Bilanz des Rostocker Weihnachtsmarktes 2010

Trotz Umsatzrückgang spenden Schausteller für bedürftige Kinder und die Marienkirche

20. Dezember 2010, von
Frau Holle auf dem Rostocker Weihnachtsmarkt
Frau Holle auf dem Rostocker Weihnachtsmarkt

Das war zu viel Schnee, liebe Frau Holle, zumindest für die 250 Schausteller und Marktverkäufer auf dem diesjährigen Rostocker Weihnachtsmarkt. Nach rund vierwöchigem Jahrmarktstrubel in der Rostocker Innenstadt in der Vorweihnachtszeit gibt es für sie, anders als in den letzten Jahren, deshalb wenig Grund zum Jubeln. „Uns hat außerordentlich schlechtes Wetter erwischt“, resümiert Jörg Vogt, Chef des Rostocker Weihnachtsmarktes. Schnee, Glatteis und Kälte hätten dazu geführt, dass „vor allem auswärtige Besucher aus Mecklenburg-Vorpommern nicht so in der Anzahl kamen, wie wir das sonst erlebt hatten.“

Jörg Vogt, Geschäftsführer der Großmarkt Rostock GmbH
Jörg Vogt, Geschäftsführer der Großmarkt Rostock GmbH

Besonders hart hat es die Fahrgeschäfte erwischt. Bei starkem Schneefall wollten nur wenige in ein offenes Karussell steigen. Weniger vom schlechten Wetter gebeutelt seien die gastronomischen Stände gewesen. Bei den Händlern war die Nachfrage vom Angebot abhängig. Vor allem winterliche Artikel wie Mützen, Schals und Handschuhe verkauften sich gut, so Jörg Vogt.

„Wir gehen davon aus, dass wir im Mittel rund 20 Prozent weniger Umsatz und auch Besucher gehabt haben, als wir das aus den letzten Jahren gewohnt sind“, lautet sein abschließendes Fazit vom Rostocker Weihnachtsmarkt 2010.

Ulrich Keil, Organisator des Historischen Weihnachtsmarktes
Ulrich Keil, Organisator des Historischen Weihnachtsmarktes

Positiv fällt hingegen das Resümee des Historischen Weihnachtsmarktes aus, der sich zum ersten Mal auf dem Gelände des Klosters zum Heiligen Kreuz befand. „Unsere Befürchtungen, dass wir dort nicht gefunden werden, haben sich ganz schnell aufgelöst. Wir hatten sogar 20 Prozent mehr Besucher, die uns schon regelrecht gesucht haben. Und wenn sie uns gefunden haben, waren sie begeistert, was zum Großteil auf das historische Ambiente zurückzuführen ist“, fast Ulrich Keil, Organisator des Historischen Weihnachtsmarktes, seine Eindrücke zusammen.

Spendenübergabe der Schausteller auf dem Rostocker Weihnachtsmarkt
Spendenübergabe der Schausteller auf dem Rostocker Weihnachtsmarkt

Trotz der Umsatzeinbußen – die Schausteller sind auch in diesem Jahr wieder bereit, etwas abzugeben. Insgesamt 6600 Euro spenden sie für den guten Zweck. Die Gelder kommen der Krebsforschung der Universität Rostock, der Kinderhilfe Schmarl und der Marienkirche zugute, informierte Marlies Urbigkeit vom Schaustellerverband heute bei der Spendenübergabe.

Am Mittwoch um 20 Uhr schließt der größte und sowieso schönste Weihnachtsmarkt in Norddeutschland seine Pforten. All jene, die nicht genug bekommen von Glühwein, Rauchwurst und Backbananen, können es sich bei der 5. Schlemmermeile vom 27. Dezember bis einschließlich 2. Januar noch einmal schmecken lassen. Vom Brunnen der Lebensfreude bis zum Universitätshauptgebäude werden dann noch einmal rund zehn Hütten mit weihnachtlichen Gaumenfreuden aufwarten.

Auch die Fans des Historischen Weihnachtsmarktes dürfen sich auf eine Verlängerung freuen. In der Zeit der Rauhnächte, also von der Wintersonnenwende bis zum 2. Januar (eigentlich 6. Januar) sollen hier die Geister und Kobolde ausgetrieben werden, so wie es in vorchristlicher Zeit und auch während der Christianisierung noch üblich war.

Schlagwörter: Krebsforschung (6)Marienkirche (40)Schausteller (13)Spende (11)Weihnachtsmarkt (66)

Das könnte dich auch interessieren:

Hinterlasse einen öffentlichen Kommentar

Hiermit stimme ich der Veröffentlichung meines Kommentars sowie der Speicherung und Verarbeitung meiner Daten incl. meiner IP-Adresse gemäß der Datenschutzerklärung zu.