Sicher durch die Nacht: RSAG-Fledermäuse feiern Jubiläum

Anlässlich des 20-jährigen Jubiläums der RSAG-Fledermäuse fährt zukünftig ein neu beklebter Bus als „Fledermaus-Botschafter“ durch die Stadt – erste Station war heute im Zoo

11. Juli 2017
Ein neuer Fledermaus-Bus der RSAG für alle Nachtschwärmer, Schichtarbeiter und Frühaufsteher – Busfahrer Michael Reitz auf Jungfernfahrt (Foto: Joachim Kloock)
Ein neuer Fledermaus-Bus der RSAG für alle Nachtschwärmer, Schichtarbeiter und Frühaufsteher – Busfahrer Michael Reitz auf Jungfernfahrt (Foto: Joachim Kloock)

Fledermäuse gehören zu den geschützten Arten. Sie sind nachtaktiv und flattern äußerst geschickt durch die Dunkelheit. Einige der Attribute treffen auch auf die „RSAG-Fledermäuse F1 und F2“ zu – nur handelt es sich dabei nicht um geflügelte schwarze Gesellen, sondern um die zwei Nachtbuslinien der Rostocker Straßenbahn AG. Seit mittlerweile 20 Jahren fährt die RSAG auch nach der Geisterstunde kreuz und quer durch Rostock.

Zum 20-jährigen Jubiläum möchte die RSAG ihre „Fledermäuse“ in besonderer Form würdigen: Ein neu beklebter Bus fährt zukünftig als „Fledermaus-Botschafter“ durch die Stadt und bewirbt die Nachtbuslinien. Erste Station war naturgemäß der Rostocker Zoo: Zoodirektor Udo Nagel und die RSAG-Vorstände Yvette Hartmann und Jan Bleis enthüllten im Wald verschiedene Fledermaussilhouetten und ein Schild zum Jagdverhalten der Fledermäuse.

„Gemeinsam haben wir ein Herz für die ‚Nachtschwärmer‘ von Rostock“, betonte Zoodirektor Udo Nagel. „Die RSAG, langjähriger Tierpate unserer Geparden, unterstützt uns auch bei unseren ‚Jägern der Nacht‘ beim Artenschutz. Alle der ca. 25 in Deutschland vorkommenden Fledermausarten stehen auf der Roten Liste für bedrohte Arten und sind teilweise akut vom Aussterben bedroht“, machte der Zoodirektor deutlich. „Vor diesem ernsten Hintergrund sind wir mit unseren Partnern wie der RSAG seit Jahren aktiv, um über die Situation zu informieren und Möglichkeiten des Artenschutzes aufzuzeigen. Dieses Engagement möchten wir gern noch weiter ausbauen. So findet auch in diesem Jahr mit der Naturschutzjugend Naju am 26. August unter anderem wieder eine öffentliche Fledermausnacht statt“, kündigte Nagel an.

Neben dem Mammut auf dem Weg zum Darwineum wurde heute ein Schild zum Jagdverhalten der Fledermäuse (s. Anhang) angebracht und 16 Fledermaussilhouetten aufgehängt, die sich im Wind bewegen und auf die am Tag unsichtbaren Säugetiere hinweisen sollen. Weitere Schilder zum Jahreszyklus der Fledermäuse und deren natürliche und künstliche Unterkünfte sind in Planung.

Der Barnstorfer Wald und insbesondere auch der Wald- und Wasserbereich vor dem Darwineum sind ein beliebtes Revier für die wild lebenden nachtaktiven Kunstflieger. Neben dem Großen Abendsegler und der weit verbreiteten Zwergfledermaus leben im Barnstorfer Wald auch der Kleine Abendsegler, die Wasserfledermaus, das Braune Langohr, die Fransenfledermaus und Mückenfledermaus sowie die Breitflügelfledermaus. Hier finden die Tiere einen idealen Baumbestand mit vielen alten Rotbuchen mit zahlreichen Spalten und Höhlen. Weltweit gibt es mehr als 1.000 Fledermausarten. Die Artenvielfalt reicht hier von den kleinen Mückenfledermäusen, die als kleinste der heimischen Arten nur etwa 5 Gramm wiegen, hin zu den Großen Abendseglern, deren Flügelspannweite schon bei 40 Zentimetern liegt. Viele Menschen faszinieren die Tiere, die mit den Ohren sehen und mit den Händen fliegen können und mit dem Kopf nach unten schlafen.

