„War das jetzt schon Sex?“

One-Man-Show nach dem Buch von Stefan Schwarz begeistert Publikum in der Kleinen Komödie Warnemünde

9. Oktober 2010, von
Lutz_Leyh
Lutz_Leyh

Was würdet Ihr machen, wenn Ihr nach Hause kommt und Euer Partner ist nicht da? Doch nicht nur das. Stellt Euch weiter vor, Euer ganzes Wohnzimmer ist voller fremder Leute! Der Protagonist in „War das jetzt schon Sex?“, öffnet die Whiskey-Flasche und beginnt, von seinem Eheleben zu erzählen.

Das Theaterstück, welches auf dem gleichnamigen Buch von Stefan Schwarz beruht, ist eine Koproduktion des Mecklenburgischen Landestheaters Parchim und des Volkstheaters Rostock. Die Bearbeitung für die Bühne wurde von Peter Kube und Katja Mickan vorgenommen. Denn im Gegensatz zur Buchversion, die eine Sammlung von Kolumnen ist, wurde die Bühnenfassung um eine Rahmenhandlung ergänzt.

Lutz Leyhin „War das jetzt schon Sex?“
Lutz Leyhin „War das jetzt schon Sex?“

Ein Mann kommt mit einer Rose im Mund nach Hause, um sich bei seiner Frau zu entschuldigen. Er hat vorgeschlagen, einen Heimtrainer zu kaufen, um den „Unebenheiten“ an den Schenkeln seiner Frau entgegenzuwirken. Woraufhin sie nur erwidert: „Wenn du was Knackiges willst, dann such dir doch ne Bockwurst!“

Der Mann, der auch wie der Autor des Buches Schwarz heißt, erzählt dem Publikum daraufhin viele Geschichten über die zwischengeschlechtliche Kommunikation und über Probleme, die dabei auftreten. So geht es, ohne zu viel zu verraten, um die Schwiegereltern, um Kinder und Katzen als Sexualhemmstoffe und auch um lange Unterhosen.

Getragen wird das Stück von Lutz Leyh, der die Rolle des gehörnten Ehemanns sehr überzeugend spielt. Es ist ein wahres Vergnügen, ihm zuzuschauen, wie er auf der Bühne trinkt und tanzt, isst und sogar raucht. Die One-Man-Show wird nur durch das Klingeln des Telefons unterbrochen. Es ist jedoch nicht seine Frau, die auf den Anrufbeantworter spricht, sondern ein Versicherungsvertreter.

Lutz Leyh mit Leberwurstbrot
Lutz Leyh mit Leberwurstbrot

Der Schauspieler bezieht auch das Publikum mit ein, fragt, ob es den Herren im Publikum schon mal ähnlich ergangen ist, und wandert zwischendrin auch einfach mal an die Tische. Das ist nämlich das Besondere an der Kleinen Komödie Warnemünde: Die Zuschauer sitzen an kleinen Tischen und so bekommt der Theaterbesuch eine sehr entspannte Atmosphäre.

Es kann bequem nebenbei Wein oder Bier getrunken werden, wie es auch viele Besucher machten. Das Publikum setzte sich, anders als noch bei der Lesung im Literaturhaus, aus ungefähr gleich vielen Männern und Frauen zusammen.

Herr Beese und Frau Freitag
Herr Beese und Frau Freitag

Es waren auch viele Paare im Publikum auszumachen, so auch Frau Freitag und Heer Beese. Sie berichteten mir nach der Premiere, dass sie vorher noch nichts von Stefan Schwarz gelesen hatten.

Das Paar macht einmal die Woche einen Kulturabend und da bot sich die Premiere eben sehr gut an. „Das Stück war sehr aus dem Leben gegriffen. Es war dadurch amüsant, dass man sich viel zu oft wiedererkannt hat, aber wenn man darüber nicht mal lachen kann, dann ist man schon arm dran“, erzählten die beiden. Und so muss es wohl auch der Rest der Zuschauer gesehen haben, denn es gab am Ende der Vorstellung viel Applaus und grinsende Gesichter zu verzeichnen.

Kleine Komödie Warnemünde
Kleine Komödie Warnemünde

War das Stück nun also schon Sex? Ich glaube nicht. Wer jedoch wissen will, ob Frau Schwarz am Ende wieder nach Hause kommt und ob es dann eine nicht ganz jugendfreie Versöhnung gibt, der muss schon selbst nach Warnemünde fahren und sich dort eine der nächsten Vorstellungen anschauen.

Die nächsten Vorstellungen gibt es am 23., 24. und 28. Oktober in der Kleinen Komödie Warnemünde.

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