Hansa Rostock besiegt Alemannia Aachen mit 1:0

Gegen die früh dezimierten Gäste aus Aachen kann Hansa nur knapp einen glücklichen Sieg über die Zeit retten

21. Oktober 2012, von
Manfred Starke (Hansa Rostock) im Duell mit Fabian Baumgärtel (Alemannia Aachen)
Manfred Starke (Hansa Rostock) im Duell mit Fabian Baumgärtel (Alemannia Aachen)

Im Duell gegen Mitabsteiger Alemannia Aachen kann sich Hansa Rostock vor heimischer Kulisse drei Punkte sichern. Erneut ist es Ondrej Smetana, dem zum Ende der ersten Hälfte der Siegtreffer gelingt. Spielerisch überzeugen können die Hausherren – trotz Überzahl ab der 10. Minute – vor allem im zweiten Durchgang jedoch nicht.

Im Vergleich zum Spiel gegen Arminia Bielefeld muss Hansa-Trainer Marc Fascher verletzungsbedingt einige Änderungen in der Mannschaftsaufstellung vornehmen. Kapitän Sebastian Pelzer wechselt für Stephan Gusche (Kreuzbandriss) in die Innenverteidigung, Pelzers angestammte Linksverteidigerposition übernimmt Ronny Marcos. Nils Quaschner steht für Denis Berger (Sehnenanriss in der Schulter) in der Startelf, in die nach Verletzungspause auch Torhüter Kevin Müller zurückkehrt. Bis zur Winterpause ist er für Fascher wieder die klare Nummer eins im Kasten der Rostocker.

10.000 Zuschauer sehen bei 20 Grad und schönstem Spätsommerwetter in der 5. Minute die erste Chance der Hausherren. Nach einem verlängerten Einwurf kommt Michael Blum neben dem Elfmeterpunkt fast unbedrängt zum Schuss, der jedoch knapp am rechten Pfosten vorbeistreicht. Drei Minuten später ist es Ondrej Smetana, der im Zweikampf mit Seyi Olajengbesi im Strafraum der Gäste zu Fall kommt. Die Pfeife des Unparteiischen Manuel Gräfe bleibt jedoch stumm. Anders in der 10. Minute, als Timmy Thiele nach Ballverlust mit gestrecktem Bein gegen Ken Leemans nachsetzt und dafür die Rote Karte sieht.

Tom Weilandt (Hansa Rostock) im Duell mit Christian Weber (Alemannia Aachen)
Tom Weilandt (Hansa Rostock) im Duell mit Christian Weber (Alemannia Aachen)

Hansa macht Druck, doch trotz Überzahl tun sich die Rostocker schwer gegen die im 4-4-1-System tief stehenden Gäste. Gefährlich wird es erst wieder in der 29. Minute, als Tom Weilandt mit einem Schlenzer von der Strafraumgrenze knapp das Tor verfehlt. Auch sein Distanzschuss in der 35. Minute geht am rechten Pfosten vorbei.

Kurz vor dem Halbzeitpfiff zeigen sich die Gäste dann überraschend stark vor dem Rostocker Kasten. Nach einer Heller-Vorlage versucht es Oguzhan Kefkir auf der linken Seite aus spitzem Winkel (39. Minute) – Rostocks Schlussmann kann jedoch per Fußabwehr klären. Bei der anschließenden Ecke kann Leonhard Haas einen Kopfball von Olajengbesi auf der Torlinie klären, im Nachgang rettet Matthias Holst erst gegen Kai Schwertfeger und anschließend gegen Fabian Baumgärtel – wobei der dritte Versuch nur knapp am linken Pfosten vorbeistreicht.

Ondrej Smetanas Kopfball sichert den Sieg von Hansa Rostock gegen Alemannia Aachen
Ondrej Smetanas Kopfball sichert den Sieg von Hansa Rostock gegen Alemannia Aachen

Im direkten Duell versucht es Heller in der 44. Minute mit einem Lupfer gegen Müller – der Hansa-Keeper bekommt den Ball jedoch zu fassen. Trotz Unterzahl sind die Rheinländer der Führung in dieser Phase näher als die Rostocker. Doch in der Nachspielzeit zappelt die Kugel dann plötzlich wie aus dem Nichts im Netz von Aachen. Holst spielt von der Mittellinie aus einen weiten Ball in den Strafraum der Gäste, Smetana steht goldrichtig und kann zur 1:0-Führung einköpfen. Hilfestellung gibt es vom Alemannia-Schlussmann Michael Melka, der aus seinem Tor läuft, den Ball jedoch nicht mehr vor dem Rostocker Stürmer erreicht.

Nach dem Pausentee zeigt sich das Bild wenig verändert. Hansa kann aus der Überzahl kein Kapital schlagen, Aachen kann sich gute Chancen zum Ausgleich erarbeiten. Erst geht ein Schuss von Kefkir knapp am rechten Pfosten vorbei (59. Minute), dann hechtet sich Pelzer in letzter Sekunde in den Schuss von Kai Schwertfeger und lenkt den Ball über den Querbalken (66. Minute).

Nach einem schönen Doppelpass zwischen Blum und Weilandt scheitert Blum in der 82. Minute per Kopf an Schlussmann Melka – eine der aus Hansa-Sicht ganz wenigen guten Szenen der zweiten Hälfte.

Freddy Borg (Alemannia Aachen) nach seinem Abseitstor gegen Hansa Rostock
Freddy Borg (Alemannia Aachen) nach seinem Abseitstor gegen Hansa Rostock

In der Schlussphase zappelt die Kugel plötzlich im Netz der Rostocker. Ausgerechnet der im Sommer von der Küste ins Rheinland gewechselte Schwede Freddy Borg drückt den Ball nach einem Freistoß per Kopf ins Tor von Hansa (88. Minute). Glück für die Hausherren: Die Fahne des Assistenten geht hoch, Borg stand Zentimeter im Abseits. So bleibt es am Ende bei einem glücklichen Sieg für die Warnowstädter – doch was zählt, sind die drei Punkte.

Eine „Zangengeburt“ war es, resümierte Hansa-Trainer Marc Fascher nach dem Spiel. Trotz Überzahl gelang den Rostockern vor allem in der zweiten Hälfte offensiv nicht viel. Andererseits hat der Coach trotz zahlreicher verletzter Spieler bei der Aufstellung erneut ein glückliches Händchen bewiesen.

Mit 24 Punkten rücken die Ostseestädter auf den 7. Tabellenplatz vor und haben nur noch drei Zähler Rückstand auf das Führungstrio. Am nächsten Samstag ist Hansa Rostock bei der Zweiten Mannschaft von Borussia Dortmund zu Gast, die derzeit mit zehn Punkten die Rote Laterne trägt – ein Sieg ist dort Pflicht.

Hansa Rostock besiegt Alemannia Aachen mit 1:0
Hansa Rostock besiegt Alemannia Aachen mit 1:0

Tore:
1:0 Ondrej Smetana (45+1. Minute)

Aufstellung, FC Hansa Rostock:
Kevin Müller (Torwart)
Noёl Alexandre Mendy, Matthias Holst, Sebastian Pelzer, Ronny Marcos
Leonhard Haas, Ken Leemans (Manfred Starke, ab 46. Minute)
Nils Quaschner (Johan Plat, ab 69. Minute), Tom Weilandt (Julien Humbert, ab 90. Minute), Michael Blum
Ondrej Smetana

Fotos: Joachim Kloock

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