Das Theater am Ring präsentiert „Hamlet“

Shakespeare-Premieren am Samstag und Montag an der Bühne 602

16. November 2010, von
Jan Willert, Simon Große als Hamlet und Torsten Malter
Jan Willert, Simon Große als Hamlet und Torsten Malter

„Sein oder Nichtsein, das ist hier die Frage“ – an diese großen Dichterworte hat sich jetzt auch das Theater am Ring gewagt. Am Wochenende feiert seine Version von Shakespeares Hamlet an der Bühne 602 Premiere.

Die Tragödie vom dänischen Prinzen, der den Mord seines Vaters aufklären will, ist nicht das erste Stück des berühmten englischen Dramatikers und Dichters, welches von der freien Theatergruppe inszeniert wird. In den letzten 20 Jahren, so lange gibt es das Theater am Ring schon, brachte sie bereits Shakespeares „Romeo und Julia“ und „Was ihr wollt“ auf die Bühne.

Für das nächste Jahr ist die Komödie „Ein Sommernachtstraum“ geplant. Und auch der Hamlet ist nicht wirklich neu. Bereits vor einigen Jahren beschäftigte sich das Theater am Ring im „Hamletsyndrom“ mit dem klassischen Stoff und versetzte ihn in unsere Zeit.

Daniel Kösling als Laertes und Ulrike Stolle als Ophelia
Daniel Kösling als Laertes und Ulrike Stolle als Ophelia

Dennoch ist das Theater am Ring keine Rostocker Shakespeare Company, denn auch andere Stücke befinden sich in seinem Repertoire, vor allem viele klassische. „Wir wollen, dass junge Leute an Klassiker herangeführt werden“, erklärt Ensemblemitglied Karsten Schuldt die Auswahl.

„Als Lehrer merkt man, wie wenig Interesse da ist, sich mit Theaterstücken oder überhaupt mit Literatur auseinanderzusetzen,“ bedauert der 27-Jährige.

Dass der Name der alten Theaterstücke schon etwas Staub angesetzt haben könnte, schreckt den Laiendarsteller, der auch einen Jugendtheaterclub am Volkstheater leitet, nicht ab: „Wenn man sich Klassiker vornimmt und sie vielleicht auch selbst ein wenig modernisiert, kann man viel rausholen und zeigen, wie modern das Alte sein kann.“

in der Mitte Karsten Schuldt als König Claudius
in der Mitte Karsten Schuldt als König Claudius

Die aktuelle Inszenierung des Hamlets sei eher klassisch und nah am Text. „Wir versuchen die teils düstere Stimmung von Hamlet darzustellen und trotzdem das Stück mit ein wenig Humor und Unterhaltung zu würzen,“ kündigt Karsten Schuldt an, der selbst die Rolle des Claudius‘ übernommen hat.

Hamletinszenierungen gab es, seit die Tragödie 1602 erschienen ist, ja schon viele. Der ein oder andere hat das Stück vielleicht auch schon einmal auf der Bühne oder im Film gesehen. Trotzdem beansprucht auch die Rostocker 2010-Version Einzigartigkeit für sich.

Thomas Linke und Martin Pfannenstiel als Rosenkranz und Güldenstern
Thomas Linke und Martin Pfannenstiel als Rosenkranz und Güldenstern

„Wir versuchen den klassischen Text auf unsere Art auszulegen und gerade nicht nachzumachen, was in anderen Inszenierungen schon war,“ macht Karsten Schuldt neugierig. „Wir wollen eine Atmosphäre schaffen, die das Publikum mit in die Szenerie hineinzieht. Es soll verstehen, warum Hamlet so verrückt wird.“

Mehr als zwanzig Personen – Studenten, Auszubildende und junge Berufstätige – sind auf und neben der Bühne an der Inszenierung beteiligt. Mit zwei Besetzungen haben sie sich in den letzten beiden Monaten auf die Premiere von Hamlet am Wochenende vorbereitet.

Jeweils am 20. und 22. November führen sie die Tragödie zum ersten Mal auf. Beide Vorstellungen beginnen um 20 Uhr an der Bühne 602. Ein weiteres Mal ist Hamlet dort am 4. Dezember zu sehen.

In der Aula des Erasmusgymnasiums in Lütten Klein wird es am 3. und 10. Dezember jeweils um 19 Uhr Aufführungen geben.

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