Volkstheater Rostock gibt Ausblick in die Spielzeit 2012/2013

Volkstheater Rostock stellt Programm für die neue Spielzeit vor und kündigt Preisänderungen an

4. Mai 2012, von
Auf einer Pressekonferenz stellte das Volkstheater Rostock seine neue Spielzeit vor
Auf einer Pressekonferenz stellte das Volkstheater Rostock seine neue Spielzeit vor

Neue Preise beim Volkstheater Rostock

Das Volkstheater Rostock (VTR) ändert seine Eintrittspreise. Die Spanne zwischen den günstigsten und teuersten Theaterkarten soll sich ab der neuen Spielzeit vergrößern. Dass sie bisher so eng zusammen waren, sei eine Rostocker Besonderheit, so VTR-Geschäftsführer Stefan Rosinski. Nun möchte er die ermäßigten Karten noch deutlicher ermäßigen und – damit der Umsatz nicht leidet – die oberen Preiskategorien etwas anziehen. Am Ende soll bei den gleichen Mengen der gleiche Gesamtumsatz rausspringen.

Kaufmännischer Geschäftsführer Stefan Rosinski
Kaufmännischer Geschäftsführer Stefan Rosinski

Studenten sollen etwa mit Tickets für 11 oder 13 Euro freitags, samstags und an Feiertagen in die Oper gelockt werden. Bisher mussten sie selbst an Wochentagen mindestens 15 Euro hinblättern. „Wenn der Preis die Schwelle für Studenten gewesen sein sollte, hoffen wir, dass wir damit etwas gesenkt haben“, will Rosinski Signale setzen.

Dafür sollen zukünftig die Abgabe der Garderobe mit 50 Cent und das Programmheft, das an Qualität zunehmen soll, mit einem Euro zu Buche schlagen. Auch eine Anpassung an die Geflogenheiten anderer Häuser, erklärt Intendant Peter Leonard.

Das Große Haus des Volkstheaters Rostock soll zur neuen Spielzeit wieder öffnen
Das Große Haus des Volkstheaters Rostock soll zur neuen Spielzeit wieder öffnen

Großes Haus wieder geöffnet

Ab der nächsten Spielzeit steht für die Vorstellungen des Volkstheaters auch das Große Haus für Vorstellungen wieder zur Verfügung. Mit Sprenkleranlagen, Brandschutztüren und anderen baulichen Maßnahmen soll es wieder sicher für das Publikum sein und mit neuer Wandfarbe und neuen Lampen in den öffentlich zugänglichen Bereichen ein moderneres Ambiente ausstrahlen, macht die Theaterleitung neugierig.

Premieren und Highlights ab September

Und was gibt es ab September auf den Bühnen des Volkstheaters zu erleben?

Dramaturg Jörg Hückler
Dramaturg Jörg Hückler

Sechs Premieren stemmt allein das Schauspielensemble im Theater im Stadthafen. Mit The Who’s Thommy – einer Koproduktion mit PopKW – wird die Spielzeit 2012/13 am 7. September eröffnet. Auch Shakespeares Hamlet, Prinz von Dänemark inszenieren die Rostocker mit einem bewährten Partner: dem Theater an der Parkaue. Weitere Premieren werden für Der Kick von Andres Veiel und Gesines Schmidts, Ingrid Lausunds Benefiz – Jeder rettet einen Afrikaner, Yasmina Rezas Drei Mal Leben, Alan Menkens Der kleine Horroladen, Wolfgang Herrndorfs Tschick oder Tom Lanoyes Atropa – Die Rache des Friedens vorbereitet. Georg Kaisers Gas I – eine Zusammenarbeit mit der HMT – sei als Nachklang zur Katastrophe in Fukushima entstanden, begründet Dramaturg Jörg Hückler die Auswahl. Für Kinder gibt es zur Weihnachtszeit Astrid Lindgrens Winter in Lönneberger und das mobile Theaterstück Der Grüffelo.

