Neuer Sendemast verbessert Radioempfang

Seit heute strahlt der neue Funkturm bei Rostock-Krummendorf Digitalradio aus

1. September 2014, von
Der Sendemast Rostock-Toitenwinkel
Der Sendemast Rostock-Toitenwinkel

Seit heute kann in Rostock Digitalradio empfangen werden. Möglich macht dies der neue Sendemast, der in den letzten zehn Monaten bei Krummendorf von einem Tochterunternehmen der Deutschen Telekom errichtet wurde und heute Vormittag den letzten Sender in Betrieb genommen hat.

Die neue Antenne verspricht nicht nur rauschfreies Radio und eine größere Programmauswahl, sondern ist auch das höchste Bauwerk Rostocks. 245 Meter ragt die Stahlgitterkonstruktion, die mit drei Abspannseilen gehalten wird, in den Himmel. Diese Höhe sei erforderlich, damit der Sendemast sowohl die Stadt als auch das Umland gut mit Radioprogrammen versorgen kann, erklärt Thomas Huschke von der Firma Media Broadcast, die die Anlage betreibt. Das Empfangsgebiet reicht von Güstrow im Süden bis zum Ostseebad Wustrow auf dem Fischland. 600.000 Menschen können sich innerhalb dieser Reichweite einschalten. Sie deckt das Gebiet des Sendemastes in Marlow ab, der durch die neue Rostocker Anlage abgelöst wird.

Sendemast bei Krummendorf
Sendemast bei Krummendorf

Seit dem 5. August werden von Rostock schon die bisherigen zehn Programme (5 NDR, 2 Deutschlandfunk, Ostseewelle, Antenne MV und LOHRO) ausgestrahlt. Zur Freude der Radiohörer berichtet Elke Haferburg vom NDR Landesfunkhaus Mecklenburg-Vorpommern über die erste positive Resonanz. „Die schlechte Empfangbarkeit gehört nun der Vergangenheit an. Einen guten Radioempfang sind wir unseren Beitragszahlern schuldig“, sagt sie und erzählt, dass sich sogar schon Hörer von der dänischen Insel Møn gemeldet hätten.

Das sind allerdings Ausnahmen, erläutert Thomas Huschke. „Wir haben die komplizierteste UKW-Antenne Deutschlands gebaut, weil sie nicht übers Meer strahlen soll.“

Als Nebeneffekt des Umzugs von Marlow nach Rostock stehen nun sogar weitere Frequenzen zur Verfügung. Drei wurden bereits vergeben, eine weitere soll noch folgen, informiert Dr. Uwe Hornhauer von der Medienanstalt Mecklenburg-Vorpommern. „Das führt dazu, dass hier eine Radioanbieterdichte herrscht, die sonst nur in Großstädten wie Hamburg oder Berlin zu finden ist. Was den Hörer freut, wird den einen oder anderen schmerzen, da der Wettbewerb auf dem Markt, der hier nicht so groß ist, schwierig ist.“

Feierliche Inbetriebnahme des neuen Sendemastes mit Vertretern von Eigentümern, Betreibern und Kunden
Feierliche Inbetriebnahme des neuen Sendemastes mit Vertretern von Eigentümern, Betreibern und Kunden

Zu den UKW-Sendern kommen zusätzlich zwölf über Digitalradio bundesweit verbreitete öffentlich-rechtliche und private Programme hinzu, wenn die Hörer die entsprechenden DAB+ Empfangsgeräte besitzen. Bisher konnte in Mecklenburg-Vorpommern ausschließlich vom Standort Schwerin Digitalradio empfangen werden. Mit dem zusätzlichen Rostocker Standort ist möglich, dass auch auf weiten Strecken der Autobahn A20 Digitalradioprogramme über DAB+ zu hören sind.

Den „konsequenten Schritt in die Digitaltechnik“ begrüßt auch der Deutschlandfunk, der Zusatzdienste wie den Seewetterbericht überträgt und zum Jahresende die Langwelle abschalten wird, kündigt Dr. Chris Weck an.

Die heutige Inbetriebnahme soll allerdings nur ein Zwischenschritt sein. Im Betriebshaus unter dem Sendemast ist noch Platz für einen weiteren Ausbau. Noch sei nichts entschieden, derzeit werde jedoch analysiert, ob irgendwann private Sendeanstalten wie RTL, Pro Sieben oder Sat 1 in HD hier abgestrahlt werden, gewährt Media Broadcast einen Blick in die Zukunft.

Schlagwörter: Radio (4)

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1 Kommentar

  • b.liedtke sagt:

    Hallo, in Ihrem Überschwang sollten Sie nicht unter den Tisch fallen lassen, dass Sie versäumt haben, die Nutzer von Kabelfernsehen in Rostock zu informieren, dass die ausgestrahlte Sendeenergie die normale Abschirmung der Koaxialkabel (insbesondere im Bereich des ARD Kanalbereiches) durchschlägt und so keinen Empfang zuläßt. Erst eine kostspielige Umrüstung auf hochabgeschirmte Kabel brachte nach langfristiger eigener Recherche die Lösung.
    Schönen Dank für Ihre -Informationen- und besonders für die Übernahme der entstandenen Kosten in Höhe von über 50,- Euro! Soviel zu technischem Fortschritt.
    Mit unfreundlichen Grüßen
    B. Liedtke

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