Warnung vor leichter Ostsee-Sturmflut am Mittwoch

An der Ostseeküste muss am 3. und 4. Januar 2024 mit einem leichtem Sturmhochwasser und Wasserständen von einem Meter über dem mittleren Wasserstand gerechnet werden.

2. Januar 2024, von
Sturmflutwarnung für die Ostsee am 3. Januar 2024 (Foto: Archiv)
Sturmflutwarnung für die Ostsee am 3. Januar 2024 (Foto: Archiv)

Von Mittwoch früh bis Donnerstag Nachmittag (3./4. Januar 2024) muss an großen Teilen der deutschen Ostseeküste mit einer leichten Sturmflut gerechnet werden. Im Bereich Rostock sind Höchstwerte von etwas mehr als einem Meter über dem mittleren Wasserstand zu erwarten.

Sturmflutwarnung für die Ostseeküste

Das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) hat eine Sturmflutwarnung für die deutsche Ostseeküste herausgegeben. In Flensburg werden bereits in der kommenden Nacht Wasserstände von bis zu 1,2 Metern über dem mittleren Wasserstand erwartet. In der Kieler Bucht, der Lübecker Bucht und westlich Rügens, wozu auch Rostock zählt, können im Laufe des Mittwochs Wasserstände um einen Meter über dem mittleren Wasserstand erreicht werden.

Östlich von Rügen sollen die Höchstwerte etwas geringerer ausfallen, hier wird mit Wasserständen von bis zu 85 Zentimetern über dem mittleren Wasserstand gerechnet.

Warnemünde: Wasserstand von einem Meter über dem Mittel erwartet

Nach den aktuellen Modellprognosen des BSH wird für die Pegelstation Warnemünde mit einem Wasserstand von gut einem Meter über Normalmittelwasser (NMW) gerechnet. Die Höchststände werden am Donnerstag gegen Mittag/Nachmittag erwartet. Es muss jedoch von Mittwochmorgen bis Donnerstagabend mit Pegelständen von mehr als 75 Zentimetern über dem NMW ausgegangen werden.

An der Pegelstation Unterwarnow am Rostocker Mühlendamm sind nach den aktuellen Modellprognosen auch am Donnerstag noch Werte von mehr als einem Meter über dem Mittel möglich. An dieser Station sind lt. BSH jedoch größere Abweichungen der Prognose möglich.

Mit weniger als 125 Zentimetern über NMW bleibt es voraussichtlich bei einem leichten Hochwasser der untersten Kategorie. Schiffe und Boote sollten gesichert, tiefer liegende Parkplätze in Wassernähe nicht genutzt werden. Mit größeren Schäden ist jedoch nicht zu rechnen. Zum Vergleich: Die Anfang 2020 am Südende des Alten Stroms in Warnemünde in Betrieb genommene neue Sturmflutschutzwand soll das Seebad vor Hochwasserständen von bis zu 2,50 Meter schützen.

Wasserstände und Sturmflutkategorien an der Ostsee – von leicht bis sehr schwer

Ab einem Wasserstand von einem Meter über dem Normalmittelwasser spricht man an der Ostsee von einer Sturmflut. Eigentlich müsste man von einem Sturmhochwasser sprechen, da die Gezeiten am Binnenmeer Ostsee kaum eine Rolle spielen und es weder Ebbe noch Flut gibt. Der Begriff Sturmflut hat sich jedoch auch für die Ostsee durchgesetzt und das BSH gibt Sturmflutwarnungen heraus.

  • leichte Sturmflut ab 1,00 Meter über NMW
  • mittlere Sturmflut ab 1,25 Meter über NMW
  • schwere Sturmflut ab 1,50 Meter über NMW
  • sehr schwere Sturmflut ab 2,00 Meter über NMW

„Jahrtausendflut“ 1872 – schwerste Sturmflut in Warnemünde

Der höchste bekannte Pegel wurde in Warnemünde am 13. November 1872 gemessen. Bei der „Jahrtausendflut“ stieg das Wasser im Seebad auf 2,71 Meter über dem Normalwert. Die letzte schwere Sturmflut gab es in Rostock am 2. Januar 2019, als Sturmtief Zeetje für Verkehrsbehinderungen und vollgelaufene Keller in der Hansestadt sorgte. Im Warnemünde wurden Pegelstände von 1,67 Meter über NMW gemessen, Strand und Westmole wurden vom Wasser überspült.

Links:

Video vom Hochwasser am 4. Januar 2024 am Fähranleger in Warnemünde:

Video vom Hochwasser am 4. Januar 2024 in Rostock-Gehlsdorf:

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