„Die Fledermäuse dienten uns damals als Namensgeber für die Bewerbung unserer Nachtlinien: Nachtaktive Tiere und Rostocker Nachtschwärmer – das passt sehr gut. Auch zukünftig möchten wir das Nachtfahrangebot weiter verbessern. Uns liegen aber auch die echten Vorbilder, die einheimischen Fledermausarten, die teilweise akut vom Aussterben bedroht sind, am Herzen“, bekräftigt RSAG-Vorstand Jan Bleis. Die „Fledermäuse“ fahren Nachtschwärmer und Schichtarbeiter durch nahezu alle Rostocker Stadtteile. In der Woche sind es hauptsächlich Servicemitarbeiterinnen und -mitarbeiter, die mit den Nachtlinien zum Dienst oder nach Hause fahren. Von Freitag zu Sonnabend und von Sonnabend zu Sonntag sind naturgemäß die klassischen Nachtschwärmer in den Linien anzutreffen: In so einer Nacht sind bis zum frühen Morgen durchschnittlich rund 1.300 Fahrgäste in beiden Linien unterwegs. Die Nachtbuslinien verkehren jeden Tag stündlich ab Mitternacht, an den Wochenenden ab 4 Uhr früh halbstündlich. Zentraler Treff- und Umsteigepunkt der beiden Nachtlinien ist der Saarplatz.

Halten auf Wunsch

Wer abends mit dem Bus durch Rostock fährt, wünscht sich sicher manchmal einen Zwischenstopp zum Aussteigen. Besonders dann, wenn der Bus fast die eigene Haustür oder den gewünschten Ort passiert. „Mit unserem Service „Halten auf Wunsch“ bieten wir mehr Sicherheit und Komfort, gerade in den Abend- und Nachtstunden“, betont Jan Bleis. „Das Aussteigen zwischen den offiziellen Haltestellen ist nicht nur auf den Nachtbuslinien, sondern auf allen RSAG-Buslinien ab 20 Uhr möglich. Natürlich immer unter den Voraussetzungen: Der gewünschte Halt lässt ein sicheres Aussteigen am Fahrbahnrand zu und die StVO wird eingehalten“, ergänzt der Vorstand. Damit es funktioniert, sollten die Fahrgäste direkt beim Einsteigen in die vordere Tür den Fahrer über den zusätzlichen Haltewunsch informieren.

Kurzer Rückblick

1997 war der Beginn dieses umfangreichen Nachtfahrangebotes: Die damaligen Linien 92 (nächtliche Straßenbahnlinie zwischen Hafenallee und Marienehe) und 93 (nächtliche Buslinie zwischen Groß Kleiner Allee und Marienehe) wurden durch die beiden Fledermaus-Nachtbuslinien ersetzt. Danach wurde die Linienführung nach den Wünschen der Fahrgäste weiter verbessert: Seit dem Jahr 2000 sind die Wohngebiete Brinckmansdorf und Riekdahl mit den Nachtlinien erreichbar und auch die Innenstadtgebiete wurden noch besser erschlossen.

Heute legt beispielsweise die Linie F1 auf ihrer Strecke von Warnemünde Strand bis nach Riekdahl rund 38 Kilometer zurück, bedient 73 reguläre Haltestellen und ist damit die längste Buslinie im Rostocker Stadtgebiet. Insgesamt kommen bei der Linie F1 somit rund 148.000 gefahrene Kilometer im Jahr zusammen.

Quelle: Rostocker Straßenbahn AG/Zoo Rostock, Foto: Joachim Kloock

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