„In 80 Tagen um die Welt“ im VTR

Uraufführung des Jule Verne Klassikers in der Halle 207 des Volkstheaters Rostock

25. Juni 2010, von
„In 80 Tagen um die Welt“ im Volkstheater Rostock
„In 80 Tagen um die Welt“ im Volkstheater Rostock

Eine Reise um die Welt – was der englische Gentleman Phileas Fogg in 80 Tagen schaffen will, das zeigt das Volkstheater in 75 Minuten.

So wird es zumindest angekündigt. Ob beide ihren Zeitplan auch einhalten? Bei der Premiere des Theaterstücks nach der Vorlage des Jule Verne Klassikers hatte ich Gelegenheit das nachzuprüfen.

Jules Vernes „In 80 Tagen um die Welt“ in der Halle 207 in Rostock
Jules Vernes „In 80 Tagen um die Welt“ in der Halle 207 in Rostock

9:49 Uhr – vor dem Theater, der Halle 207 auf dem ehemaligen Gelände der Neptunwerft, hat sich bereits das Publikum bei schönstem Sommerwetter versammelt. Meist Schulklassen, die nun schön ordentlich in Reihen das Theater betreten.

Schlag 10 Uhr – jetzt soll die Vorführung eigentlich losgehen. Aber es haben immer noch nicht alle Zuschauer ihre Plätze eingenommen. Der Beginn verzögert sich um zwei Minuten.

Für Phileas Fogg, einem Verfechter der britischen Pünktlichkeit und mathematischen Präzision wäre diese Verspätung unverzeihlich. Bei der Einführung der Figuren erfährt das Publikum, dass wegen einer ähnlichen Ungenauigkeit sein alter Diener seine Stellung verloren hat. Nun tritt Passepartout den Dienst bei dem reichen Gentleman an und wird auch prompt in ein waghalsiges Abenteuer verwickelt. Mit den Mitgliedern des Londoner Reformclubs wettet Phileas Fogg nämlich um sein halbes Vermögen, dass es ihm gelingt, in 80 Tagen um die Welt zu reisen.

„In 80 Tagen um die Welt“
„In 80 Tagen um die Welt“
Um 10:15 Uhr Rostocker Ortszeit beginnt der Wettlauf gegen die Zeit mit der Abfahrt in London. Die Reise führt die beiden mit den unterschiedlichsten Transportmitteln über verschiedene Stationen in Europa, Afrika, Asien und Amerika. Einmal rund um den Globus geht es – wo sie gerade sind, zeigen Lichter auf einer Weltkarte über der Bühne.

Doch der Plan gerät in Gefahr. Denn sie werden verfolgt von dem Geheimagenten Fix. Der glaubt, mit Phileas Fogg einen gesuchten Bankräuber zu verfolgen und versucht ihn festzusetzen.

Ob es ihm gelingt und ob Phileas Fogg, den scheinbar nichts aus der Ruhe bringen kann, doch noch sein Herz für die indische Prinzessin Auoda öffnet, die er vom Scheiterhaufen gerettet hat – das können Interessierte noch bis zum 2. September im Sommerprogramm des Rostocker Volkstheater erleben.

Cylina, Jil, Karen, Anni und Kiara von der Christophorusschule Rostock
Cylina, Jil, Karen, Anni und Kiara von der Christophorusschule Rostock

Das Premierenpublikum war jedenfalls von der Vorstellung angetan und spendete um 11:26 Uhr kräftigen Applaus.

Es hätte allerdings noch mehr wohlverdienten Beifall für das Volkstheaterteam geben können. Einige Klassen jedoch mussten eilig die Halle 207 verlassen, um pünktlich ihren Bus zur Heimreise zu bekommen. Ja – das Volkstheater hatte überzogen und lag mit elf Minuten über der Zeit.

„In 80 Tagen um die Welt“ am VTR
„In 80 Tagen um die Welt“ am VTR

Allerdings eine schöne Zeit fanden auch Cylina, Jil, Karen, Anni und Kiara von der Christophorusschule in Rostock. „Sehr gut“, rufen die zehnjährigen Mädchen einstimmig auf die Frage, wie es ihnen gefallen hat. Besonders beeindruckt waren sie von der rasanten Rodelfahrt, bei der Zeitraffung und Zeitlupe lustige Effekte erzeugten. „Toll“ fanden sie auch die verzaubernden Lichteffekte, die sie in fremde Welten entführten.

Mit einer Abenteuergeschichte Kindern eine andere Zeit und eine andere Welt näher zu bringen, das liegt auch in der Absicht des Regisseurs Tim Heilmann. Bereits seit sieben Jahren inszeniert er Stücke für junge Theaterbesucher.

Tim Heilmann
Tim Heilmann

„Kinder haben einen besonderen Seismografen für jeden Fehler. Sie sind sehr konzentriert. Daher ist der Rhythmus sehr wichtig“, sagt er über die Herausforderungen für dieses besondere Publikum. Bei Jule Vernes Klassiker „In 80 Tagen um die Welt“ war es ihm ein Anliegen, den jungen Zuschauern Werte zu vermitteln, wie das Füreinander-Einstehen und den Mut, Gefahren zu bestehen. „Ich finde es wichtig, über das Miteinander von Menschen zu erzählen“, unterstreicht der Regisseur: „Kein Mensch will doch allein durch die Welt gehen.“

Die Fassung von Tim Heilmann ist daher für alle „großen und kleinen Reiselustigen“ ab 5 Jahren gedacht.

Fotos 1, 3 und 5: Dorit Gätjen, VTR

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