Kreuzfahrtterminal in Warnemünde eingeweiht

In Rostock-Warnemünde wurde heute das Kreuzfahrtterminal WCC8 eingeweiht – wann im Seebad wieder Kreuzfahrtschiffe anlegen, ist noch ungewiss

2. Juli 2020, von
Wirtschaftsstaatssekretär Dr. Stefan Rudolph (v.l.), Rostock-Port-Geschäftsführer Jens A. Scharner, Oberbürgermeister Claus Ruhe Madsen und Rostock-Port-Geschäftsführer Dr. Gernot Tesch bei der Einweihung des neuen Kreuzfahrtterminals „Warnemünde Cruise Center 8“
Wirtschaftsstaatssekretär Dr. Stefan Rudolph (v.l.), Rostock-Port-Geschäftsführer Jens A. Scharner, Oberbürgermeister Claus Ruhe Madsen und Rostock-Port-Geschäftsführer Dr. Gernot Tesch bei der Einweihung des neuen Kreuzfahrtterminals „Warnemünde Cruise Center 8“

„Am heutigen 2. Juli 2020 würden wir vor Corona-Zeiten auf 90 Anläufe zurückschauen können“, erklärte Jens A. Scharner, Geschäftsführer von Rostock Port, bei der Einweihung des neuen Kreuzfahrtterminals „Warnemünde Cruise Center 8“ (WCC8). 207 Kreuzfahrtschiffanläufe waren in diesem Jahr insgesamt geplant – aufgrund der Corona-Pandemie hat bislang kein einziges angelegt.

„Wish you were here“ steht in großen Lettern an der Glasfassade des alten Terminals. Wann jedoch das erste Kreuzfahrtschiff wieder in Warnemünde anlegt, ist ungewiss. Die Rostocker Reederei Aida hat gerade alle Kreuzfahrten bis Ende August abgesagt. „Ausgenommen hiervon sind einzelne Abfahrten im August“, so Aida, darunter auch die geplante Kreuzfahrt der AIDAdiva, die am 15. August in Warnemünde starten soll.

Immerhin sind die Zeiten des temporären Terminalzelts, das bislang am Warnemünder Liegeplatz P8 für die Abfertigung der Kreuzfahrtpassagiere diente, jetzt endgültig vorbei. Für viele ausländische Passagiere war es das erste und letzte, was sie von Rostock sahen und es war keine schöne Visitenkarte für Stadt, Land und Bundesrepublik.

Das neue Kreuzfahrt-Terminal WCC8 in Warnemünde
Das neue Kreuzfahrt-Terminal WCC8 in Warnemünde

Mehr Komfort für Personal und Kreuzfahrtgäste, aber nicht komplett barrierefrei

„Mit einer Fläche von fast 3.000 Quadratmetern sind im neuen Terminal alle zeitgemäßen Funktionalitäten angesiedelt, so dass selbst die nochmals seit der COVID-19-Pandemie gestiegenen Gesundheits- und Hygieneanforderungen unserer Partner erfüllt werden“, sagt Jens A. Scharner. Im Vergleich zur Zelt-Lösung der vergangenen Jahre erhöht sich nicht nur der Komfort für die Kreuzfahrtpassagiere, auch für den Zoll und die Hafenmitarbeiter verbessern sich durch das neue Servicegebäude die Arbeitsbedingungen.

Mit dem Umbau des Warnemünder Bahnhofs gestaltet sich auch die Anreise per Zug deutlich einfacher. Vorbei sind die Zeiten, als Kreuzfahrtpassagiere mit ihren schweren Koffern ungläubig vor dem alten Bahnhofstunnel standen. Komplett barrierefrei bis aufs Kreuzfahrtschiff geht es in Warnemünde allerdings immer noch nicht. Was in anderen deutschen Kreuzfahrthäfen längst Standard ist, fehlt auch am neuen Terminal: eine Gangway, über die es vom Gebäude bequem und barrierefrei direkt bis aufs Schiff geht. „Darüber haben wir lange diskutiert“, erklärt Scharner. Platzprobleme, Kosten sowie die optischen Wünsche vom Gestaltungsbeirat hätten dem letztlich entgegengestanden.

