Pinocchio – Abenteuer für Kinder im Volkstheater Rostock

Tanztheater von Bronislav Roznos nach Carlo Collodi

1. November 2010, von
Pinocchio und Stromboli
Pinocchio und Stromboli

Eines Tages ein richtiger Junge zu sein, davon träumt Pinocchio. Der alte Spielzeugmacher Gepetto hatte die Marionette aus einem Stück Holz geschnitzt. Eine Fee erweckte sie eines Nachts zum Leben. „Erweise dich als tapfer, aufrichtig und selbstlos“, gab sie Pinocchio mit auf den Weg. „Dann wirst du eines Tages ein richtiger Junge sein.“

Leichter gesagt, als getan. Das konnten zumindest die Besucher des Volkstheaters am Sonntag bei der Premiere von „Pinocchio“ erleben. Für Kinder ab sechs Jahren hat der Regisseur und Choreograf Bronislav Roznos die Geschichte von Carlo Collodi mit seinem Tanztheater inszeniert.

Grille, Pinocchio, Fuchs und Kater
Grille, Pinocchio, Fuchs und Kater

Die Handlung des Stückes orientiert sich an dem Filmklassiker von Walt Disney aus dem Jahre 1940. Hier wird Pinocchio, dargestellt von Enkhzorig Narmandakh, die Grille Jiminy zur Seite gestellt. Als sein Gewissen soll sie dafür sorgen, dass die Marionette auf dem Pfad der Tugend bleibt und lernt zwischen Recht und Unrecht zu unterscheiden.

Doch viele Versuchungen und zwielichtige Gestalten machen es der sympathischen Grille, getanzt von Josef Dvorák, schwer. Schon bald schmeißt Pinocchio die Schule, läuft davon und schließt sich der Theatergruppe von Stromboli an. Unterwegs trifft er auf einen Fuchs und einen Kater, die es auf sein Geld abgesehen haben. Er landet im Gefängnis, und wenn er lügt, wird seine Nase immer länger.

Gepetto, Pinocchio, Grille und Fee
Gepetto, Pinocchio, Grille und Fee

„Eine Lüge wächst immer weiter, bis sie so groß ist, wie die Nase in deinem Gesicht“, warnt ihn die weise Fee. Immer wieder schwebt sie von oben herab, um Pinocchio aus der Patsche zu helfen.

Natalie Brockmann wurde für ihre Rolle mit einem zauberhaften, leuchtenden Kleid ausgestattet. Auch die anderen Kostüme und das Bühnenbild wurden von Robert Schrag farbenfroh gestaltet.

Besonders beeindruckend ist eine Unterwasserszene. Fantasievolle Meeresbewohner in vielfältigen Formen und Farben begegnen Pinocchio auf der Suche nach seinem Vater Gepetto (Clemens Soenen). Dieser hatte sich ebenfalls auf den Weg gemacht, um seinen ausgerissenen Sohn zu finden. Dabei wurde er von einem riesigen Wal verschluckt.

Die spannenden Abenteuer der hölzernen Marionette Pinocchio werden zur Musik von Michael Giacchino aus dem Film „Ratatouille“ getanzt. Die klare Körpersprache der Darsteller und die vom Band eingespielten Stimmen einiger Figuren erzählen die Geschichte für kleine und große Zuschauer auf verständliche Weise und lassen genügend Spielraum für die eigene Fantasie.

Enkhzorig Narmandakh und Fan im Volksstheater Rostock
Enkhzorig Narmandakh und Fan im Volksstheater Rostock

Das Premierenpublikum belohnte die Akteure für ihre Darstellung zwischendurch und am Schluss mit kräftigem Beifall. „Ich will auch ein Theater in meinem Haus“, rief die neunjährige Paula begeistert und auch etwas traurig nach der Aufführung.

Ein kleiner Trost waren für sie die Tänzer, die mit ihren Kostümen nach der Vorstellung im Foyer großzügig Bonbons und Autogramme an ihre jungen Fans verteilten.

Ob es Pinocchio gelingt, Gepetto zu retten und ein richtiger Junge zu werden, können sich die Besucher des Volkstheaters bei den nächsten Vorführungen am 4. November sowie am 4., 8., 18. und 29. Dezember anschauen.

Fotos 1 bis 3: Dorit Gätjen, VTR

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