
Nach einem kräftigen Regen am 22. und 23. Juli 2011 bei dem 111 Liter pro Quadratmeter (fast das Doppelte des normalen Niederschlags eines Tages) herunterprasselten, war das Informationszentrum so in Mitleidenschaft gezogen worden, dass es umfangreich erneuert werden musste. Während der Sanierungsarbeiten offenbarte sich neben dem Wasserschaden noch ein weiteres Übel: Schwammbefall.
Nachdem das Haus entkernt, die Holzbalken ausgetauscht, die Wände teilweise neu gemauert und eine Deckenheizung eingebaut wurde, glänzt das Informationszentrum wieder. Und nicht nur dass, es ist nun auch barrierefrei und entspricht aktuellen energetischen und technischen Anforderungen. An Sonnentagen kann es sich dank seiner neuen Solarthermieanlage komplett versorgen, erklärt Hausherr Jörg Westphal, Leiter des Informationszentrums.
Mehr Fläche für die kleine Ausstellung und Vorträge, für die nun auch ein modernes Multi-Touch-Display zum Einsatz kommen kann, sowie ein Empfangsbereich sollen es für Besucher noch attraktiver machen. Später soll auch noch das Rettungsboot Marie-Luise Rendte, das im Dezember außer Dienst gestellt wurde, als Anschauungsobjekt vor dem Gebäude platziert werden, kündigt Jörg Westphal an und hofft, „dass wir erfolgreich für die Seenotretter da sein können. Wir werden zusätzlich Veranstaltungen anbieten, die früher nicht möglich waren.“
Die finanziellen Mittel für den Umbau stammen von einem Ehepaar aus Mönchengladbach, das die DGzRS in ihrem Nachlass bedacht hat mit dem speziellen Wunsch, damit ein Projekt der Öffentlichkeitsarbeit zu fördern.
Die ist für die Seenotretter, wie sich die DGzRS der Einfachheit wegen auch nennt, nicht zuletzt auch deshalb wichtig, um für ihre Arbeit Geld zu sammeln, finanzieren sie sich doch ausschließlich durch freiwillige Zuwendungen und ohne Steuergelder.

Um auf dem neuesten Stand der Technik zu sein, kauft die DGzRS jedes Jahr zwei Schiffe. Jährlich müssten etwa 20 Millionen Euro aufgebracht werden. Einiges dürfte sich auch in den kleinen rot-weißen Spendenbooten angesammelt haben, für die die DGzRS bekannt ist.
Insgesamt 60 Seenotkreuzer und Rettungsboote auf 54 Stationen zwischen Borkum und Usedom sind in den deutschen Gebieten der Nord- und Ostsee im Einsatz, wo die DGzRS den maritimen Such- und Rettungsdienst übernimmt. 180 angestellte und rund 800 freiwillige Seenotretter fahren Jahr für Jahr mehr als 2.000 Einsätze. Seit Gründung der DGzRS 1865 haben ihre Besatzungen mehr als 80.000 Menschen aus Seenot gerettet.
Für den Einsatz in Warnemünde ist seit 2003 nur wenige Meter vom Informationszentrum entfernt der 27,5-Meter große Seenotkreuzer Arkona stationiert.
Veranstaltungen:
Filmvortrag für Kinder über die Arbeit der Seenotretter mit anschließender Besichtigung des Seenotkreuzers ARKONA:
- Mi 26.06.2013, 15.00 Uhr, Seenotretterinformationszentrum (Am Leuchtturm 1)
Eröffnungsveranstaltung zum 100. Todestag von Stephan Jantzen am 19.07.2013:
- Fr 19.07.2013, Kirche Warnemünde