Wissenschaftler und Studenten unterstützen Schüler beim Klimastreik

Scientists und Students for Future wollen der Fridays For Future Bewegung in Rostock den Rücken stärken

20. Juni 2019, von
Kai Budde, Prof. Dr. Gesa Mackenthun, Kira Ludwig, Prof. Dr. Ralf Ludwig und Daniel Walia von Scientists for Future Rostock
Kai Budde, Prof. Dr. Gesa Mackenthun, Kira Ludwig, Prof. Dr. Ralf Ludwig und Daniel Walia von Scientists for Future Rostock

Wenn morgen ab 13 Uhr am Kröpitor wieder Schülerinnen und Schüler bei Fridays for Future für das Klima streiken, werden sie auch offiziell von Studenten und Wissenschaftlern unterstützt. Schon bei den vergangenen Klimastreiks in Rostock hatten Studenten und Wissenschaftler von Universität und dem Leibnitz Institut für Ostseeforschung in Warnemünde (IOW) an den Demonstrationen teilgenommen und Redebeiträge übernommen. Nach dem Zusammenschluss der Eltern in Parents for Future gibt es nun auch Rostocker Gruppen von Scientists for Future (S4F) und Students for Future (SSF).

In Rostock sind es zurzeit etwa 25 Professoren, wissenschaftliche Mitarbeiter und Doktoranden aus IOW und Universität, die sich im Netzwerk Scientists for Foture Rostock organisiert haben. Sie kommen aus vielen Fakultäten, um die sehr verschiedenen Aspekte von Klimapolitik zu bearbeiten. Naturwissenschaftliche Beiträge sind vorherrschend, aber auch Aspekte des Kulturwandels, der Verhaltensänderung, der Wirtschaft, Politik und vor allem auch der Bildung werden bearbeitet. „Die Schüler machen uns Beine. Sie wollen wissen, ob Fakten stimmen. Sie wollen sicher sein, wofür sie kämpfen“, begründet Kira Ludwig, Sprecherin des Rostocker S4F-Netzwerkes den Kooperationsansatz. Sie wollen den Schülern bei Gesprächen mit der Öffentlichkeit und der Politik den Rücken stärken, indem sie Hintergrundwissen vermitteln und Material zur Weiterbildung zur Verfügung stellen. So haben sie bereits die Reihe Lectures for Future ins Leben gerufen, in der sie Vorlesungen zum Thema Klima anbieten.

Warming Stripes Rostock-Warnemünde, Quelle: Deutscher Wetterdienst und Scientists for Future Rostock
Warming Stripes Rostock-Warnemünde, Quelle: Deutscher Wetterdienst und Scientists for Future Rostock

„Wir als Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler wollen nicht dramatisieren, sondern informieren, Fakten an die Hand geben und Lösungsvorschläge machen. Wir möchten mit unserem Wissen die Urteilskraft stärken, ohne die eine menschliche und freie Gesellschaft nicht denkbar ist“, ergänzt Professor Dr. Ralf Ludwig vom Institut für theoretische und physische Chemie.

Zur Veranschaulichung der Temperaturentwicklung als Indikator des Klimawandels hat Netzwerk-Mitglied Kai Budde die Rostocker Warming Stripes entworfen, die am Freitag überall zu sehen sein sollen. Die Abbildung verdeutlicht die Abweichungen der jährlichen Durchschnittstemperatur in Warnemünde seit 1947 mit einer Farbskala von Dunkelblau bis Dunkelrot. Zu erkennen ist, dass die Temperatur in den letzten Jahren immer häufiger und deutlicher über dem Mittelwert lag, der für die Jahre 1961 bis 1990 ermittelt wurde. 2018 war das heißeste Jahr in dieser Reihe.

Erstmalig auf der morgigen Demo möchte sich auch die neu gegründete Students for Future-Gruppe präsentieren. „Die Schüler haben lange genug allein demonstriert. Deswegen haben wir beschlossen eine Hochschulgruppe zu gründen, um uns geschlossen hinter die streikende Schülerschaft zu stellen. Denn die Klimakrise betrifft uns alle und verpflichtet uns zum sofortigen Handeln“, so der Student Tim Tönsing über die Intention zur Gründung der Hochschulgruppe Students for Future.

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