Nächster Halt: Karls Erlebnis-Dorf

Die Bahn baut auf der Strecke Rostock-Graal-Müritz eine neue Haltestation in Rövershagen

16. April 2019, von
Bahnbevollmächtigter Dr. Joachim Trettin, Verkehrsminister Christian Pegel, Karls-Geschäftsführer Robert Dahl und Frank Brassat von der Gemeindevertretung Rövershagen am Standort der zukünftigen Haltestelle Rövershagen Karls Erlebnis-Dorf
Bahnbevollmächtigter Dr. Joachim Trettin, Verkehrsminister Christian Pegel, Karls-Geschäftsführer Robert Dahl und Frank Brassat von der Gemeindevertretung Rövershagen am Standort der zukünftigen Haltestelle Rövershagen Karls Erlebnis-Dorf

„Nächster Halt Rövershagen Karls Erlebnis-Dorf“ – so könnte es bald in der Regionalbahn zwischen Rostock und Graal-Müritz angesagt werden. In den nächsten Jahren will die Bahn nämlich auf dieser Strecke eine neue Haltestelle bauen. In 17 bis 20 Minuten können Besucher dann einmal stündlich vom Rostocker Hauptbahnhof zu einem der größten Touristenattraktionen Mecklenburg-Vorpommerns reisen: Karls Erlebnis-Dorf. Vom Ostseebad Graal-Müritz aus dauert es etwa genauso lang.

„Dass die Pläne jetzt so konkret werden, ist super“, freut sich Karls-Geschäftsführer Robert Dahl, der schon einige Jahre diese Idee mit sich trägt. 1,6 Millionen Besucher zählt Karls pro Jahr in seinem Freizeitpark in Purkshof. 350 von 900 Mitarbeiter arbeiten hier. Die nächsten Bahnhaltestellen Mönchhagen und Rövershagen seien mit über zwei Kilometern zu weit entfernt, um als ÖPNV attraktiv zu sein. Die meisten kommen mit dem Auto. Nachdem auf der Bundesstraße eine neue Linksabbiegerspur gebaut und die Ampeltaktung angepasst wurde, fließt der Verkehr hier zwar besser, berichtet Dahl. Der Bahnanschluss bedeute für ihn jedoch eine zusätzliche Entlastung des Straßenverkehrs und weitere Gäste aus Graal Müritz und ganz Deutschland.

Auch die Bahn rechnet mit mehr Fahrgästen. 220 bis 250 täglich prognostiziert der Konzernbevollmächtigte Dr. Joachim Trettin von der Deutschen Bahn. Die plant nun den Bau eines neuen 110 Meter langen barrierefreien Bahnsteigs in 300 Meter Entfernung zum Erlebnisdorf. Eine bis anderthalb Million Euro soll die neue Haltestelle kosten. 25 Prozent trägt die Bahn. 75 Prozent übernimmt das Land, das den Nahverkehr und den Bau für die Infrastruktur bestellt. Karls Erlebnis-Dorf selbst steuert zu dem Landesanteil 410.000 Euro für den nach ihm benannten Bahnstopp bei und will außerdem den verbindenden Fußgängerweg ausbauen. Bis die Station in Betrieb genommen wird, können allerdings noch drei bis fünf Jahren vergehen. Ende 2022 wird angepeilt, heißt es aus dem Verkehrsministerium.

Die Entscheidung für die zweite Haltestelle in Rövershagen bedeutet das Aus für die Haltestelle in der Rostocker Heide, für die sich das Rostocker Stadtforstamt seit Jahren stark macht. Wegen der Auswirkungen auf die Fahrzeit sei nur ein weiterer Stopp auf dieser Strecke möglich, begründet Verkehrsminister Christian Pegel. Wenn die Bahn in der Rostocker Heide halten soll, müsse ein anderer Stopp wegfallen. „Darüber müssten sich die Rostocker mit den Nachbarn verständigen.“

Auch ein Stopp auf der Linie Rostock-Stralsund sei nicht vorgesehen, obwohl sich der neue Halt auf der Strecke befindet. Das passe nicht in den Fahrplan, erläutert der Vertreter der Bahn, die zuvor die zeitlichen Auswirkungen auf die Anschlussmöglichkeiten berechnet hat.

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