Dünenkataster zeigt Küstenveränderungen

Veränderungen an den Dünen werden schneller erkennbar

3. Juni 2010, von

Düne bei Hohe Düne/Warnemünde Neben der Ausstellungseröffnung mit Fotografien von Holger Blau gab es am Freitag ein weiteres sehr interessantes Thema im Staatlichen Amt für Umwelt und Natur (StAUN) Rostock.

Es ging um den Hochwasserschutz an der Ostsee und um die Dünen. Um Sicherheit auch bei extremen Sturmfluten zu gewährleisten, werden mehr als 100 Kilometer der Küste Mecklenburg-Vorpommerns durch Dünen geschützt. Anders als Deiche sind Dünen jedoch bei Hochwasser beweglich und es finden ständig Umlagerungen statt. Um Aufschluss über den Zustand der Dünen zu erhalten und bei Durchbruchsgefährdung schnell reagieren zu können, wurde nun ein teilautomatisiertes Dünenkataster entwickelt.

Hans-Joachim Meier, StAUN Rostock Auf Grundlage regelmäßiger Vermessungen können so langfristige Küstenveränderungen dokumentiert werden. Diese Daten sind auch für die Beurteilung der Klimaentwicklung und deren Auswirkung auf den Küstenrückgang von Bedeutung.

„Mithilfe eines Computerprogramms kann jetzt auf die ursprüngliche Düne, welche dem geforderten Soll-Zustand entspricht, der aktuelle Ist-Zustand wie eine Schablone gelegt werden. Auf diese Weise wird sofort erkennbar, wo es welche Veränderungen gegeben hat und wo eventuell eingegriffen werden muss,“ beschreibt Hans-Joachim Meier, Leiter des Staatlichen Amtes für Umwelt und Natur Rostock (StAUN) das Prinzip des neuen Werkzeugs für die Umweltverwaltung im Land.

Düne, Strandgras Seit 1993 werden die Küstenflächen in Zeitabständen von fünf bis sieben Jahren vermessen, nach Sturmfluten auch häufiger. Bisher erfolgte die Vermessung vom Land aus. Zukünftig werden die Dünen vom Hubschrauber aus aufgenommen. „Die Daten der Luftbilder stehen uns dann bereits nach 48 Stunden zur Verfügung. Diese sind dann Planungsgrundlage für die Reparatur oder den Neubau von Dünen,“ erklärt Knut Sommermeier von der Abteilung Küste die Vorteile der neuen Methode.

Düne in Höhe des Warnemünder Leuchtturms „Mit dem Kataster konnte man gut erkennen, wie sich das Dünenprofil abgearbeitet hat“, veranschaulicht Hans-Joachim Meier die Funktionsweise des neuen Dünenkatasters am Beispiel der kürzlichen Dünenabbrüche in Graal-Müritz und Markgrafenheide, die mit Ausnahme der eingedeichten Ortskerne, allein durch Dünen geschützt werden.

Die Erfordernisse einer Düne für den Küstenschutz sind nicht überall gleich, sondern standortabhängig. Entscheidend sei der Dünenfuß. Mit 30 bzw.35 Metern sei die Breite der Dünen hier jedoch ausreichend, beruhigt der Chef des StAUN Rostock.

Für den Naturschutz gelten jedoch andere Maßstäbe. Um den auf Dünen lebenden Tieren und Pflanzen ausreichend Rückzugsmöglichkeiten zu bieten, werden hier höhere Werte angesetzt.

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