RSAG-Abfahrtsmonitor fürs Handy

Abfahrten für Bus und Straßenbahn gibt es jetzt in Echtzeit aufs Handy – für jede Haltestelle der Rostocker Straßenbahn AG

8. April 2021, von
Oberbürgermeister Claus Ruhe Madsen (links) und RSAG-Vorstand Jan Bleis präsentieren den Abfahrtsmonitor fürs Handy
Oberbürgermeister Claus Ruhe Madsen (links) und RSAG-Vorstand Jan Bleis präsentieren den Abfahrtsmonitor fürs Handy

Wann kommt mein Bus? Fährt meine Straßenbahn pünktlich oder gibt es Verspätungen? Antworten auf diese Frage liefert der neue digitale Abfahrtsmonitor der Rostocker Straßenbahn AG (RSAG) ab sofort ganz bequem aufs Handy.

Dynamische Fahrgastinformationen (DFI), die chronologisch die nächsten Abfahrten in Echtzeit anzeigen, gibt es bereits seit fast 15 Jahren an einigen Haltestellen, etwa in der Langen Straße, auf dem Neuen Markt oder an wichtigen Umsteigepunkten. Es sei jedoch weder sinnvoll noch bezahlbar, dieses System an jeder der über 400 Haltestellen zu installieren. „Was wir mit der heutigen Technik natürlich machen können, ist, dass wir diese Information jedem ganz einfach aufs Handy geben“, erklärt RSAG-Vorstand Jan Bleis.

Dafür muss nicht mal eine App heruntergeladen werden. An jeder Haltestelle gibt es einen QR-Code, der nach dem Scannen direkt zu einer Webseite mit den Abfahrten an dieser Haltestelle führt. Auch Störungsmeldungen oder Umleitungen werden in Echtzeit angezeigt. Bei Bedarf kann eine Verknüpfung auf dem Startbildschirm abgelegt werden.

RSAG-Abfahrtsmonitor fürs Handy - Dirk Lampe (JAC Systeme GmbH v.l.), Yvette Hartmann (RSAG-Vorstand), Oberbürgermeister Claus Ruhe Madsen und Jan Bleis (RSAG-Vorstand)
RSAG-Abfahrtsmonitor fürs Handy - Dirk Lampe (JAC Systeme GmbH v.l.), Yvette Hartmann (RSAG-Vorstand), Oberbürgermeister Claus Ruhe Madsen und Jan Bleis (RSAG-Vorstand)

Ist man noch unterwegs oder gerade auf dem Weg zu Bus und Bahn, kann die Website https://abfahrten-rsag.de/ aufgerufen werden. Hier kann man die gewünschte Haltestelle auswählen und sich die nächsten Abfahrten in Echtzeit anzeigen lassen. Die nächste Erweiterung ist bereits geplant, so Bleis. Künftig sollen die Abfahrtszeiten auch auf Monitoren in Einkaufzentren, wie dem Warnow Park Lütten Klein, in der Stadthalle oder dem Volkstheater angezeigt werden. „Keiner braucht lange an der Haltestelle zu stehen, wenn es vielleicht kühl ist wie heute“, so Bleis, „ein echter Mehrwert!“ Vielleicht kommt auch die Deutsche Bahn noch mit ins Boot, bislang fehlen Informationen für die S-Bahnen leider.

Ein Jahr hat die Entwicklung gedauert. Obwohl alle Informationen bereits auf dem Leitrechner der RSAG verfügbar waren, sei das Projekt „schon anspruchsvoll“ gewesen, erläutert Dirk Lampe, Geschäftsführer der JAC Systeme GmbH, die den Abfahrtsmonitor programmiert hat. Einerseits hätten sehr viele technische Komponenten mit reingespielt, andererseits sollte das System natürlich auch sicher und hochverfügbar werden, so Lampe. Die Leitzentrale und das Betriebsmanagement für Straßenbahn und Busse wurden bereits vor 30 Jahren digitalisiert.

Rund 45.000 Euro hat die RSAG in das System investiert. „In der Größenordnung machen wir sowas auch schon mal alleine ohne Fördermittel, weil wir davon überzeugt sind, dass der Nutzen viel, viel größer ist als das, was es kostet.“ Bleis hofft, dass „Bus- und Bahnfahren so noch attraktiver wird“ und die Fahrzeuge der RSAG nach der Corona-Pandemie „wieder so voll werden, wie wir das bis zum letzten Jahr kannten“. Klimaschutz und weniger Straßenverkehr gehe am besten mit Bus und Bahn, betont der RSAG-Vorstand.

Schlagwörter: Bus (54)Digitalisierung (5)RSAG (168)Straßenbahn (121)

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2 Kommentare

  • Tim Border sagt:

    Sinnvoller wäre es vlt. mal gewesen einen wirklich unkomplizierten Ticketkauf per Smartphone zu realisieren! Sämtliche Apps sind altbacken, erfordern langwierige Eingabe von personenbezogenen Daten und sind hinsichtlich Zahlungsmöglichkeiten mangelhaft ausgestattet.

    Echtzeitdaten hinsichtlich Verbindungen bieten vorhandene Apps ja bereits seit Jahren und um QR-Codes zu lesen, benötigen ältere Smartphone eine zusätzliche App!

    Sehr fraglich, ob die RSAG sich nach den realen Bedürfnissen der Nutzer orientiert. Wiedermal wird ein Sümmchen wenig Sinnvoll investiert, um die nächste Preiserhöhung zu rechtfertigen.

  • Alexander Nitsche sagt:

    Ein kleines feines Projekt, welches in sich geschlossen ist, direkt einen Nutzen für die Endnutzer hat und bei Erfolg Stück für Stück ausgebaut werden kann. Hier wurde nur die Verbindung von bereits bestehender Hardware (Smartphones) und Daten organisiert und dadurch ein großer Mehrwert geschaffen mit einer guten Ideensammlungs- und Konzeptphase und geringem finanziellen Aufwand. Die Verfügbarkeit auf einer Webseite statt einer App macht es direkt auf allen Plattformen verfügbar (wenn auch zu Lasten der Bedienbarkeit, vermutlich). Die Idee mit der Verfügbarkeit von Abfahrtszeiten an öffentlichen Plätzen leuchtet direkt ein und bietet einen Mehrwert für alle, nicht nur Smartphonebesitzer. Daumen hoch.

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