dabei zu verletzen oder zu infizieren. Oder die Flaschen bleiben einfach auf dem Boden stehen und verwandeln sich mitunter in hinderliche Scherben.

Der Aufkleber wird von den in Berlin und Hamburg ansässigen Begründern der gleichnamigen Kampagne verteilt. 2011 als eine Facebookgruppe gegründet, wird „Pfand gehört daneben“ mittlerweile von vielen prominenten Bands und Musikern wie den Beatsteaks oder Jennifer Rostock unterstützt. Bereits vor zwei Jahren gab es in Rostock erste zaghafte Versuche von jungen Aktivisten Pfandkisten im öffentliche Raum zu etablieren. Nun rufen die beiden Initiatoren der Pfandkiste am Brink zum Nachahmen auf. „Lasst euch anstecken! Kostet nicht viel, dauert gar nicht lange und macht Spaß. Außerdem macht Ihr was Gutes“, heißt es in einem sozialen Netzwerk.

Bundesweit wird das Thema „Pfandsammeln“ als soziale, aber auch als ökologische Frage diskutiert. Die Menschenwürde der Pfandsammler, aber auch ein schonender Umgang mit natürlichen Ressourcen sind den Unterstützern derartiger Einrichtungen wichtig.

Während in Bamberg als erster deutscher Stadt spezielle Pfandringe an öffentlichen Müllbehältern angebracht wurden, die ein Designer entworfen hat, gibt es in Hamburg seit kurzem neue Hightech Abfalleimer, die das Leergut für Pfandsammler unerreichbar machen.

Die Pfandsammelkiste in Rostock scheint ganz unkonventionell von einer normalen Getränkekiste „geupcyclet“ worden zu sein. Der Platz ist nicht schlecht gewählt, ist der Doberaner Platz doch ein beliebter Treffpunkt für Nachtschwärmer, die auch gern mal ihr Getränk auf der Straße austrinken.

Schlagwörter: Doberaner Platz (31)

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1 Kommentar

  • Klaus sagt:

    Ich halte es für bedenklich, dass hier, auf Grund der Faulheit der Menschen (sich den Pfand Ihrer Flaschen selbst zurückzuholen), ein neuer „Berufszweig“ etabliert wird. Mittlerweile werden Flaschen in der Öffentlichkeit einfach irgendwo gut sichtbar stehen gelassen … das soll gut und richtig sein?

    Klar ist es gut, dass auf der einen Seite „Geld“ nicht im Müll landet, andererseits ist es ein trauriges und armes Zeugnis unserer extrem reichen Gesellschaft, dass es Menschen geben muss die vom Flaschensammeln leben müssen.

    In anderen Ländern ist Bettelei schon eine täglich notwendige Erwerbstätigkeit und die Ärmsten der Armen sammeln auf Müllhalden Wertstoffe. Die Pfandsammler in Deutschland tun im Prinzip nichts anderes!

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