Sternsinger bringen Segen ins Rathaus

Kinder der katholischen Kirche sammeln Spenden für arme Kinder in Indien

7. Januar 2018, von
Sternsinger werden am Tag der Heiligen drei Könige im Rostocker Rathaus empfangen.
Sternsinger werden am Tag der Heiligen drei Könige im Rostocker Rathaus empfangen.

Viele kleine Könige und Königinnen besuchten heute das Rostocker Rathaus. Für sie war es der Höhepunkt am Dreikönigstag. Bei den königlichen Hoheiten handelte es sich um Kinder der katholischen Kirche aus Rostock. Seit dem Vormittag waren sie als die Heiligen drei Könige Caspar, Melchior und Balthasar verkleidet singend durch die Stadt gezogen, um Spenden zu sammeln. Am Nachmittag beendeten sie ihre Sammlung im Rathaus, wo sie von Senator Dr. Chris Müller-von Wrycz Rekowski und Bürgerschaftspräsident Dr. Wolfgang Nitzsche zu Saft und Keksen eingeladen wurden.

Zuvor brachten sie mit den Segensworten des Pfarrers Dietmar Wellenbrock von der Pfarrei Herz Jesu das Kreidezeichen „*C+M+B+2018“ („Christus mansionem benedicat – Christus segne dieses Haus“) an die Türen zum Bürgerschaftsaal und zu den Büros des Oberbürgermeisters und des Präsidenten der Bürgerschaft stellvertretend für die ganze Stadt.

Den Segen kann das Büro des Oberbürgermeisters gut gebrauchen: Zur Zeit sei es eine Baustelle, zum zweiten Mal schon innerhalb nur kurzer Zeit, erzählt Senator Chris Müller-von Wrycz Rekowski.
Den Segen kann das Büro des Oberbürgermeisters gut gebrauchen: Zur Zeit sei es eine Baustelle, zum zweiten Mal schon innerhalb nur kurzer Zeit, erzählt Senator Chris Müller-von Wrycz Rekowski.

„Wir sind ganz modern und haben in diesem Jahr Aufkleber statt Kreide“, erläutert Wellenbrock die alte Tradition. Etwa 300 bis 400 Segen für das Jahr 2018 dürften auf diese Weise im Stadtgebiet und in umliegenden Gemeinden verteilt worden sein. „Viele haben sich dafür vorher auf eine Liste eintragen lassen und wurden dann gezielt besucht. Einige Nachbarn hätten sich aber auch spontan dazu entschieden“, erzählt der Pfarrer, der mit vier von insgesamt über 150 Kindern unterwegs war.

Christian, Gabriel, Maxim und Oscar besuchten mit Schwester Birgit mehrere Altersheime und sammelten schließlich auch von den Passanten auf der Kröpeliner Straße noch Spenden ein. „Mir macht es Spaß, weil man Kindern in anderen Ländern damit Gutes tut“, sagt der neunjährige Gabriel. Außerdem ist so ein Ausflug ohne Eltern auch ganz schön“, pflichtet sein Freund Christian ihm bei.

Christian, Gabriel, Maxim, Oscar und Schwester Birgit singen auf der Kröpeliner Straße und sammeln Spenden für Kinder in Indien.
Christian, Gabriel, Maxim, Oscar und Schwester Birgit singen auf der Kröpeliner Straße und sammeln Spenden für Kinder in Indien.

Sie erzählen, dass sie sich schon zuvor in ihrer Gemeinde mit dem Ziel der diesjährigen Spendensammlung intensiv beschäftigt haben. 2018 steht sie unter dem Motto „Segen bringen, Segen sein. Gemeinsam für Gottes Schöpfung. Gemeinsam gegen Kinderarbeit in Indien und weltweit.“ Das Beispielland Indien soll den Sternsingern die Lebenssituation von Kindern konkret näherbringen, Ursachen der Kinderarbeit als Folge von Armut und Not darstellen und die Bedeutung der Kinderrechte der Vereinten Nationen belegen.

Seit 1959 sammeln Sternsinger auf Initiative des Kindermissionswerks „Die Sternsinger“ e.V. und des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend Geld für Solidaritätsprojekte in Afrika, Lateinamerika, Asien, Ozeanien und Osteuropa.

An der mittlerweile weltweit größten Solidaritätsaktion beteiligten sich allein im Jahr 2017 etwa 330.000 Sternsinger und ungefähr 90.000 Begleiterinnen und Begleiter in 11.075 Pfarrgemeinden, Kindertagesstätten und Schulen. Sie sammelten dabei rund 46,5 Millionen Euro. So konnten etwa 2.100 Hilfsprojekte in 112 Ländern mit einer Gesamt-Fördersumme von 71 Mio. Euro unterstützt und weltweit 30 Millionen Kinder und Jugendliche erreicht werden. In Mecklenburg-Vorpommern sammelten 2017 etwa 1.000 Kinder im Rahmen der Sternsinger-Aktion insgesamt 132.000 Euro.

Schlagwörter: Christuskirche (2)Rathaus (89)Sternsinger (5)

Das könnte dich auch interessieren:

Hinterlasse einen öffentlichen Kommentar

Hiermit stimme ich der Veröffentlichung meines Kommentars sowie der Speicherung und Verarbeitung meiner Daten incl. meiner IP-Adresse gemäß der Datenschutzerklärung zu.