Polarium im Zoo Rostock eröffnet

Mit der neuen Anlage haben Eisbären und Pinguine bessere Lebensbedingungen und der Rostocker Zoo einen neuen Besuchermagnet

21. September 2018, von
Eisbär Akiak auf seiner neuen Anlage, dem Polarium im Zoo Rostock - sein Vater sowie seine Großeltern sind Rostocker Eisbären
Eisbär Akiak auf seiner neuen Anlage, dem Polarium im Zoo Rostock - sein Vater sowie seine Großeltern sind Rostocker Eisbären

Noria und Akiak, zwei der größten Landraubtiere der Erde, sowie 26 Humboldtpinguine sind schon vor einigen Tagen in das neue Polarium des Rostock Zoos eingezogen. Ab morgen dürfen dann auch die Zoobesucher die neue Anlage für Eisbären und Pinguine in Augenschein nehmen.

Nachdem die letzten arktischen Bewohner vor knapp zwei Jahren die alte Bärenburg verlassen hatten, wurde der Neubau heute Nachmittag feierlich eingeweiht. Auch Ministerpräsidentin Manuela Schwesig stattete den beiden Eisbären des Landes einen ersten Besuch ab. Mit voraussichtlich 12 Millionen Euro wird die Landesregierung das Großprojekt des Rostocker Zoos unterstützen. „Damit wird der Zoo für die Rostocker und ihre Gäste deutlich aufgewertet“, sagt Harry Glawe Landesminister für Wirtschaft und Tourismus. Er sieht darin nicht nur ein neues Bildungsangebot für Kinder, sondern auch eine weitere saisonverlängernde Maßnahme.

Besucher können die Pinguine auch unter Wasser beim Tauchen beobachten.
Besucher können die Pinguine auch unter Wasser beim Tauchen beobachten.

Insgesamt belaufen sich die Kosten für das Polarium auf 14,21 Millionen Euro. 350.000 Euro wurden im Rahmen der Spendenkampagne „Taler mehren für die Bären“ in den letzten fünf Jahren gesammelt. Ziel war es die Lebensbedingungen für die Eisbären, dem Wappentier des Rostocker Zoos, zu verbessern und nach dem Darwineum einen weiteren Besuchermagneten im Rostocker Zoo zu schaffen.

Seither ist einiges passiert auf der Großbaustelle. Die alte Bärenburg wurde fast – bis auf den Storchenturm – abgerissen und auf dem Gelände eine moderne Anlage gebaut. Das 12.500 Quadratmeter große Polarium bietet nicht nur den Tieren dreimal mehr Platz als vorher, sondern auch den Besuchern neue Unterwassereinblicke. So können sie nicht nur die Eisbären und Pinguine beim Schwimmen von unten beobachten, sondern auch in einem abwechslungsreichen Aquaristikbereich mit mehreren Quallenkreiseln, Wasserbecken und einem freistehendem Kugelaquarium in verschiedene Meereswelten der Erde abtauchen.

Ihm fressen die Rostocker Eisbären aus der Hand: Tierpfleger Matthias Petzold
Ihm fressen die Rostocker Eisbären aus der Hand: Tierpfleger Matthias Petzold

Noch sind die Handwerker jedoch mit den letzten Aufräummaßnahmen beschäftigt, Beschriftungen werden angebracht, Sichtscheiben geputzt, Technik getestet, der Außenbereich bepflanzt. Währenddessen beobachten die Tierpfleger ihre neuen Schützlinge sehr aufmerksam. Wie kommen sie mit ihrer neuen Heimat zurecht? „Momentan sieht alles super aus. Seit einigen Tagen lernen sie wechselseitig ihre Anlagen kennen. Seit heute haben wir beide besetzt. Ende des Winters sollen die beiden auch zusammenkommen“, berichtet „Bärenpapa“ Matthias Petzold. „Akiak zeigt sich als ruhiger und freundlicher Bär. Vom ersten Moment an war er uns wohl gesonnen. Bei ihr sieht es etwas anders aus. Noria hat richtig Feuer unterm Hintern. Ich hoffe, dass es bei beiden auch so bleibt und sie gut zusammenpassen.“ Der Tierpfleger hat selbst an der Eisbärenanlage mitgeplant und freut sich nun über das Ergebnis: „Sie ist groß, sie hat einen wunderbaren Boden, sie ist auch optisch schön gestaltet. Sie ist sowohl für die Tiere als auch für die Besucher sehr schön geworden.“

Die ersten Besucher im neuen Polarium im Zoo Rostock
Die ersten Besucher im neuen Polarium im Zoo Rostock

Auch Thea Bechshoft lobt das neue Gehege für die Eisbären. Sie ist von der nordamerikanischen Artenschutzorganisation Polar Bear International, die auf der Rostocker Eisbärenanlage gemeinsam mit dem Zoo Forschungsprojekte durchführen will. „Eisbären sind unglaublich intelligent. Sie brauchen Angebote, um aktiv zu sein. All das bietet diese moderne Anlage. Das Gras, die Steine, der sanfte Beton am Wasser – kein gestalterisches Detail wurde bei der Planung dem Zufall überlassen“, sagt die amerikanische Artenschützerin. Für sie sind die Zooeisbären wichtige Botschafter ihrer wilden Verwandten. „Um die Eisbären zu schützen, ist es nicht schlecht, wenn es die Möglichkeit für die Menschen gibt, sie auch mal aus der Nähe zu beobachten.“

Bald werden die Besucher des Rostocker Zoos noch einen dritten Eisbären auf der neuen Anlage sehen können. „Wenn alles planmäßig läuft, erwarten wir noch in diesem Jahr einen weiteren weiblichen Eisbären“, kündigt Antje Zimmermann an. Noch seien die Neurostocker sehr jung – so die Zookuratorin – perspektivisch sollen die Eisbären aber auch wieder für Nachwuchs sorgen.

Fotos vom Polarium im Rostocker Zoo am Eröffnungstag:

Eisbär Akiak nimmt ein Bad im neuen Polarium des Rostocker Zoos:

Pinguine im Polarium im Zoo Rostock – sooo süß und neugierig:

Zeitraffer-Rundgang durchs Polarium im Zoo Rostock:

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