Volkstheater: OB legt Widerspruch gegen Wiedereinstellung von Sewan Latchinian ein

Roland Methling fordert Kooperation statt Konfrontation in der Theater-Debatte

27. April 2015
Sewan Latchinian kann seine Arbeit im Volkstheater vorerst nicht fortführen. Oberbürgermeister Roland Methling legte Widerspruch gegen den Bürgerschaftsbeschluss zur Wiedereinstellung nach der fristlosen Kündigung ein.
Sewan Latchinian kann seine Arbeit im Volkstheater vorerst nicht fortführen. Oberbürgermeister Roland Methling legte Widerspruch gegen den Bürgerschaftsbeschluss zur Wiedereinstellung nach der fristlosen Kündigung ein.

Oberbürgermeister Roland Methling hat heute Widerspruch gegen die während der Bürgerschaftssitzung vor zwei Wochen getroffene Entscheidung zur Weiterbeschäftigung von Sewan Latchinian als Intendant des Volkstheaters Rostock eingelegt, formuliert diesen Widerspruch jedoch als Chance für eine einvernehmliche Lösung.

„Ich halte die bisherige Entscheidung im Detail nach wie vor für falsch“, so der Oberbürgermeister, „da sie den Rahmen für eine mögliche weitere Zusammenarbeit mit dem bisherigen Intendanten nicht verbindlich genug beschreibt. Dies muss geändert werden und dazu gab es auch praktikable Vorschläge aus der Mitte der Bürgerschaft.“

Zur Begründung des Widerspruchs erläutert Oberbürgermeister Roland Methling: „Ich habe in den vergangenen Tagen und Wochen unzählige Gespräche geführt und zahlreiche Meinungsäußerungen erhalten, die sich für und gegen die weitere hohe Bezuschussung des Volkstheaters, für und gegen eine weitere Zusammenarbeit mit Sewan Latchinian ausgesprochen haben. Ich habe mir die Entscheidung, Widerspruch einzulegen, daher auch nicht leicht gemacht. Jedoch wird sich dadurch die Bürgerschaft noch einmal während ihrer nächsten Sitzung, also schon in der kommenden Woche, mit der Angelegenheit befassen müssen. Ich hoffe sehr, dass der Beschluss dann so geändert wird, dass er Vertrauen ermöglicht und nicht mehr das Wohl Rostocks gefährdet.“

Oberbürgermeister Roland Methling unterstreicht: „Polemik und Provokation dürfen nicht die Sachdiskussion um die Zukunft des Volkstheaters verdrängen. Wenn wir in der Bürgerschaft beschlossen haben, den Zuschuss für das Volkstheater Rostock bis zum Jahr 2019 auf dem jetzt hohen Niveau konstant zu halten, erwarte ich dafür auch Akzeptanz beim Intendanten und bei jenen Mitgliedern der Bürgerschaft, die sich mit ihren Auffassungen nicht durchsetzen konnten.“

An die Mitglieder der Bürgerschaft appelliert Oberbürgermeister Roland Methling: „Der juristische Weg ist nicht der richtige, um die Fragen zur Zukunft unseres Theaters zu beantworten. Wir werden nur erfolgreich die Weichen stellen können, wenn wir zusammen arbeiten und unsere Kraft in die Erarbeitung eines Kompromisses stecken, der von einer breiten Mehrheit in der Bürgerschaft getragen werden kann. Konfrontationen, das haben die letzten 14 Jahre Theater-Diskussion in unserer Stadt gezeigt, bringen uns nicht weiter.“

Quelle: Hansestadt Rostock, Pressestelle

Schlagwörter: Roland Methling (53)Sewan Latchinian (14)Volkstheater (247)

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5 Kommentare

  • Flögel, Gundula sagt:

    zu Volkstheater: Wer hier das Wohl der Stadt Rostock aus den Augen verloren hat, ist wohl der OB mit seiner grenzenlosen Egomanie. Unglaublich wie solch ein Mann auf so einem Posten sitzen kann.

  • Lukas Bothur sagt:

    Ja, was soll man dazu noch sagen.
    Am besten gar nichts mehr.
    Bei sowas kann man nur noch wütend gegen die Wand hämmern.
    Ekelhaft.

    Tollen Tag noch.

  • Gabriele Wickborn sagt:

    Herr Methling hat die letzten Tage genutzt, um den sichersten Weg zur Zerstörung des VTR zu finden: mit seinem Widerspruch und den angekündigten weiteren Massnahmen (z.B. auch die Änderung der Theater-Vorstands-Statuten !!!) kann er Herrn Latchinian solange vom Theater fernhalten, bis er alle Macht auf sich vereint hat… Was dann noch bleibt, ist Erinnerung an ein Theater mit gutem Namen und erfolgreicher Vergangenheit.
    So kann ein einziger Mann seine Macht missbrauchen, um in Jahrzehnten gewachsene Kultur zu vernichten. Es ist eine Schande !!!

  • Regine Schreier sagt:

    Ich schließe mich den letzten 3 Kommentaren an!! Der OB ist eine Schande für Rostock und es ist unglaublich, dass man als Bürger der Stadt bei der Zerstörung des VTR nur zuschauen darf. Ich werde der Bürgerschaft schreiben und darum bitten, den Mut zu haben den OB abwählen zu lassen. Wieder wird die Stimmenmehrheit gebraucht! Leider kann ich aus den Zeitungsworten nicht schlau werden. Was soll die Bürgerschaft am 6.5. eigentlich beschließen, damit Herr Latchinian wieder arbeiten darf? Bitte bleibt wach Rostocker!! Ich hoffe es gibt eine Demo aller „Enttäuschten“ gegen den OB, egal ob Kultur oder andere Bereiche!

  • Hans-Joachim Richter sagt:

    Dieser OB ist eine absolute Katastrophe! Wie kann man nur so egozentrisch sein und eine von Eitelkeiten gekränkte Politik auch noch rechtfertigen? Die Stadt und die Einwohner sind die leidtragenden… Weg mit dem OB! Er treibt die Stadt in einen Zustand von Kulturarmut und Meinungsunfreiheit!!!

    Methling … tritt selbst ab bevor es andere für dich erledigen! (Hier ist die Bürgerschaft gefordert, diesem Mann keine Handlungsspielräume mehr zu ermöglichen!)

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