Das Kreuzfahrt-Terminal WCC8 in Warnemünde (Foto: ROSTOCK PORT/Nordlicht)
Das Kreuzfahrt-Terminal WCC8 in Warnemünde (Foto: ROSTOCK PORT/Nordlicht)

Mehr als 15.1 Millionen Euro investiert

Mehr als 15,1 Millionen Euro wurden insgesamt in das „Seetouristische Informations- und Organisationszentrum“ (SIO), wie das Bauwerk offiziell heißt, investiert. Rund 13,6 Millionen Euro kommen davon aus der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW).

Die Bauarbeiten starteten im Winterhalbjahr 2018/2019 mit der Tiefgründung und Betonierung der Fundamentplatte, im Herbst 2019 begann der Hochbau. Das „Warnemünde Cruise Center 8“ hat eine Grundfläche von 2.200 Quadratmetern, dazu kommen zweimal 490 Quadratmeter im zweistöckigen Servicegebäude.

Entworfen wurde das WCC8, das rundum von großen Glasfassaden geprägt ist, vom Rostocker Architekturbüro Bastmann & Zavracky. Das Rostocker Ingenieurbüro Inros Lackner war für Statik und Bauüberwachung verantwortlich. Die Planung der Gebäudetechnik übernahmen die Ingenieurbüros Hildebrandt & Kindt sowie IBE Mahnke & Schaarschmidt. Die Mehrzahl der am Bau beteiligten Unternehmen kommen aus Mecklenburg-Vorpommern.

Außerhalb der Kreuzfahrtsaison kann das Gebäude für Veranstaltungen genutzt werden – Miet- und Heizkosten sind jedoch sehr hoch. Das liege allerdings in den Händen der Stadt als Gesellschafter, erklärte Christian Hardt, Leiter Unternehmenskommunikation & Kreuzschifffahrt, bereits auf der letzten Ortsbeiratssitzung Warnemünde.

Anschlusskasten für die Landstromanlage in Warnemünde
Anschlusskasten für die Landstromanlage in Warnemünde

Rostock soll *der* Hafen der Nachhaltigkeit werden

Nicht nur zu einem nachhaltigen Hafen, sondern gleich zu *dem* nachhaltigen Hafen im Ostseeraum soll Rostock werden, zu einem „Vorzeigehafen“, wenn es nach Wirtschaftsstaatssekretär Dr. Stefan Rudolph geht. „Was auch immer wir als Land dafür tun können, das werden wir tun“, verspricht er.

Als Brückentechnologie zu anderen Antrieben gehört für Rudolph dazu auch die Landstromanlage, die gerade für rund 17,2 Millionen Euro gebaut wird. Zusammen mit neuen Schiffen soll der CO2- Ausstoß so in den nächsten Jahren deutlich sinken. Die erste Ausbaustufe wird noch in diesem Jahr fertiggestellt. Acht Megavoltampere (MVA) stehen dann zur Verfügung, im nächsten Jahr sollen es 20 MVA sein, mit denen zwei Kreuzfahrtschiffe gleichzeitig versorgt werden können. Die Anschlusskästen stehen bereits an der Kaikante, die technische Installation von Containermodulen für die Umrichter-/Trafostation läuft derzeit.

Fotoausstellung im Warnemünde Cruise Center 7
Fotoausstellung im Warnemünde Cruise Center 7

Fotoausstellung im Warnemünde Cruise Center 7

Im Warnemünde Cruise Center 7 zeigt das Kulturhistorische Museum Rostock ab morgen die Fotoausstellung „Von Warnemünde nach Rostock: Eine Bilderreise stromaufwärts um das Jahr 1900“. Historische Fotografien, Stadtpläne und Karten von Warnemünde und Rostock entführen in die Zeit der Jahrhundertwende.

Die Ausstallung kann ab dem 3. Juli von 10 bis 18 Uhr besichtigt werden. Eintrittskarten gibt es für 5 Euro (ermäßigt 4 Euro) im „Pier 7“. Kinder bis 14 Jahre erhalten freien Eintritt.

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