Yuri’s Night Rostock

Von Raketen, Kosmonauten und außerirdischen Tigern

10. April 2010, von
Yuri's Night in Rostock, Vorträge
Yuri's Night in Rostock, Vorträge

Es ist der 12. April 1961. Zum ersten Mal in der Geschichte der Menschheit gelingt es, eine bemannte Rakete ins All zu schießen und den an Bord befindlichen Kosmonauten wieder heil auf die Erde zurückzubringen. An Bord der Wostok 1: Juri Alexejewitsch Gagarin. Die Zeit der Raumfahrt hat begonnen. Der 12. April ist ein geschichtsträchtiges Datum. Auf den Tag genau, exakt 20 Jahre nach Gagarins Flug mit der Wostok 1, startete das amerikanische Space Shuttle Columbia zu seinem Jungfernflug.

Um den internationalen Erfolgen in der Raumfahrt Tribut zu zollen, finden deshalb in diesen Tagen weltweit Gedenkfeiern statt. Ausgetragen wurde die erste „Yuri’s Night“ bereits im Jahr 2001 in den USA, durch das Projekt „Space Generation Advisory Council“, kurz SGAC.

Hans-Joachim Roloff, NASA-Botschafter und Ehren-Astronaut
Hans-Joachim Roloff, NASA-Botschafter und Ehren-Astronaut

Zehn Jahre später hat sie sich zu einem globalen Event entwickelt und findet allein in Deutschland in sechs verschiedenen Städten statt, darunter Berlin und Stuttgart. Zum ersten Mal mit dabei war in diesem Jahr auch die Hansestadt Rostock. Initiator der Veranstaltung vor Ort ist Professor Hartmut Pfüller von der Fakultät für Informatik und Elektrotechnik der Universität Rostock.

Ausgetragen wurde die Veranstaltung im Gebäude der Europäischen Wirtschafts- und Sprachenakademie (EWS) am Kabutzenhof. Dort konnten sich die Besucher unter anderem in verschiedenen Vorträgen ein Bild über die Geschichte der Raumfahrt und die Historie des Rostocker Flugzeugbaus machen.

Raketenmodelle bei Yuri's Night in Rostock
Raketenmodelle bei Yuri's Night in Rostock

Inhaltlich reichten die Vorträge von Rückblicken, wie „Aufbruch ins Raketenzeitalter“ (Holger Björkquist, Förderkreis Luft- und Raumfahrt Mecklenburg Vorpommern e.V.) bis zu aktuellen Entwicklungen, wie den „Hitech-Innovationen aus dem Bereich Raumfahrt“ (Jan Montau, Rostock-System-Technik GmbH). Den Abschluss bildete am Abend der Dokumentarfilm „Fliegerkosmonauten – Space Sailors“, der unter der Regie von Marian Kiss entstanden ist.

Auch prominente Gäste waren anwesend. So konnten Professor Dieter B. Herrmann, der ehemalige Moderator der Wissenschaftssendung „AHA“, sowie der NASA-Botschafter und Ehren-Astronaut Hans-Joachim Roloff für die Veranstaltung gewonnen werden. Außerdem anwesend: Heinz Boback, der wie Juri Gagarin ebenfalls die Ausbildung zum Kosmonauten durchlaufen hat.

Tiger & Dinosaurier - geschminkte ‚Außerirdische‘
Tiger & Dinosaurier - geschminkte ‚Außerirdische‘

Neben den Vorträgen konnten maßstabsgetreue Papiermodelle von Raketen, Raumstationen und Space-Shuttles bewundert werden.

Die Palette reichte von der Wostok 1 bis zur ISS Raumstation und dem Hubble Weltraum Teleskop. Gebaut wurden die Modelle von Bernd Lietzow vom Astronomischen Verein e.V. unter Mithilfe von Schülern der 8. und 9. Klasse. Ein Hobby, das Lietzow schon seit seiner Kindheit mit Leidenschaft betreibt.

Doch nicht nur den erwachsenen Besuchern wurde etwas geboten, auch die Kinder kamen voll auf ihre Kosten. So konnten sie sich beispielsweise als Kosmonaut fotografieren lassen und sich damit selbst ein bisschen wie Gagarin fühlen.

Raketen basteln bei Yuri's Night
Raketen basteln bei Yuri's Night

Außerdem gab es für sie die Möglichkeit, sich als Außerirdische schminken zu lassen. Von welchem Planeten wohl der Dinosaurier und der Tiger stammen?

Selbst aktiv werden konnte man natürlich auch. So wurden unter Anleitung fleißig Raketen und sogar ein Airbus A350-800 aus Papier gebastelt.

Papierrakete vor dem Start
Papierrakete vor dem Start

Eine Tätigkeit, an der nicht nur die Kinder Gefallen fanden – ein echtes Familienprogramm! Beinahe wie ihre großen Vorbilder wurden die kleinen Papierraketen mit Zündern und Festbrennstoff versehen, um später auf dem Parkplatz des „Bunkers“ gestartet zu werden. Als um 16:30 Uhr schließlich die Starterlaubnis erteilt wurde, schossen die Raketen in Sekundenschnelle bis zu 80 Metern in die Höhe.

Wer nach Vorträgen, Raketenstarts und Dokumentarfilm noch nicht müde war, der konnte am späteren Abend auf der „Space-Party“ im ST-Club noch weiterfeiern.

„Wie es weitergeht, steht im wahrsten Sinne des Wortes in den Sternen.“ So äußerte sich Bernd Lietzow in seinem Vortrag, mit Blick auf das eingestellte Constellation Programm zur Zukunft der Raumfahrt.

Die Zukunft von „Yuri’s Night“ steht dagegen nicht in den Sternen. Für das nächste Jahr soll sich bereits Sigmund Jähn, der erste Deutsche im Weltraum, angekündigt haben, wenn es dann heißt: 50 Jahre bemannte Raumfahrt.

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