Schlag gegen Rauschgiftkriminalität in Rostock

Über 7 kg Marihuana und eine schussbereite Pistole stellte die Polizeiinspektion Rostock Mitte Dezember sicher – Mehrere Männer wurden wegen Drogendelikten festgenommen

21. Dezember 2011, von
Die Rostocker Kriminalpolizei präsentiert ihre Erfolge bei der Rauschgiftbekämpfung
Die Rostocker Kriminalpolizei präsentiert ihre Erfolge bei der Rauschgiftbekämpfung

Der Tisch der Kriminalpolizeidirektion Rostock war heute Morgen reich gedeckt. Die leeren Kartoffelsalateimer gehörten noch zu den harmlosesten Dingen und waren nicht vom Frühstück der Kollegen übrig geblieben. Getrocknetes Kraut, welches in teilweise geöffneten Tüten daneben lag, verströmte seinen Geruch in den Raum. Bei dem Kraut handelt es sich um Hanfpflanzen. Über sieben Kilogramm Marihuana und Haschisch haben die Mitarbeiter des für die Rauschgiftbekämpfung zuständigen Fachkommissariats seit Mitte Dezember sichergestellt.

Der größte Coup gelang den Beamten am 10. Dezember. Gleich fünf Kilogramm Marihuana hatte der 27 Jahre alte Dirk E. auf seiner sogenannten Beschaffungsfahrt nach Rostock in der Reserveradmulde eines Kofferraums versteckt. Beliefern wollte er damit Martin H. aus Rostock-Evershagen, der zuvor bereits elf Mal polizeilich in Erscheinung getreten war. Wegen des Verdachts, dass der 28-Jährige mit Betäubungsmittel in nicht geringer Menge Handel treibt, wurde bereits seit Anfang des Jahres gegen ihn ermittelt.

Marihuana
Marihuana

So erfuhr die Kriminalpolizei von dem Deal, griff auf der Rückfahrt zu und verhaftete Dirk E. Bei einer anschließenden Durchsuchung bei Martin H. wurden in einem Depot seines Bruders weitere 235 Gramm Amphetamine, 100 Gramm Haschisch sowie 18,5 Gramm Marihuana und in der Garage seiner Eltern noch einmal 1,7 Kilogramm Marihuana in Folien und Plastikeimern gefunden. Martin H. wurde am 12. Dezember festgenommen.

Als Autofahrer an der Tat beteiligt war auch der 34-jährige Rostocker Marko S., der drei Tage später ebenfalls in Haft kam. Gegen ihn wurde ein Verfahren aufgrund des Verstoßes gegen das Betäubungs- und Arzneimittelgesetz eingeleitet. 30 Milliliter Testosteron und 30 Tilidin-Schmerztabletten wurden bei ihm entdeckt. Außerdem soll er in seinem Keller umfangreiches Plantagenequipment zum Betrieb einer Hanf-Indoorplantage untergestellt haben, das Dirk E. zugeordnet wird.

Wie hoch das Strafmaß für derartige Vergehen ist, muss nun das Gericht bestimmen. Es richtet sich nach dem Wirkstoffgehalt des Rauschgiftes, der noch festgestellt werden muss. Ab 7,5 Gramm reinem THC (Hauptwirkstoff bei Marihuana) handelt es sich um ein Verbrechen, das mit einem Jahr Freiheitsstrafe belegt wird.

Oberstaatsanwalt Reinhard Krüger und Peter Mainka, Leiter der Kriminalpolizeiinspektion
Oberstaatsanwalt Reinhard Krüger und Peter Mainka, Leiter der Kriminalpolizeiinspektion

Im Fall von Dirk E. komme noch hinzu, dass er eine scharfe Waffe griffbereit im Fußraum des Autos bei sich hatte. „Da ist die Mindestfreiheitsstrafe fünf Jahre“, erläutert Oberstaatsanwalt Reinhard Krüger.

„Im Vergleich zu Metropolen wie Hamburg sind fünf Kilogramm nicht viel. Für uns aber dennoch außergewöhnlich“, erklärt der Leiter der Kriminalpolizeidirektion Peter Mainka. Der Fund, der einen Marktwert von 35.000 Euro hat und für 21.000 Euro eingekauft wurde, sei der größte Fund in diesem Jahr, jedoch nicht der einzige an diesem Dezemberwochenende.

Bereits am 9. Dezember wurden bei einem Mann in der Südstadtklinik, der durch sein aggressives Verhalten gegenüber dem Krankenhauspersonal aufgefallen war, 175 Gramm Haschisch sichergestellt, die er in Rucksack und Bekleidung mit sich trug.

Am gleichen Tag wurde außerdem in Zusammenarbeit mit dem Zollfahndungsamt ein Tatverdächtiger festgenommen, bei dem die Polizei 143 Gramm Haschisch, 20 Gramm Amphetamine, 35 Gramm Marihuana und 40 Ecstasy-Tabletten gefunden hatte.

Auch heute Morgen wurden bei zwei Wohnungsdurchsuchungen im Raum Rostock-Evershagen 70 Gramm Amphetamine und Dealerutensilien wie Feinwaage und Zerkleinerer von der Kriminalpolizei sichergestellt.

Die Kriminalpolizeiinspektion hat in diesem Jahr bisher 156 Rauschgiftverfahren bearbeitet. Mit den Fällen der Polizeiinspektionen Rostock und Güstrow, zu den auch Gesetzesverstöße seitens der Konsumenten gehören, sind es 635. Landesweit seien es 3473 Sachverhalte im Zusammenhang mit Rauschgift in diesem Jahr gewesen. „Da bewegen wir uns auf dem Niveau vom vergangenen Jahr“, so Peter Mainka.

In Mecklenburg-Vorpommern ist Marihuana die verbreitetste Droge, nicht zuletzt wegen des relativ günstigen Preises. Vor allem Kleindealer seien hier aktiv, die ihre Drogensucht durch den Weiterverkauf finanzieren. Durch die Fähren hat sich Mecklenburg-Vorpommern aber auch zu einem Transitland in Richtung Skandinavien entwickelt.

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