OB Madsen wird Wirtschaftsminister in Schleswig-Holstein

Oberbürgermeister Claus Ruhe Madsen (parteilos) gibt sein Amt als Verwaltungschef der Hansestadt Rostock auf und wird Wirtschaftsminister in Schleswig-Holstein

27. Juni 2022, von
OB Madsen wird Wirtschaftsminister in Schleswig-Holstein (Foto: Archiv)
OB Madsen wird Wirtschaftsminister in Schleswig-Holstein (Foto: Archiv)

Tagelang pfiffen es die Möwen von den Dächern, jetzt ist es offiziell: Claus Ruhe Madsen (parteilos) gibt sein Amt als Oberbürgermeister der Hansestadt Rostock auf und wechselt als Wirtschaftsminister in die neue schwarz-grüne Landesregierung von Schleswig-Holstein. Das gab Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) am Abend auf dem Parteitag in Neumünster bekannt. Am Mittwoch soll das neue Kabinett im Kieler Landtag vereidigt werden.

Vor fast genau drei Jahren, am 16. Juni 2019, setzte sich Madsen in der Stichwahl um das Amt des Rostocker Oberbürgermeisters gegen Sozialsenator Steffen Bockhahn (Linke) durch und löste Roland Methling (parteilos) ab, der nach zwei Amtszeiten altersbedingt nicht mehr antreten durfte. Madsen wurde damit zum ersten Oberbürgermeister einer deutschen Großstadt ohne deutschen Pass.

Prägend für seine Jahre als Verwaltungschef der mit gut 200.000 Einwohnern größten Stadt in Mecklenburg-Vorpommern war die Corona-Pandemie. Als Rostock mit niedrigen Inzidenzen glänzte, wurde der 49-jährige Däne durch verschiedene Fernseh-Talkshows bundesweit bekannt. Eine Erklärung oder gar ein Erfolgsrezept für die geringen Corona-Zahlen gab es jedoch nicht. Als die Inzidenz in späteren Wellen in Rostock zu den höchsten in ganz Deutschland gehörte, wurde es ruhiger um den „Schnacker“, wie ihn viele Rostocker nannten – auf Plattdeutsch klingt alles liebevoll.

Er wollte „Rostock bewegen“, doch Corona-Pandemie und Ukraine-Krieg hielten Madsen fast die gesamten drei Jahre im Krisenmodus. So ging es bei vielen seiner Wahlkampfthemen nur schleppend voran. Der Umbau zur Fahrradstadt steckt weiter in den Kinderschuhen und auch bei seinem Lieblingsprojekt, der „lebenswerten Stadt“ blieb es weitgehend bei seinen bekannten Hoodies mit dem Smile-City-Logo.

Zuletzt kratzte die abgesagte Bundesgartenschau am Image des Oberbürgermeisters. Es ist das erste Mal in der 70-jährigen Buga-Geschichte. Eingefädelt hatte die Bewerbung noch sein Vorgänger Roland Methling. Als „Motor für die Stadtentwicklung“ warb Madsen jedoch leidenschaftlich für die Gartenschau. Bei Land und Bund konnte er viele Millionen Euro Fördermittel für die verschiedenen geplanten Großprojekte einwerben.

Madsens Nachfolger könnte noch in diesem Jahr gewählt werden, frühestens drei Monate nach Bekanntgabe. Der Oberbürgermeister wird in Rostock per Direktwahl für einen Zeitraum von sieben Jahren bestimmt. Wer für die Parteien oder als Einzelkandidat seinen Hut in den Ring wirft, ist noch nicht bekannt. Bis die Rostocker an die Urne gerufen werden, dürfte Chris von Wrycz Rekowski (SPD), Senator für Finanzen, Digitalisierung und Ordnung und 1. Stellvertreter des Oberbürgermeisters, die Amtsgeschäfte übernehmen.

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