Diplom-Vorspiel 2012 an der HMT

Zehn junge Schauspieler legen ihre letzte praktische Prüfung im Katharinensaal der Hochschule für Musik und Theater Rostock ab

9. November 2012, von
Die Absolventen 2013: Martin Doering, Lysann Schläfke, Anna Tarkhanova, Peer Oscar Musinowski, Sandra Scherer, Torsten Flassig, Lisan Lantin, Andreas Schulz, Samira Hempel und Tino Kühn
Die Absolventen 2013: Martin Doering, Lysann Schläfke, Anna Tarkhanova, Peer Oscar Musinowski, Sandra Scherer, Torsten Flassig, Lisan Lantin, Andreas Schulz, Samira Hempel und Tino Kühn

„Sein oder nicht sein, das ist hier die Frage.“ Nicht für Hamlet, sondern für zehn junge Schauspieler und Schauspielerinnen ging es gestern noch einmal um alles. Nach ihrem Studium an der Hochschule für Musik und Theater stand gestern das Diplom-Vorspiel an, die letzte Prüfungsleistung vor der schriftlichen Diplomarbeit. Bei der öffentlichen Veranstaltung im Katharinensaal konnten die Darsteller noch einmal zeigen, was sie in ihrem Studium gelernt haben.

Ursprünglich wurden Diplom- oder Intendantenvorspiele in den Schauspielschulen eingeführt, um Werbung für die künftigen Absolventen zu machen. Intendanten von verschiedenen Häusern sollten eingeladen werden, um neue Talente für ihr jeweiliges Ensemble gewinnen zu können. Doch in Zeiten, in denen immer mehr Kulturgelder gekürzt werden, hat sich das Prozedere etwas geändert.

Diplomvorspiel im Katharinensaal der HMT
Diplomvorspiel im Katharinensaal der HMT

Nun sind es die Schauspieler, die durch Deutschland reisen und sich bei zentralen Vorsprechen den wichtigen Intendanten vorstellen. Auch Martin Doering, Torsten Flassig, Samira Hempel, Tino Kühn, Lisan Lantin, Peer Oscar Musinowski, Lysann Schläfke, Sandra Scherer, Anna Tarkhanova und Andreas Schulz, die Absolventen 2013, werden Ende November auf eine gemeinsame Tour gehen. In Berlin, München und Neuss werden sie gemeinsam mit den Absolventen anderer deutscher Schauspielschulen für die begehrten Stellen vorsprechen.

Die Abschlussklasse Schauspiel 2013 der HMT
Die Abschlussklasse Schauspiel 2013 der HMT

So war der gestrige Abend vor allem für die Schauspielklasse und ihre Dozenten eine Abschlusskür. Jeder durfte noch mal in verschiedene Figuren schlüpfen und sich dem zahlreich vertretenen Publikum in verschiedenen Rollen präsentieren. Gleichzeitig wurden die Männer und Frauen aber auch in die Kartei der Zentralen Auslands- und Fachvermittlung (ZAV) aufgenommen. Die Aufnahme in den von der Bundesagentur für Arbeit verwalteten, größten Künstlerpool Deutschlands ist gerade in der Anfangszeit eine große Hilfe bei der Suche nach Anstellungen.

Äußerst optimistisch zeigte sich Esther Zschieschow. Sie betreute die Studenten als Mentorin vom Beginn ihrer Ausbildung und war gestern sehr zufrieden mit ihrer Leistung. „Sie sind alle noch mal so richtig über sich hinausgewachsen“, schwärmte die Dozentin. Der Schwerpunkt im Studium habe eindeutig auf der Bühne gelegen. Zwar gab es auch einzelne Filmkurse, zum Beispiel in Zusammenarbeit mit dem Institut für Neue Medien, doch sei das nur eine Randerscheinung gewesen. Dass die jetzigen Absolventen jedoch am Volkstheater bleiben, ist unwahrscheinlich. „Die Zusammenarbeit ist zwar gut, aber im Moment gibt es einfach keine Vakanzen“, so Esther Zschieschow.

Torsten Flassig und Sandra Scherer
Torsten Flassig und Sandra Scherer

Auch Sandra Scherer glaubt nicht, dass ihre Zukunft in Rostock liegt: „Ich habe noch kein Angebot für ein Engagement, bin aber erst mal für alles offen.“ Die gebürtige Schweizerin sieht in den gemeinsamen Gruppenvorsprechen mit ihren Kommilitonen keinen Konkurrenzdruck. „Im Theater hängt ja sehr viel vom Typ ab und da sind wir alle sehr unterschiedlich.“ Überhaupt sei in der Zeit an der HMT der Ensemblegedanke sehr gefördert worden.

Torsten Flassig hatte bereits vor dem Diplomvorspiel eine Zusage aus Ingolstadt und die Einladung zum Vorsprechen nach Wien. „Das ist schon super, da kann man viel freier und lockerer in so eine Vorführung gehen“, erzählt der 25-Jährige. Wo es hingehen wird, habe er aber noch nicht entschieden, da auch er erst einmal das Gruppenvorspiel abwarten will. Zukunftsängste hat er jedoch nicht: „In den letzten Jahren sind wir von der HMT immer irgendwo untergekommen.“

Bleibt zu hoffen, dass er recht hat. Und vielleicht sieht man den einen oder die andere doch irgendwann mal auf der Bühne des Volkstheaters wieder. Bis dahin wünschen wir alles Gute.

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