Germania-Pleite trifft Flughafen Rostock-Laage

Fast jeder zweite Passagier am Flughafen Rostock-Laage (RLG) flog 2018 mit Germania – die Insolvenz der Fluggesellschaft trifft den Airport hart

5. Februar 2019, von
Germania-Pleite trifft Flughafen Rostock-Laage (Foto: Archiv)
Germania-Pleite trifft Flughafen Rostock-Laage (Foto: Archiv)

Die Germania Fluggesellschaft hat gestern beim Amtsgericht Berlin-Charlottenburg Insolvenz beantragt und ihren Flugbetrieb vergangene Nacht eingestellt. Diese Entwicklung trifft auch den Flughafen Rostock-Laage stark. Rund 136.000 Passagiere und damit etwa 46 Prozent des gesamten Passagieraufkommens (296.027) entfielen im Jahr 2018 auf die Berliner Fluggesellschaft.

Der Urlaubs-Carrier flog vom Landesflughafen Mecklenburg-Vorpommern vorrangig beliebte Urlaubsziele wie Mallorca, Antalya, Hurghada, die Kanarischen Inseln, Bulgarien und Griechenland an. Aber auch die wöchentliche Direktflugverbindung nach Österreich zwischen Mai und August ist vom Germania-Aus betroffen.

Erst vor zwei Wochen präsentierte der Rostocker Airport das Flugprogramm 2019 auf einem Gemeinschaftsstand mit Germania und dem Rostocker Reiseveranstalter PTI Panoramica auf der VIVA Touristika.

Durch die Germania-Insolvenz gerät Rostock-Laage wie viele andere kleine Regionalflughäfen wirtschaftlich weiter unter Druck. Erst zum Jahreswechsel hat BMI Regional die Verbindung Rostock-Stuttgart eingestellt. Bereits im Spätsommer hatte VLM die gerade erst gestartete Strecke von Rostock-Laage nach Köln/Bonn und Antwerpen aufgegeben. Auch das Geschäft mit den Kreuzfahrtpassagieren leidet in diesem Jahr. Nachdem Pullmantur Cruises seinen Passagierwechsel im Kreuzfahrthafen Rostock während der letzten drei Jahre über den Flughafen Rostock-Laage abgewickelt hat, setzt die spanische Kreuzfahrtreederei in diesem Jahr wieder auf das schwedische Malmö.

Seit Bekanntwerden der finanziellen Schwierigkeiten der Airline Anfang Januar 2019 bereite sich der Flughafen Rostock auf einen möglichen Ausfall vor und führe Gespräche mit mehreren Fluggesellschaften, um touristische Strecken vom Flughafen Rostock-Laage zu kompensieren und für den Kunden neue Reisemöglichkeiten zu schaffen, erklärt der Airport in einer Pressemitteilung. Auch auf die Arbeitsplätze am Airport selbst bleibt der Wegfall der Germania-Flüge nicht ohne Auswirkungen, heißt es von Seiten der Flughafen Rostock-Laage-Güstrow GmbH.

PTI Panoramica, die als Reiseveranstalter mit Direktflügen vom Flughafen unmittelbar betroffen sind, versprach, sich um jeden Reisegast zu kümmern. „Wir sind in Gesprächen mit verschiedenen Partnern, damit wir alle Flüge wie geplant durchführen können“, erklärte Janina Weidemann vom Reiseveranstalter am Nachmittag. „Unsere oberste Priorität ist es, die Gäste, die momentan in Kittilä sind, am kommenden Samstag zurück nach Hause zu holen.“

Betroffene Fluggäste, die ihren Germania-Flug im Rahmen einer Pauschalreise gebucht haben, können sich an ihren jeweiligen Reiseveranstalter wenden. Für Passagiere, die ihr Flugticket direkt bei Germania gekauft haben, besteht kein Anspruch auf Ersatzbeförderung. Sie dürften auch finanziell leer ausgehen, etwaige Ansprüche werden aus der Insolvenzmasse bedient.

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3 Kommentare

  • U.Ruwoldt sagt:

    Es tut uns sehr leid,daß die Fluggesellschaft Germania Insolvent ist ,wir waren sehr gerne ihre Gäste ,Alles Gute an alle Mitarbeiter.Herzliche Grüße

  • P. Krüger sagt:

    Meine Familie und mich schockiert die Nachricht über die Insolvenz der Fluggesellschaft GERMANIA zutiefst. Wir waren sehr gerne Gäste an Bord der Airlines. Unsere nächsten Flüge waren bereits gebucht. Jetzt sind wir total verunsichert, was passiert. Wir hoffen und wünschen, dass für das betroffene Personal der Fluggesellschaft auch zeitnah eine positive Lösung gefunden wird. Sie alle haben einen tollen Job gemacht. Herzliche Grüße im Namen meiner ganzen Familie P. Krüger

  • DR.Tom Mrosseck sagt:

    Eine super Airline meine Kinder sind sehr traurig, weil wir oft von HRO geflogen sind. An die Mitarbeiter kauft die Airline und macht weiter, viele wären auch bereit mehr für ein Ticket zuzahlen. Wir brauchen euch.

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