Viva Italia – Operngala des Volkstheaters Rostock

Solisten, die Norddeutsche Philharmonie, der Opernchor und die Singakademie bringen italienische Leidenschaft in die Halle 207

3. Juli 2011, von
Jamila Raimbekova und Garrie Davislim
Jamila Raimbekova und Garrie Davislim

Schnief! Schluchz! – Was für ein Abend voll tiefer Gefühle. Dank italienischer Opern, in denen sich Verzweiflung, Trauer, Wut und Freude in leidenschaftlichster Musik ausdrücken. Einen Einblick in dessen Vielfalt bot am Freitagabend die Operngala „Viva Italia“ in der Halle 207.

Nicht nur die emotionale Bandbreite, auch die stilistische Vielfalt war groß, in dieser dramaturgisch gut durchdachten Aneinanderreihung ausgewählter Opernstücke von Rossini bis Puccini. Mit Arien, einem Duett und einem Sextett präsentierten sich die acht Solisten des Musiktheaters des Volkstheaters (VTR).

Takako Ondora
Takako Ondora

Die Kostüme ihrer Rollen blieben allerdings im Fundus. Abendgarderobe war angesagt für die konzertante Darbietung: die Herren Garrie Davislim, James J. Kee, Olaf Lemme, Titus Paspirgilis und Mikko Järviluoto im eleganten Frack; die Damen Lisa Mostin, Jamila Raimbekova und Takako Onodera in langen Kleidern und funkelndem Geschmeide.

Glänzen konnten die Sänger auch mit ihrem schönen Gesang, ist die Entwicklung des Belcantos doch eng mit der Oper in Italien verknüpft. Inniglich bei „Vissi d’arte“, einer Arie aus Puccinis Tosca oder dramatisch bei „Pace, mio Dio!“ aus Verdis „Die Macht des Schicksals“ präsentierte sich die Sopranistin Jamila Raimbekova. Sanft erklang die Arie des Caradossi aus Tosca des Tenors Garrie Davislim. Anspruchsvoll auch „Regnava nel silenzio“ aus Donizettis Lucia di Lammermoor, das die Sopranistin Lisa Mostin vortrug.

Operngala Viva Italia in der Halle 207
Operngala Viva Italia in der Halle 207

Auch der Chor, zusammengesetzt aus dem Opernchor des VTR und dem Chor der Singakademie Rostock, konnte in eigenen Stücken brillieren, jubilierend im Glockenchor von Ruggero Leoncavallo und feurig beim Zigeunerchor aus Verdis Il Trovatore.

Mit zarter, aber auch wuchtiger Leidenschaft setzten die Sänger die großen Themen italienischer Opern Liebe, Macht und Tod musikalisch um. Dafür griff das Team um den musikalischen Leiter Manfred Hermann Lehner auf einen großen Schatz mit bekannten und weniger bekannten Opernstücken zurück. Als Rarität dürfte wohl „Se Romeo t’uccise un figlio“ von Bellini gelten, gesungen von der Mezzosopranistin Takako Onodera.

Wie auch in den meisten anderen Stücken ging es auch hier wieder um Amore, Amore, Amore. Diesmal allerdings in einer traurigen Ausprägung: dem Liebeskummer.

James J. Kee
James J. Kee

Für Aufheiterung und Spaß sorgte Bariton James J. Kee mit dem berühmten „Largo al factotum“ aus Il barbiere di Siviglia von Rossini. Schwungvoll auch Verdis „Libiamo ne‘ lieta calici“. Als letzte Zugabe mit allen Akteuren auf der Bühne bildete es das berauschende Finale eines Abends, für den sich das Publikum mit stehenden Ovationen bedankte.

Den absoluten Höhepunkt auf dem Schmalzometer, im besten Sinne gemeint, erreichte zuvor jedoch die Norddeutsche Philharmonie Rostock mit dem Instrumentalstück „Intermezzo aus Cavallerria rusticana“ von Pietro Mascagni. Haaach… war das schön.

Anna Mirabelli
Anna Mirabelli

Das fand auch Anna Mirabelli und erklärte es zu ihrem Lieblingsstück des Abends. Die Römerin, die heute in Rostock lebt, freute sich besonders, dass nach all den fragwürdigen Schlagzeilen über italienische Politiker auch mal eine schöne Seite ihres Heimatlandes im Mittelpunkt steht. Die Kunst, insbesondere die Musik, gehört zweifelsohne dazu. Das Rostocker Volkstheater mit seinem internationalen Ensemble konnte die Italienerin durchaus überzeugen. Besonders lobte sie die italienische Aussprache einiger Herren.

Das Sprachverständnis spielt bei der Operngala allerdings kaum eine Rolle, soll doch die Musik die Herzen der Zuhörer direkt ansprechen.

Weitere Vorführungen von Viva Italia gibt es am 6. Juli um 18 Uhr sowie am 21. Juli um 19:30 Uhr in der Halle 207.

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