Premiere von „Pippi Langstrumpf“ in der Halle 207

Astrid Lindgrens Kinderbuchklassiker im Volkstheater Rostock

21. Juli 2011, von
Pippi Langstrumpf - das stärkste Mädchen der Welt
Pippi Langstrumpf - das stärkste Mädchen der Welt

„Zwei mal drei macht vier, widdewiddewitt und drei macht neune, ich mach mir die Welt, widdewidde wie sie mir gefällt“ – diese Zeilen sind wohl auf der ganzen Welt, wenn auch in unterschiedlichen Sprachen bekannt. Und auch wenn Astrid Lindgrens Geschichte um Pippilotta Viktualia Rollgardina Pfefferminza Ephraimstochter Langstrumpf schon vor über 60 Jahren entstand, bringt sie auch heute noch Kinder zum Staunen. Kein Wunder, denn wer lebt sonst schon alleine in einem großen Haus, nur mit einem Pferd und einem Affen oder hat einen Seeräuber als Vater?

Pippi auf dem Jahrmarkt
Pippi auf dem Jahrmarkt

In Zusammenarbeit mit dem Volkstheater Rostock führt das Mecklenburgische Landestheater Parchim unter der Regie von Thomas Ott-Albrecht gerade die Geschichte der neunjährigen Pippi in Rostock auf.

Zur Premiere haben sich viele Kinder mit ihren Eltern in der Halle 207 eingefunden. Bereits nach dem ersten Gong warten alle schon gespannt, was auf der Bühne gleich passieren wird. Wenn man genau hinsieht, kann man bereits Herrn Nilsson entdecken, der hinter dem Dachfenster der Villa Kunterbunt hervor lugt. Das Licht geht aus und die typische Melodie des Pippi Langstrumpf-Liedes ertönt. Hauptdarstellerin Jenny Maria Meyer tanzt in die Kulisse und singt die berühmten Verse. Zu ihr gesellen sich Herr Nilsson, ein Plüschaffe und ein Apfelschimmel, in dem zwei Schauspieler stecken.

Die strenge Frau Prysselius will Pippi in ein Kinderheim stecken
Die strenge Frau Prysselius will Pippi in ein Kinderheim stecken

Die für Erwachsene altbekannte Geschichte setzt sich fort. Pippi lernt ihre Nachbarn Thomas und Annika kennen und erzählt ihnen von ihren meist wohl erfundenen Abenteuern auf hoher See. Neben ihren unglaublichen Geschichten ist die Piratentochter vor allem für ihre Auflehnung gegen die Erwachsenen bekannt.

Das zeigt sie gleich in der nächsten Szene, beim Auftritt von Frau Prysselius, der Vorsitzenden des Waisenrates. Die möchte Pippi nämlich in ein Kinderheim schicken. Doch das lässt sich die freiheitsliebende Neunjährige nicht gefallen und treibt die „Prüsseliese“, wie sie sie nennt, zur Weißglut. Später auf dem Jahrmarkt beweist sie der Frau und ihren beiden Freunden dann, dass sie gut auf sich selbst aufpassen kann, weil sie das stärkste Mädchen der Welt ist. Mit Leichtigkeit schlägt sie den muskulösen Ringer Adolf, der 200 Kilogramm stemmen kann.

Pippis Vater und die Mannschaft der Hoppetosse auf Landgang
Pippis Vater und die Mannschaft der Hoppetosse auf Landgang

Bei der Kulisse hat sich das Landestheater offensichtlich viel Mühe gegeben. Die Villa Kunterbunt hat sogar eine Veranda – auf der natürlich das Pferd steht – und ist vorne schlicht und etwas windschief, dafür aber innen aufwendig bemalt. In den Nachtszenen leuchten außerdem kleine Sterne über und neben der Bühne und das am Ende auftauchende Piratenschiff ist ebenso mit Liebe zum Detail gestaltet.

Und auch die Schauspieler legen sich richtig ins Zeug, um ihre kleinen Zuschauer glücklich zu machen. Nicht nur die Pippi-Darstellung von Jenny Maria Meyer – mit ihrem verschmitzt frechem Lachen und den typisch-akrobatischen Darbietungen – sondern auch Annette Straubes Verkörperung der prinzipientreuen Frau Prysselius und der konservativen Lehrerin ist großartig.

Für einen kurzen Moment als Pirat fühlen: Janno Pochstein vor der "Hoppetosse"
Für einen kurzen Moment als Pirat fühlen: Janno Pochstein vor der "Hoppetosse"

Am Ende des Stücks wird Pippis sehnlichster Wunsch erfüllt, die Rückkehr ihres Vaters erfüllt. Und alle, bis auf Frau Prysselius, tanzen ausgelassen auf der Bühne. Danach gibt es für die Darsteller einen tosenden Applaus mit klatschenden Händen und stampfenden Füßen.

Auch Janno Pochstein, der mit seiner Mutter und seiner kleinen Schwester das Stück gesehen hat, ist begeistert. Er kannte Pippi schon vorher „aus dem Kinderkanal und vom Computer“. Welche der vielen Rollen ihm am besten gefallen hat? „Der Pirat. Nein, das Pferd!“, ruft der achtjährige Rostocker. In der Halle 207 hat er vorher schon einmal ein Theaterstück gesehen: In 80 Tagen um die Welt. „Da war ich gleich zwei Mal“, berichtet er. Auch „Pippi Langstrumpf“ wäre sicherlich einen zweiten Besuch wert.

Die nächsten Vorstellungen sind am 22. Juli um 10 Uhr sowie am 23. und 24. Juli jeweils um 11 Uhr in der Halle 207 der ehemaligen Neptunwerft.

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