Stubnitz geht nicht fremd - Heimathafen bleibt Rostock

Bremen möchte mit dem Rostocker Kultur- und Partyschiff sein Veranstaltungsprofil entwickeln

18. Juni 2012, von
Stubnitz im Stadthafen Rostock (Archiv)
Stubnitz im Stadthafen Rostock (Archiv)

Entwarnung: Der Heimathafen der Stubnitz bleibt Rostock, so die Aussage des Stubnitz-Geschäftsführers Urs Blaser. Zweifel daran kamen auf, nachdem bekannt wurde, dass sich die Bremer Bürgerschaft mit der Frage beschäftigte, „Bremen zum Heimathafen der MS Stubnitz zu machen“, wie es in einer Anfrage an den Senat formuliert wurde. „Heimathafen“ sei jedoch ein irreführendes Wort, dementierte Urs Blaser. Es gehe lediglich um einen temporären Liegeplatz in der Hansestadt an der Weser.

Im April und Mai war das ehemalige Kühlschiff der DDR-Fischereiflotte, das seit zwanzig Jahren als Kultur- und Partyschiff verschiedene Häfen Nordeuropas anläuft, zum ersten Mal in Bremen. Den Aufenthalt der Stubnitz im Weserquartier der Überseestadt Bremens bewerteten sowohl die Crew als auch die Hansestadt positiv. Das Interesse Bremens äußert sich in der Antwort des Senats auf die Anfrage. Hier heißt es: „Für den Fall, dass Bremen neuer Heimathafen der MS Stubnitz würde, könnte das Kultur- und Veranstaltungsprogramm Bremens erweitert werden und somit die Stadt einen weiteren Veranstaltungsort gewinnen.“

Doch glaubt man dem Stubnitz-Chef müssen die Bremer ihre Vokabeln anders wählen. Bremen sei wie auch Hamburg und Rostock einer von drei wichtigen Anlaufmöglichkeiten an der deutschen Küste, die die Existenzbasis des Kulturprojektes Stubnitz gewährleisten sollen, so Urs Blaser. Die Mischung aus Veranstaltungen in Rostock und in anderen Hafenstädten sei bisher eine gute Formel gewesen.

Konzert auf der Stubnitz (Archiv)
Konzert auf der Stubnitz (Archiv)

Es sei auch kein Geheimnis, dass mit den Aktivitäten in Rostock allein das Schiff nicht zu halten ist. Die Frage, ob die Stubnitz den Standort Rostock als Heimathafen aufgeben solle, stelle sich derzeit für den Eigner- und den Betreiberverein, deren Mitglieder mehrheitlich aus Rostock stammen, dennoch nicht. Der finanzielle und ideelle Rückhalt der Rostocker überzeugt. Mit 103.900 Euro wurde das Schiff allein im letzten Jahr von unserer Hansestadt gefördert.

„Dieses Schiff ist sehr teuer. Ich habe Verständnis dafür, dass die Stubnitz schaut, wo sie weitere Förderung bekommt“, sagt Rostocks Kultursenatorin Dr. Liane Melzer.

Oberbürgermeister Roland Methling fürchtet jedoch ein „Fremdgehen“. „Die Stubnitz ist ein tolles alternatives Kulturangebot mit internationaler Ausstrahlungskraft, das zusätzlich auch Menschen nach Rostock lockt. Sie gehört zu uns und es ist auch gut, dass sie sich in der Welt umschaut“, würdigt er die Arbeit der Crew, die bereits mit dem Rostocker Kulturpreis ausgezeichnet wurde. Dennoch kritisiert er: „Auch die Stubnitz sollte darauf achten, dass solche Diskussionen gar nicht erst immer wieder aufkommen.“

Abgesehen vom Unterhalt des Schiffes selbst, wird die Crew aber auch von den Liegeplatzbedingungen in den Häfen immer wieder vor Herausforderungen gestellt. Der Tiefgang, den das Großschiff braucht, ist nicht immer gegeben. Auch für Rostock befürchtet Urs Blaser, dass es in zwei bis drei Jahren vielleicht nicht mehr möglich sei, in den Stadthafen zu fahren.

Derzeit befindet sich die Stubnitz in Wilhelmshafen. Zu den Olympischen Spielen will sie nach London reisen. Wann sie wieder nach Rostock kommt, ist noch unklar.

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1 Kommentar

  • Franke sagt:

    ich bin 1988/89 auf der stubnitz gefahren – es war mein letztes schiff – bevor die DDR dem grundgesetz der BRD beigetreten ist.
    rostock hat schon die GREIF verloren (oder wollte es nicht)
    weitere stolze schiffe gingen der stadt verloren – darum muss die stubnitz für rostock erhalten bleiben

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