Rostocker Jugendtaxi nur noch bis 28. Februar

Nach einem Monat ist der Zuschuss der Stadt aufgebraucht – Taxifahrer beklagen Missbrauch

22. Februar 2013, von
Das Jugendtaxi Rostock macht eine Zwangspause
Das Jugendtaxi Rostock macht eine Zwangspause

Nach einem Monat steht das Rostocker Jugendtaxi wieder vor dem Aus. Mit so viel Zuspruch hatten die Initiatoren in der Stadtverwaltung nicht gerechnet. Täglich wurden bis zu 100 Taxifahrten abgerechnet, mit denen Jugendliche von 16 bis 25 Jahren nachts nach Hause gebracht wurden. Da waren die 20.000 Euro, die die Stadt für die Übernahme des halben Fahrtkostenpreises bereitgestellt hatte, schnell aufgebraucht. Am 28. Februar endet daher zunächst die „Pilotphase“, teilte die Stadtverwaltung heute mit.

Zwar gebe es bereits einige interessierte Sponsoren für dieses Projekt, freut sich die die zuständige Sachbearbeiterin Franziska Nagorny, aber auch Kritik müsse nun aufgearbeitet werden, bevor es wieder angeboten wird. Wann das sein wird, sei noch unklar.

Nach dem Missbrauchsfall einer jungen Frau im Oktober des letzten Jahres war es der Senatorin für Jugend und Gesundheit ein Anliegen, ein möglichst einfach zugängliches und umfängliches Angebot für Jugendliche zu schaffen, sicher von einem Discobesuch nach Hause zu kommen, hatte Dr. Liane Melzer zum Projektstart des Rostocker Jugendtaxis erklärt.

„Der Sicherheitsaspekt stand für uns im Vordergrund“, sagt Franziska Nagorny. Doch gut gemeint ist, nicht noch nicht gut gemacht. „Es gab viele Kritiken und große Mängel“, muss Nagorny zugeben.

Von Stadtrundfahrten ist die Rede und beschimpften Taxifahrern. „Es wurde viel Schindluder damit getrieben, weil keinerlei Kontrolle da ist“, empört sich ein Taxifahrer, dem auch der bürokratische Aufwand (Personalausweisnummer notieren und Quittung ausfüllen) zu hoch war.

Ein anderer Taxifahrer hingegen lobt das Angebot: „Es hat sich gut gemacht. Die Kollegen haben unwahrscheinlich viel abgerechnet. Es wurde gut angenommen.“

Nun will eine Projektgruppe die Hausaufgaben nachholen, das Nutzerverhalten auswerten, um auf dieser Grundlage das Rostocker Jugendtaxi doch noch zu retten und dauerhaft zu etablieren.

Solange können jugendliche Nachtschwärmer auf das Fifty-Fifty-Ticket des Landes zurückgreifen. Das gilt zwar nur am Wochenende und an Feiertagen und muss bereits im Vorfeld bei AOK-Servicecentern abgeholt werden, aber auch hier zahlen die Nutzer nur die Hälfte der Fahrt. Die andere Hälfte übernimmt das Land, das dafür pro Jahr 90.000 Euro bereitstellt.

Schlagwörter: Jugendliche (10)Verkehr (446)

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3 Kommentare

  • Paul Schwanck sagt:

    Die Stadt stellt Steuergelder bereit um einen privatverschuldeten Fußballverein zu retten, hat aber für diese sinnvolle Aktion zur Steigerung der Sicherheit nur 20.000 EUR zur Verfügung? Und wenn ich lese, dass sich Taxifahrer wegen dem Papierkram aufregen, platzt mir der Arsch! Ist es zu viel verlangt, sich ein paar Daten vom Personalausweis des Fahrgasts zu notieren? Aber am meisten regt es mich auf, dass es leider mal wieder viel zu viele Leute gibt, die den Sinn der Aktion nicht vestehen können oder wollen. Wie schamlos manche die Gutmütigkeit anderer ausnutzen ist einfach nur widerlich. Ein Glück gibt es schon einige interessierte Sponsoren, welche das Projekt am Laufen halten wollen. Mein Vorschlag: klarere Definition der Begünstigten, sowie etwas mehr Aufklärung über die Hintergründe. Es ist kein Partybus, sondern eine sichere Möglichkeit nach Hause zu kommen!

  • Momo sagt:

    Moin!
    Man muß auch noch dazu sagen, daß es noch so einige Fahrten hätten mehr sein können. aber leider gibt es in Rostock ein Monopol im Taxifahrergeschäft!! Die Firma namens „Hanse-Taxi“ hat von den bereitgestellten Geldern (20.000 EUR) erst einmal 5.000 EUR für Verwaltung, also im Prinzip für’s nichts tun kassiert. Das sind 25% aller Gelder !!!
    Wieviele Fahrten können dafür nicht mehr ausgeführt werden?!

    Danke Hanse-Taxi !! Ach so .. das sind die unter: 0381 68 58 58

  • Nico sagt:

    Tach auch,

    grundsätzlich finde ich das JugendTaxi eine sehr gute Sache.

    Unsere Damen und Herren der Stadt haben das Projekt nicht zuende gedacht !
    Unterhalten Sie sich mit den Taxifahrern vor Ort, es geschieht nur Mißbrauch mit dem Jugendtaxi. Alleine 100 Fahrten werden täglich abgerechnet ? Das sollte doch schon zu denken geben…

    Und, ob die Fahrt von zuhause – zur Tankstelle um Alkohol zu kaufen – und wieder zurück nachhause, mit dem Jugendtaxi gefördert werden muss. Ich weiss ja nicht.

    Bitte die Bedingungen des Projektes dringend verändern !! Das sind unsere Steuergelder die verprasst werden !!

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