Schillers „Die Räuber“ im Theater im Stadthafen

Ein kleiner Einblick in die diesjährige Koproduktion von Volkstheater und Hochschule für Musik und Theater

24. Februar 2011, von
Samira Hempel und Lysann Schläfke in "Die Räuber"
Samira Hempel und Lysann Schläfke in "Die Räuber"

Wenn Jungschauspieler ihre erste richtige Bühnenluft schnuppern, dann lernen nicht nur sie etwas davon, weiß Jörg Hückler, Schauspieldirektor und Chefdramaturg des Volkstheaters Rostock. Deswegen gibt es auch in diesem Jahr wieder eine Koproduktion mit der Hochschule für Musik und Theater (HMT). So weht ein frischer Wind durchs Haus und die angehenden Schauspieler können von den alten Hasen lernen.

Die diesjährige Inszenierung des Volkstheaters und der HMT steht im Zeichen der „Räuber“. In dem Drama von Friedrich Schiller geht es um einen Bruderzwist, der weitreichende Folgen hat. Während der Ältere in Leipzig studiert, schmiedet der Jüngere bitterböse Intrigen in der Heimat. Franz, der jüngere Bruder, ist neidisch auf seinen Bruder Karl, der reicher von der Natur beschenkt wurde als er. Er ist hübsch, hat die Frau, die Franz auch liebt und wird obendrein auch noch alles erben.

Bjoern Ole Blunk in "Die Räuber"
Bjoern Ole Blunk in "Die Räuber"

Um diesen Missstand zu beheben, spinnt Franz ein Netz aus Lügen, die seinen Vater dazu bringen Karl zu verstoßen. Daraufhin wird dieser Hauptmann einer Räuberbande, um „den Armen zu helfen und die Unschuldigen zu rächen“, wie es im Programm heißt. Natürlich kommt es, wie es kommen muss, der Plan misslingt und die Räuber rutschen mehr und mehr ins Böse ab. Karl muss sich fragen: Ist es das, was ich wollte?

Für die Schauspielstudenten der HMT ist es das erste längere Projekt. Bis jetzt spielten sie nur Zwanzig-Minuten-Stücke, erzählt Lysann Schläfke. Außerdem sei es das erste Mal, dass sie professionell arbeiten würden, berichtet Torsten Flassig weiter. Bisher mussten sich die Studenten immer alleine um alles kümmern. Bei dieser Produktion werden alle Arbeiten, wie die an Bühnenbild, Kostüm und Maske, für sie erledigt. „Am ersten Tag fühlte ich mich etwas verloren, mit so vielen Leuten, die an der Produktion beteiligt sind“, verrät mir Torsten.

Natürlich unterscheidet sich die Welt des Theaters ein wenig von der der Hochschule. Es ginge nicht nur um die persönliche Weiterentwicklung, sondern auch ums Geschäft, sagt Samira Hempel. „Man macht das nicht nur für sich, sondern auch für den Zuschauer.“ Nichtsdestotrotz sind sich aber alle drei einig, dass sie sich den richtigen Beruf ausgesucht haben. „Es fühlt sich nach dem an, was ich später machen möchte“, sagt Torsten.

"Die Räuber" im Theater am Stadthafen
"Die Räuber" im Theater am Stadthafen

Die Besonderheit in diesem Jahr ist, dass zum ersten Mal der gesamte Jahrgang in einem Stück zu sehen sein wird. Bisher wurde immer in Gruppen geteilt. Schaut man sich nun aber die Liste der im Drama auftauchenden Rollen an, wird man eins bemerken. Zehn Schauspielstudenten und ein gestandener Schauspieler sind eigentlich ein paar Personen zu viel für die Hauptrollen. Samira aber erzählt, dass „jeder die Möglichkeit hat, seinen Moment zu haben“. Wie aber ist das möglich?

Wer das herausfinden will, sollte sich unbedingt das Stück ansehen. Die Premiere findet am Freitag, dem 25. Februar, im Theater im Stadthafen statt. Wer dafür keine Karte mehr ergattern kann oder keine Zeit hat, der bekommt vielleicht an einem anderen Tag seine Chance das Geheimnis zu lüften. Im Spielplan vorgesehen sind weitere Vorstellungen am 01., 03. und 05. März, sowie am 07., 14. und 20. April.

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