Neues Boot für die Fischereiaufsicht in Warnemünde

Steinbutt am Alten Strom getauft und in Dienst gestellt

19. Dezember 2018, von
Landwirtschaftsminister Till Backhaus, LALLF-Direktor Frerk Feldhusen und Taufpatin Ivonne Backhaus bei der Taufe der Steinbutt
Landwirtschaftsminister Till Backhaus, LALLF-Direktor Frerk Feldhusen und Taufpatin Ivonne Backhaus bei der Taufe der Steinbutt

Am Alten Strom an der Mittelmole liegt ein neues Schiff. Die „Steinbutt“ ist heute getauft und für die Fischereiaufsicht Warnemünde in Dienst gestellt worden. Sie soll das gleichnamige Vorgängerschiff, das noch daneben liegt, nach 23 Dienstjahren ersetzen und so zur Modernisierung der Flotte des Landesamts für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei (LALLF) beitragen.

Getauft wurde das blau-weiße Schmuckstück von Ivonne Backhaus. Für die Ehefrau des Landwirtschaftsministers Till Backhaus ist es nicht die erste Schiffstaufe. „Alle Schiffe seien noch im Einsatz“, erklärt sie rückblickend, bevor es ihr beim zweiten Versuch gelingt, die Sektflasche am Rumpf zu zerschellen. Die Zeremonie ist vollbracht.

Ab Januar soll die dreiköpfige Mannschaft um Fischmeister und Kapitän Christian Kupfer mit dem neuen Boot zu Kontrollen zwischen Hiddensee und der Halbinsel Wustrow ausfahren. Mit 100 Seeeinsatztagen, bei denen etwa 500 Seekontrollen durchgeführt werden, rechnet das Landesamt pro Jahr für die Warnemünder Fischereiaufsicht. Außerhalb der Drei-Seemeilen-Zone wird insbesondere das Seegebiet südlich der Kadetrinne kontrolliert, wo aufgrund des sehr guten Angelreviers für den Dorsch streckenweise mehrere 100 Angler-Boote unterwegs sind.

Die Crew der Steinbutt von der Fischereisaufsicht in Warnemünde: Maschinist Matthias Holznagel, Jens Fink und Christian Kupfer
Die Crew der Steinbutt von der Fischereisaufsicht in Warnemünde: Maschinist Matthias Holznagel, Jens Fink und Christian Kupfer

Die ersten Testfahrten hat die Steinbutt schon hinter sich gebracht. Das neue Schiff ist wendiger, schnell und habe gute Fahreigenschaften berichtet Christian Kupfer. Die Navigationstechnik sei auf dem neuesten Stand, ergänzt Kollege Jens Fink. Die nautische Ausrüstung besteht unter anderem aus einer Tagessichtradaranlage, einer elektronischer Seekarte und Echolot. Mit einem Tiefgang von nur ca. 80 Zentimetern seien auch Flachwasserbereiche gut befahrbar. „Außerdem haben wir nicht mehr das Problem, dass sich Netze in der Schraube verfangen“, erläutert Jens Fink. Zu verdanken ist dieser Umstand einem modernen Wasserstrahlantrieb, mit dem der 1000 PS starke Motor ausgestattet ist und Geschwindigkeiten bis zu 35 Knoten erreicht werden können.

Gebaut wurde das neue Schiff der Fischereibehörde in Finnland von der Firma Kewatec. Die Werft hat sich auf den Bau von leichten Aluminiumbooten spezialisiert. Nur vier Tage hat es gedauert, um die Steinbutt von der finnischen Küste über die Ostsee in ihren Heimathafen Warnemünde zu überführen – Rekordzeit, bemerkt Werftvertreter Thorben Thies.

Liegeplatz der Steinbutt am Alten Strom in Warnemünde
Liegeplatz der Steinbutt am Alten Strom in Warnemünde

1,53 Millionen Euro hat der Neubau gekostet. 70 Prozent sind aus EU-Mitteln geflossen, 30 Prozent hat das Land übernommen.

Neben der Warnemünder Fischereiaufsicht gibt es in Mecklenburg-Vorpommern vier weitere Stationen. Im letzten Jahr wurden insgesamt rund 1.270 See- und 1.700 Hafenkontrollen im Rahmen der Fischereiaufsicht und -überwachung der Kleinen Hochsee und Küstenfischerei sowie knapp 70 Kontrollen der Vermarktung und Kennzeichnung von Fischereierzeugnissen und rund 12.100 Kontrollen von Anglerbooten durchgeführt.

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