S-Bahnen fahren ab morgen wieder bis Warnemünde

Die Bauarbeiten an der Stromgrabenbrücke sind abgeschlossen, ab morgen früh rollt die S-Bahn wieder durchgängig vom Rostocker Hauptbahnhof bis zum Bahnhof Warnemünde

29. April 2016, von
Infrastrukturminister Christian Pegel gibt den Abfahrtsbefehl für den ersten S-Bahn-Zug nach den Bauarbeiten in Richtung Warnemünde, Lokführer Jens Labuzinski freut sich, dass die Strecke wieder frei ist
Infrastrukturminister Christian Pegel gibt den Abfahrtsbefehl für den ersten S-Bahn-Zug nach den Bauarbeiten in Richtung Warnemünde, Lokführer Jens Labuzinski freut sich, dass die Strecke wieder frei ist

Aufatmen in Warnemünde! Die S-Bahn rollt ab dem 30. April 2016 wieder durchgängig vom Rostocker Hauptbahnhof bis zum Bahnhof Warnemünde. Christian Pegel, Minister für Energie, Infrastruktur und Landesentwicklung, gab heute Nachmittag den symbolischen Abfahrtsbefehl für den ersten S-Bahn-Zug nach den Bauarbeiten in Richtung Warnemünde und erfüllte sich mit Schaffnermütze, Pfeife und Kelle einen „Kindheitstraum“. Der reguläre Linienbetrieb startet allerdings erst morgen früh.

Seit dem 2. Oktober 2015 mussten Reisende an der Station Warnemünde Werft auf Busse umsteigen oder zu Fuß bis zur Fähre nach Hohe Düne laufen, da die Stromgrabenbrücke vor dem Warnemünder Bahnhof erneuert wurde. Der 1903 errichtete Spüldurchlass der Warnow zwischen Altem Strom und Seekanal war marode und musste saniert werden. Über drei Bahngleise sowie die beiden Straßen „Am Bahnhof“ und „Am Passagierkai“ stellt die Brücke die Anbindung der Mittelmole her.

Bausenator Holger Matthäus, Renado Kropp und Arvid Kämmerer (Deutsche Bahn), Landesminister Christian Pegel (v.l.n.r.)
Bausenator Holger Matthäus, Renado Kropp und Arvid Kämmerer (Deutsche Bahn), Landesminister Christian Pegel (v.l.n.r.)

In den vergangenen sieben Monaten wurden Straßen- und Eisenbahnüberführung erneuert. Rund ein Drittel der täglich etwa 55.000 Fahrgäste war von der Sperrung dieses Abschnittes betroffen. Als Dank für die Geduld der Fahrgäste verteilen Promotionteams am 2. Mai zwischen 6 und 9 Uhr kleine Aufmerksamkeiten in den Zügen. Für den Vatertag hat die Bahn eine Vater-Sohn-Aktion geplant – beide fahren gratis, erklärt Renado Kropp vom Marketing der Bahn.

Die Sanierung der Stromgrabenbrücke war allerdings nur der erste Schritt in einem komplexen Bauvorhaben auf der Mittelmole, das die Verlegung des Warnemünder Bahnhofs nach Süden vorsieht. Für den weiteren Umbau des Bahnhofs läuft seit Februar das Planfeststellungsverfahren. Die Arbeiten werden nach derzeitigem Stand in zwei Abschnitten durchgeführt. Von September 2018 bis September 2019 wird ein elektronisches Stellwerk für die Strecke Bramow – Warnemünde Werft gebaut. Das jetzige mechanische Stellwerk ist bereits 46 Jahre alt, erläutert Arvid Kämmerer von der DB Netz AG.

Bis 2020 soll der Bahnhof Warnemünde umgebaut und ein Stück nach Süden versetzt werden
Bis 2020 soll der Bahnhof Warnemünde umgebaut und ein Stück nach Süden versetzt werden

Bis Mai 2020 folgt dann der Umbau des Warnemünder Bahnhofs, bei dem Gleise und Bahnsteige ein Stück nach Süden gerückt werden, um jetzt noch genutzte Bahnflächen freizubekommen. Dann kann auch der ungeliebte Fußgängertunnel endlich verschwinden.

Während dieser Maßnahme wird es erneut zu größeren Einschränkungen im S-Bahn-Verkehr kommen. Noch laufen die Planungen, doch in etwa wird es wieder eine sechs- bis siebenmonatige Sperrung geben, erläutert Kämmerer – für viele Bewohner von Markgrafenheide und Hohe Düne ein Problem. Auf einen Schienenersatzverkehr von der S-Bahn-Station Warnemünde Werft zum Bahnhof oder Fähranleger mussten sie in den letzten Monaten verzichten.

Ob sich das während der nächsten Bauabschnitte ändert, bleibt fraglich. Technisch wäre ein Schienenersatzverkehr zum Fähranleger problemlos möglich, sind sich die RSAG-Vorstände Michael Schroeder und Jan Bleis einig. Knackpunkt sind jedoch die Kosten, die das Land tragen müsste.

Einmalige Sonderfahrt mit der Fähre Hohe Düne-Warnemünde: Eine Verlängerung der Bus-Linie 17 über den Neuen Strom bis zur S-Bahn-Station Warnemünde Werft wird es nicht geben
Einmalige Sonderfahrt mit der Fähre Hohe Düne-Warnemünde: Eine Verlängerung der Bus-Linie 17 über den Neuen Strom bis zur S-Bahn-Station Warnemünde Werft wird es nicht geben

Der RSAG-Bus, der heute mit der Fähre von Hohe Düne nach Warnemünde übersetzte, war nur eine einmalige Sonderfahrt – eine Verlängerung der Buslinie 17 bis nach Warnemünde wird es nicht geben. Das wäre logistisch viel zu kompliziert, erklärt Michael Schroeder, Technischer Vorstand bei der Rostocker Straßenbahn AG.

Fakten zum Neubau der Stromgrabenbrücke:

  • Baubeginn: 8. September 2015, Beginn Sperrung Bahnstrecke: 2. Oktober 2015
  • Errichtung des Bauwerks als Halbrahmen aus Stahlbeton auf Bohrpfählen
  • Länge über alles: 50 Meter, davon zwei Straßenbrücken mit jeweils 13 Metern und Bahnbrücke mit 23 Metern (über drei Gleise)
  • Lichte Weite: 5,50 Meter
  • Kosten: 3,3 Millionen Euro – Gemeinschaftsprojekt Hansestadt Rostock (53%) und DB Netz (47%) sowie StALUMM (Berücksichtigung Hochwasserschutz, geringer Kostenanteil)

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