Verdi-Warnstreik bei der RSAG

Die Gewerkschaft ver.di hat für morgen zu einem Warnstreik beim Nahverkehr in Mecklenburg-Vorpommern aufgerufen – in Rostock ist der komplette Bus- und Straßenbahnverkehr betroffen

15. Januar 2020, von
Verdi-Warnstreik bei der RSAG am 16. Januar 2020 (Foto: Archiv)
Verdi-Warnstreik bei der RSAG am 16. Januar 2020 (Foto: Archiv)

Der Öffentliche Nahverkehr in der Hansestadt Rostock wird morgen früh weitgehend lahmgelegt. Busse und Straßenbahnen bleiben bis zum Vormittag in den Depots. Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di Nord) hat für den 16. Januar 2020 in Mecklenburg-Vorpommern zu landesweiten Warnstreiks im Bus- und Straßenbahnverkehr aufgerufen.

Die Rostocker Straßenbahn AG (RSAG) wird morgen voraussichtlich von Betriebsbeginn (circa 3 Uhr) bis etwa 10 Uhr vom Streik betroffen sein. Während dieser Zeit entfallen sämtliche Fahrten auf allen Bus- und Straßenbahnlinien, wie die RSAG heute Morgen bekanntgegeben hat. Auch nach Streikende sei noch mit Behinderungen zu rechnen, bis alle Busse und Straßenbahnen wieder fahrplanmäßig verkehren, teilt das Unternehmen mit. Aktuelle Informationen gibt es auf der RSAG-Homepage, bei Twitter sowie über das Servicetelefon unter 0381/802 1900.

S-Bahnen und Regionalzüge der Deutschen Bahn sind laut RSAG ebenso wenig vom Streik betroffen wie die Fähren zwischen Warnemünde und Hohe Düne sowie Kabutzenhof und Gehlsdorf. Dies gilt auch für Regionalbahnen mit RSAG-Personal, da diese Mitarbeiter nach einem anderen Tarif bezahlt werden.

Bei Rebus kommt es morgen im Landkreis und der Hansestadt Rostock ebenfalls zu Störungen im Betriebsablauf. Ob und welche Linien verkehren, steht noch nicht fest.

Das Bildungsministerium M-V weist darauf hin, dass Schüler, die für ihren Schulweg auf Busse oder Straßenbahnen angewiesen sind, entschuldigt sind, wenn diese nicht fahren. Der Unterricht in den Schulen findet statt.

Landesweit werden voraussichtlich rund 900 Arbeitnehmer dem Streikaufruf der Gewerkschaft folgen, erklärt Verdi-Verhandlungsführer Karl-Heinz Pliete. Die Gewerkschaft fordert für die etwa 1.700 Beschäftigten des öffentlichen Nahverkehrs in Mecklenburg-Vorpommern eine Erhöhung der Löhne und Gehälter um 2,06 Euro pro Stunde sowie eine zusätzliche monatliche Pauschale von 100 Euro pro Beschäftigten. Eine ambitionierte Forderung, bestätigt Pliete, allerdings seien die Lebenshaltungskosten der Arbeitnehmer in Mecklenburg-Vorpommern kaum geringer als etwa in Schleswig-Holstein, wo die Busfahrer rund 250 Euro pro Monat mehr verdienen. Der Einmalbetrag soll insbesondere diese Lohnunterschiede verringern.

Der Kommunale Arbeitgeberverband Mecklenburg-Vorpommern beziffert die Steigerung der Gesamtpersonalkosten aufgrund der Verdi-Forderungen mit rund 15 Prozent. Für die Arbeitgeberseite ist die Forderung „wirtschaftlich nicht tragbar und würde Fahrpreiserhöhungen, Angebotseinschränkungen und Restrukturierungsmaßnahmen zur Folge haben“. Die RSAG geht von etwa 4,4 Mio. Euro Mehrkosten im Jahr aus.

Die Tarifverhandlungen haben am 17. Dezember 2019 begonnen. Bisher, so Pliete, gibt es von der Arbeitgeberseite nur ein Angebot über eine Einmalzahlung von 700 Euro, in vier Quartalsbeträgen von je 175 Euro. „Das reicht nicht im Mindesten“, erklärt der Gewerkschafter, zumal dieser Einmalbetrag nach dem Jahresende nicht in die Tariftabellen eingehen würde.

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