Neue Scandlines-Fähre „Berlin“ erstmals in Rostock eingelaufen

Die neue Scandlines-Hybridfähre „Berlin“, die ab nächster Woche die „Prins Joachim“ zwischen Rostock und Gedser ersetzen soll, hat erstmals im Seehafen Rostock festgemacht

25. April 2016, von
Scandlines-Fähre „Berlin“
Scandlines-Fähre „Berlin“

Immer wieder verzögerte sie sich, gestern Nachmittag hat die neue Scandlines-Fähre „Berlin“ nun erstmals im Rostocker Seehafen festgemacht. Während einer mehrtägigen Probefahrt wurde die Manövrierfähigkeit des Fährschiffes getestet (Sea Acceptance Tests), jetzt sollen die Rampen im Rostocker Seehafen an die „Berlin“ angepasst werden. Die Taufe der Fähre ist für den Vormittag des 3. Mai geplant, am Nachmittag soll sie den regulären Linienbetrieb aufnehmen.

Die 169 Meter lange „Berlin“ kann 1.300 Passagiere befördern und bietet auf rund 1.600 Lademetern Platz für 460 Pkw oder 96 Lkw. Damit wird die Fahrzeugkapazität auf der Strecke Rostock-Gedser mehr als verdoppelt. Neben dem traditionellen Dieselantrieb verfügt die Fähre über einen elektrischen Batterieantrieb, der nach Reedereiangaben bis zu 15 Prozent der CO2-Emissionen einsparen soll. In den nächsten Jahren sollen die Akkus mittels Plugin-Technologie in den Häfen aufgeladen werden, um die Fähren in Küstennähe alleine durch Batterieantrieb betreiben zu können.

Die „Prins Joachim“ wurde nach Griechenland verkauft - das Scandlines-Logo wurde bereits vom Schornstein entfernt
Die „Prins Joachim“ wurde nach Griechenland verkauft - das Scandlines-Logo wurde bereits vom Schornstein entfernt

Ursprünglich sollten die „Berlin“ und ihr Schwesterschiff „Copenhagen“ bereits 2012 den Dienst aufnehmen. Die Kiellegung der Fähren fand im Juni 2010 auf den P+S-Werften in Stralsund statt, im Dezember 2011 wurde die „Berlin“ zu Wasser gelassen. Die Fertigstellung wurde aufgrund technischer Probleme mehrfach verschoben, Scandlines stornierte die Verträge im November 2012 wegen zu hohen Gewichts und Tiefgangs, der ein Anlaufen von Gedser bei Niedrigwasser verhindert hätte. Nach der Pleite der Stralsunder Werft kaufte Scandlines die Fähren im Januar 2014 aus der Insolvenzmasse und ließ ihr Gewicht auf der dänischen Fayard-Werft um rund 1.100 Tonnen abspecken. Dabei verringerte sich die Passagierzahl von ursprünglich geplanten 1.500 auf 1.300, die Fahrzeugkapazität blieb unverändert.

Die 1980 gebaute „Prins Joachim“ wurde bereits an European Seaways verkauft und wird künftig zwischen Italien und Albanien sowie Italien und Griechenland verkehren. Im Spätsommer soll das Schwesterschiff „Copenhagen“ in Dienst gestellt werden. Es ersetzt die „Kronprins Frederik“, die künftig in Puttgarden stationiert und als Reservefähre für die Strecken Rostock-Gedser und Puttgarden-Rødby vorgehalten wird.

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