Außerdem startet das Theater zusammen mit dem Theater Vorpommern und Tobias Rausch ein Rechercheprojekt zu den Ausschreitungen in Rostock Lichtenhagen 1992, dessen Ergebnis eine Inszenierung ist, die im Herbst 2012 präsentiert werden soll.

Zum 200. Geburtstag von Georg Büchner will sich das Schauspielensemble mit Germanistikstudenten die Briefe des Schriftstellers vornehmen.

Generalmusikdirektor Florian Krumpöck
Generalmusikdirektor Florian Krumpöck

Ein weiterer Jubilar 2013 ist Richard Wagner, dem die Norddeutsche Philharmonie Rostock im Mai eines ihrer zehn Philharmonischen Konzerte widmen möchte. Die Gestaltung ihres Programms aus Kammer-, Classic Light- und Philharmonischen Konzerten stand aber vor allem unter dem Motto viele Versprechen einzulösen, so Generalmusikdirektor Florian Krumpöck. Weil man in der letzten Spielzeit im Theaterzelt auf Klavierkonzerte verzichtet habe, kündigt er nun ein breites Spektrum „Unentdecktes, aber auch Klassisches wie Bruckner und Brahms“ an. Neben etablierten deutschen Pianisten wie Lars Vogt, Bernd Glemser oder Matthias Kirchnereit, konnten auch Neuentdeckungen wie Martina Filjak verpflichtet werden.

Die Norddeutsche Philharmonie Rostock bereitet sich außerdem auf mehrere Musiktheaterinszenierungen vor. Die West Side Story, die in diesem Sommer ausfällt, wird für September neu einstudiert. Auf Rossinis Der Barbier von Sevilla, Johann Strauß Die Fledermaus und Verdis Nabucco dürfen sich die Freunde der Oper und Operetten freuen. Ganz neu, und noch gar nicht fertig geschrieben, ist Happy Birthday, Mr. President von Kriss Russmann, das im Januar uraufgeführt wird.

Chefchoreograph Bronislav Roznos
Chefchoreograph Bronislav Roznos

Bei einigen Aufführungen des Musiktheaters kommen auch die Tänzer von Bronislav Roznos zum Einsatz. Der Chefchoreograf am Volkstheater hat aber auch wieder eigene Stücke im Programm. Jedoch ist er vorsichtiger geworden. Das Rostocker Publikum findet nicht so zahlreich in die Vorstellungen des Tanztheaters, wie es sich Roznos wünscht. Zum Test wird er daher Die Erschaffung der Welt inszenieren. Es ist eines seiner älteren Stücke, das bereits in seiner Zeit am Zwickauer Theater auf große Resonanz gestoßen war. Mit 250 Requisiten im Art Schwarz Theater (Schwarzlicht) erschaffen die Tänzer die Welt nach Jean Effel auf heitere Weise. Im Frühling wird es dann wieder eine Uraufführung geben. In Widernatürliche Liaison? Michelangelo, Thomas Mann, Lolita … geht es um ungewöhnliche Beziehungen und Menschenrechte. „Ein Thema, was mich bewegt und immer aktuell ist“, sagt Bronislav Roznos.

Intendant Peter Leonard
Intendant Peter Leonard

Sommertheater 2012

Bis zum Beginn der neuen Spielzeit müssen sich die Theaterfans jedoch noch gedulden. Wer auch im Juli und August nicht auf das Volkstheater verzichten möchte, findet vielleicht im Sommertheater etwas für sich – obwohl das Programm im Vergleich zu den letzten Jahren deutlich abgespeckt wurde. Vor allem das Mecklenburgische Landestheater will in der Ferienzeit in der Kleinen Komödie Warnemünde mit Stücken wie Witwendramen, Nichts Schöneres und Männer und andere Irrtümer unterhalten.

Im Theater im Stadthafen läuft für alle Theaterbesucher ab 5 Jahren „Spuk unterm Riesenrad“.

Detaillierte Informationen zum Spielplan findet ihr auf der Website des Volkstheaters.

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