Wir sind Urlaubsland – MV zeigt Herz

Mit einer Kampagne möchten Land und Tourismusverband bei den Einwohnern von Mecklenburg-Vorpommern nach dem Corona-Stillstand für Gastfreundschaft werben

30. Mai 2020, von
„Wir sind Urlaubsland“: Riesenbanner wirbt am Hotel Neptun für besseres Tourismusklima in Mecklenburg-Vorpommern
„Wir sind Urlaubsland“: Riesenbanner wirbt am Hotel Neptun für besseres Tourismusklima in Mecklenburg-Vorpommern

Hand aufs Herz! Wer hat in dem stilisierten Herzen auf dem Plakat sofort die Buchstaben M und V für unser Bundesland erkannt? Nicht, dass bei der groß angelegten Kampagne plötzlich jemand ein ganz anderes Reiseziel für DAS Urlaubsland hält. Schließlich ist Mecklenburg-Vorpommern vor Bayern das beliebteste Inlandsreiseziel der Deutschen.

Akzeptanzkampagne richtet sich vorwiegend an Einwohner in MV

Die ‚Tourismusakzeptanzkampagne‘, die heute bei blauem Himmel und weißen Segeln in Warnemünde gestartet wurde, richtet sich als Binnenkampagne vorrangig an die Einwohner in Mecklenburg-Vorpommern und weniger an die Urlauber.

Als das Land mit Beginn der Corona-Pandemie den Tourismus im Land vollständig herunterfuhr, kam es teilweise zu Verstimmungen bei den Gästen. Urlauber wurden mit Lautsprecherdurchsagen aufgefordert das Land zu verlassen, ‚fremde‘ Kennzeichen wurden gemeldet und vereinzelt gab es sogar Sachbeschädigungen an Autos oder persönliche Anfeindungen.

„Das ein oder andere, was an negativer Berichterstattung in Deutschland teilweise unterwegs war, sollten wir mal beiseitestellen“, wünscht sich Wirtschaftsminister Harry Glawe. „Grundsätzlich sind die Mecklenburger und die Vorpommern gastfreundlich!“

„Freundlichkeit und Offenheit waren und sind dabei die entscheidenden Schlüssel zum Erfolg“, betont Birgit Hesse. „Dies wollen wir mit unserer Initiative befördern und deshalb zum Neustart des Tourismus nach der Krise deutlich machen, dass uns Gastfreundschaft eine Herzensangelegenheit ist.“ Die Präsidentin des Landtages und des Tourismusverbandes Mecklenburg-Vorpommern ist für die Umsetzung der Kampagne verantwortlich.

Margaryta Gebbert und Aaron Jack vor ihrem ‚Riesenbanner‘
Margaryta Gebbert und Aaron Jack vor ihrem ‚Riesenbanner‘

Riesiges Banner wirbt am Hotel Neptun

Bildgewaltig startete die Kampagne heute in Warnemünde. Ein 40×40 Meter großes Megabanner wurde am Vormittag an der Fassade des Neptun-Hotels eingeweiht. Über dem Leitspruch „Sei dabei. Zeig Herz. #wirsindurlaubsland“ formt ein junges „Paar“ mit seinen Händen ein Herz. Bereits während des Corona-Lockdowns hatten zahlreiche Hotels Herz gezeigt.

Am Hotel Neptun sind es die Erzieherin Margaryta Gebbert, die der Liebe wegen aus der Ukraine nach Rostock gezogen ist, und der in Berlin geborene Student Aaron Jack, der nebenbei als Surflehrer in Warnemünde arbeitet. „Ich lebe seit sieben Jahren in Mecklenburg-Vorpommern. Und inzwischen bin ich aus vollem Herzen Teil des Urlaubslandes. Als Erzieherin arbeite ich zwar nicht direkt für den Tourismus. Aber auch ich trage Verantwortung für ein offenes und gastfreundliches Land“, erzählt Margaryta Gebbert. „Ich studiere in Rostock und jobbe als Surflehrer. So verdiene ich meinen Lebensunterhalt mit dem, was ich am liebsten tue. Von mir aus kann das auch nach dem Studium weitergehen. Mecklenburg-Vorpommern ist der perfekte Ort, um unsere Träume zu leben, auch und gerade im Tourismus“, sagt Aaron Jack.

Weitere solche „Paare“ aus dem Tourismus und einem damit direkt oder indirekt verknüpften Bereich sollen in den nächsten Wochen folgen.

Schutzstandards für sicheren Tourismus, 60-Prozent-Beschränkung soll fallen

Zusammen mit den Tourismuspartnern habe die Landesregierung die „besten Schutzstandards für die Branche erarbeitet, die es in Deutschland gibt“, erklärt Dr. Heiko Geue, Chef der Staatskanzlei Mecklenburg-Vorpommern. Alles sei genau festgelegt, auch für den Fall, dass sich doch mal ein Gast mit dem Corona-Virus infiziere.

Noch darf allerdings nicht jeder Urlauber nach Mecklenburg-Vorpommern kommen. Der Tagestourismus ist bislang untersagt und Hoteliers dürfen nur 60 Prozent der Betten vermieten. „Wir schauen wie Pfingsten jetzt funktioniert“, so Geue. „Wenn das gut funktioniert, wenn die Zahlen gut sind, dann muss diese 60-Prozent-Begrenzung bei der nächsten Runde fallen.“

Wirtschaftminister Harry Glawe (v.l.), Dr. Heiko Geue (Chef der Staatskanzlei MV) sowie die Landtags- und Tourismusverbandspräsidentin Birgit Hesse zeigen Herz
Wirtschaftminister Harry Glawe (v.l.), Dr. Heiko Geue (Chef der Staatskanzlei MV) sowie die Landtags- und Tourismusverbandspräsidentin Birgit Hesse zeigen Herz

Kampagne kostet 1,15 Millionen Euro

Große Banner sollen in den nächsten Wochen auch bei den Geisterspielen von Hansa Rostock im Ostseestadion zu sehen sein. Zusätzlich wird es Anzeigen in der Lokalpresse sowie Werbematerialien geben und man möchte mit den Einwohnern ins Gespräch kommen.

1,15 Millionen Euro investiert das Land MV in die Kampagne. Rund jeder fünfte Arbeitnehmer im Nordosten ist im Tourismus beschäftigt. Doch es gehe nicht nur um den Wirtschaftsfaktor, so Glawe: „Gastfreundschaft ist Teil unserer Kultur, unserer Identität und unseres Images.“

Alternative für Königslinie angekündigt

Gute Nachrichten hatte Heiko Geue für alle Schweden-Liebhaber (und schwedische MV-Fans) im Gepäck. Nachdem Stena Line die traditionsreiche Königslinie zwischen Sassnitz und Trelleborg eingestellt hat, soll die Weisse Flotte künftig Rügen und Südschweden mit einem Katamaran verbinden – in zwei statt bislang 4,5 Stunden.

Harry Glawe zur Kampagne „Wir sind Urlaubsland – MV zeigt Herz“:

Dr. Heiko Geue zur Alternative für die Königslinie:

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1 Kommentar

  • Thomas Ahlens sagt:

    So lange man noch Millionen für blasse Banner und Plakate ausgeben kann, muss die Welt ja noch in Ordnung sein.

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