Der Zoo Rostock feiert Richtfest des Darwineums

Das 9.000 qm große Gebäude mit Tropenhalle und zwei Ausstellungsbereichen steht, nun beginnt der Innenausbau

2. Dezember 2011, von
Der Rohbau der Tropenhalle des Darwineums ist fertig.
Der Rohbau der Tropenhalle des Darwineums ist fertig.

Es wird Zeit, dass das Dach dichtgemacht wird. Der Regen der letzten Nacht hat auf dem frischen Betonboden des Darwineums großflächige Pfützen hinterlassen und den hellen Sand rund um die Baustelle in einen Matschparcours verwandelt. Nichts für die guten Hosen und Schuhe der etwa 200 Gäste, die heute mit den Bauarbeitern das Richtfest des Darwineums im Rostocker Zoo feierten.

„Das ist ja riesig“, staunten viele beim Anblick des 9.000 qm großen Gebäudes, dessen Herzstück eine 75 mal 55 Meter große Tropenhalle ist. Einige verglichen sie mit Tropenhallen und Menschaffenanlagen anderer zoologischer Einrichtungen. Die Ausmaße des Darwineums waren nicht unumstritten. Gigantismus lautete ein Vorwurf der Kritiker. Das, was bisher eine Vorstellung aus Zahlen und Plänen auf Papier war, steht nun als Bauwerk sichtbar im Barnstorfer Wald.

Zoodirektor Udo Nagel beim Richtfest des Darwineums
Zoodirektor Udo Nagel beim Richtfest des Darwineums

„Wir feiern heute Richtfest, wer will das Objekt jetzt noch abreißen?“, fragt Zoodirektor Udo Nagel. Mit ganzer Kraft trieb er heute Vormittag einen langen Nagel in ein Brett und beendete damit symbolisch die Fertigstellung des Rohbaus.

Mit den ersten Betonarbeiten wurde Anfang Juni begonnen. „Der Termin war sehr sportlich und nur im Dreischichtbetrieb möglich. Wir haben die kompletten Nächte in den letzten zwei Monaten durchgearbeitet“, berichtet Dieter Zeuke von der Firma OSTbau, die mit weiteren Unternehmen an der Umsetzung des Bauvorhabens beteiligt ist. In Spitzenzeiten seien bis zu 70 Mitarbeiter auf der Baustelle tätig gewesen.

Dieter Zeuke stößt viermal auf das Darwineum an
Dieter Zeuke stößt viermal auf das Darwineum an

Komplizierte Betonwerke seien eine besondere Herausforderung gewesen, sagt Zeuke und weist auf die großen Pflanzengefäße im Inneren der Halle. Ihre Schalengestaltung stellte so hohe Anforderung, dass man sich die Unterstützung einer österreichischen Spezialfirma hinzuzog.

Besonders seien auch die speziellen Betonarten, die im runden Ausstellungsbereich verwendet wurden und den Ausdünstungen von Salzwasser aus den Aquarien für Malawi-Buntbarsche, Korallen und Quallen standhalten sollen.

Die Betonarbeiten sind so gut wie abgeschlossen. Noch dominieren große graue Wände den Eindruck des Darwineums. Mittlerweile haben jedoch schon die Ausbaugewerke den Rohbau in Beschlag genommen, um ihn in eine grüne Oase zu verwandeln.

Auch das Dach ist fast geschlossen. Mit Luft aufgepumpte Folienmodule werden über 3.000 qm der Tropenhalle gespannt. Das Folienkissendach ist lichtdurchlässig, sodass auf Lampen und die sonst übliche Tag- und Nachtsimulation verzichtet werden kann.

Zookuratorin Antje Zimmermann erläutert die Pläne für das Darwineum
Zookuratorin Antje Zimmermann erläutert die Pläne für das Darwineum

Gorillas, Orang-Utans, Meerkatzen, Tupaias, Webervögel und Faultiere werden unter diesem Dach leben, zählt Antje Zimmermann nur einige zukünftige Bewohner des Darwineums auf. Mit der Fertigstellung des Rohbaus, die die Halbzeit des Bauprojektes markiert, rückt für sie die spannendste Phase der Umsetzung des Darwineums immer näher. „Mein Highlight ist, wenn die Tiere kommen. Wenn ich sehe, wie sie auf diese Einrichtung reagieren“, freut sich die Zookuratorin, die bei der Planung für die tiergerechte Gestaltung der Anlagen verantwortlich ist. „Wir haben uns für alle Tiere, die wir hier halten, die neuesten Haltungsrichtlinien angesehen und Fachkollegen gefragt, die die Tiere schon lange halten“, sagt Antje Zimmermann und hofft auf eine gute Eingewöhnung.

Die Darwineumbaustelle im Barnstorfer Wald
Die Darwineumbaustelle im Barnstorfer Wald

Doch bis dahin gibt es noch einiges zu tun. Auch die Außenanlagen müssen noch so umgestaltet werden, dass sie sowohl den Bedürfnissen der Affen, als auch der Zoobesucher gerecht werden. Auf gut einem Hektar wurden dafür Bäume gefällt. „Aber nicht alle“, betont Antje Zimmermann. Einige sollen den Orang-Utans zum Klettern dienen, andere werden vor Abnutzung geschützt.

Bereits im Frühjahr sollen die ersten Tiere ins Darwineum einziehen. Für August ist die Einweihung der Erweiterung des Rostocker Zoos geplant. Auf 20.000 qm sollen hier nicht nur Menschenaffen ein Zuhause finden, sondern den Zoobesuchern mit insgesamt 40 Tierarten die Evolutionstheorie nach Charles Darwin anschaulich näher gebracht werden. Mit einer Gesamtsumme von über 28 Millionen Euro ist es das größte Bauprojekt des Rostocker Zoos.

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