Stromgrabenbrücke in Warnemünde wird neu gebaut

Verkehrsbeeinträchtigungen auf Straßen und S-Bahn-Gleisen zur Warnemünder Mittelmole bis Ende April 2016

14. September 2015, von
Nadelöhr: Drei Gleise und zwei Straßen führen über die Stromgrabenbrücke auf die Mittelmole von Warnemünde
Nadelöhr: Drei Gleise und zwei Straßen führen über die Stromgrabenbrücke auf die Mittelmole von Warnemünde

An der Stromgrabenbrücke in Warnemünde wird derzeit eine Baustelle eingerichtet: Baustellenfahrzeuge und Absperrungen werden herangeschafft, eine Trauerweide musste weichen. Der 115 Jahre alte Durchlass der Warnow zwischen Altem Strom und Seekanal ist marode und soll saniert werden. Die alte Brücke wird durch einen Neubau ersetzt. Das bleibt nicht ohne Auswirkungen für die über das Bauwerk führenden Straßen und den Schienenverkehr, die den Ortskern mit der Mittelmole verbinden.

Während der Straßenverkehr über eine Hilfsbrücke im Westen und eine Umfahrung über die angrenzende Kaimauer im Osten der Baustelle aufrechterhalten bleibt, wird der Bahnverkehr ab 1. Oktober ab der Haltestelle Warnemünder Werft komplett gesperrt. Der Bahnhof in Warnemünde wird dann voraussichtlich bis Ende April nicht mehr mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar sein.

Heiko Tiburtius erläutert interessierten Warnemündern das Bauvorhaben an der Stromgrabenbrücke
Heiko Tiburtius erläutert interessierten Warnemündern das Bauvorhaben an der Stromgrabenbrücke

Reisende, die das Seebad besuchen wollen, können am ÖPNV-Verknüpfungspunkt Warnemünde in die Buslinien 36 und 37 umsteigen, erklärt Andrej Kirschbaum von der RSAG. Im 15-Minuten-Takt steuern sie den Kirchenplatz an. Die Betriebszeiten der Linie 37 werden von 4:00 – 0:30 Uhr ausgeweitet und an den S-Bahn-Takt angepasst. Wer von Markgrafenheide oder Hohe Düne in die Innenstadt fahren möchte, dem empfiehlt er die Buslinie 18, über die die Fahrgäste östlich der Warnow ins Stadtzentrum gelangen. Eine Verbindung zwischen Warnemünde Werft und der Anlegestelle der Fähre nach Hohe Düne ist bisher nicht vorgesehen. Fußgänger müssten für diese Strecke etwa zwölf Minuten einplanen, vom Kirchenplatz zum Passagierkai etwa neun Minuten. Für die Warnemünder ist das nicht akzeptabel. „Dass es nicht möglich sein soll, einen Kleinbus von Werftbahnhof bis zur Fähre in gewissem Takt fahren zu lassen, das werden sie niemandem vermitteln können“, gibt Dieter Neßelmann vom Ortsbeirat zu bedenken. „Die Gewerbetreibenden wollen protestieren, wenn es nicht so geregelt wird, dass der Verkehr trotz des nicht vorhandenen Bahnhofs fließend erfolgt. Für viele Bewohner von Warnemünde, Markgrafenheide und Hohe Düne ist das ein Problem“, bekräftigte Jörg Drenkhahn vom Warnemünder Gewerbeverein und fordert von der Stadt Lösungen.

Die Stromgrabenbrücke befindet sich zwischen dem Haltepunkt Warnemünde Werft und dem Bahnhof Warnemünde (Quelle: DB ProjektBau GmbH)
Die Stromgrabenbrücke befindet sich zwischen dem Haltepunkt Warnemünde Werft und dem Bahnhof Warnemünde (Quelle: DB ProjektBau GmbH)

Die sieht jedoch an dieser Stelle das Land in der Pflicht, mit der die Stadt noch in Gesprächen sei. „Der Knackpunkt ist die Finanzierung“, begründet Tiefbauamtsleiter Heiko Tiburtius die Zurückhaltung. Für sieben Monate sei mit einem Mehraufwand von etwa 190.000 Euro zu rechnen.

Eine weitere logistische Baustelle sind Großveranstaltungen in Warnemünde während des Bauzeitraums. Insbesondere das Neujahrsevent „Warnemünder Turmleuchten“ lockt mit seinem Feuerwerk zehntausende Besucher unter den Warnemünder Leuchtturm. Heute gab es dazu erste Beratungsgespräche. Besonders vom Sicherheitskonzept hänge es ab, ob die Veranstaltung stattfinden kann oder abgesagt werden muss. Eine Entscheidung dazu wird Ende September erwartet.

Die Kosten für die Sanierung der Stromgrabenbrücke belaufen sich auf etwa 3,2 Millionen Euro, sagt Arvid Kämmerer von der Deutschen Bahn. 1,5 Millionen Euro übernimmt die Bahn für die drei Gleise, weitere 1,5 Millionen Euro steuert das Land für die beiden Straßen Am Bahnhof und Am Passagierkai bei. Das StaLu Mittleres Mecklenburg ist mit 200.000 Euro beteiligt.

Die Sanierung der Brücke ist der erste Schritt in einem komplexen Bauvorhaben auf der Mittelmole, das unter anderem die Verlegung des Warnemünder Bahnhofs nach Süden vorsieht. „Daher ist es wichtig, dass die Brücke so hergerichtet wird, dass auch für die volle Zuglänge der ICEs auf Bahnsteig 4 und die Kreuzfahrtzüge auf Bahngleis 6 ausreichend Platz ist“, beschreibt Arvid Kämmerer die Pläne. Der Personentunnel am Bahnhof wird dann nicht mehr benötigt.

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