Gehweg in der Schillerstraße Warnemünde soll erneuert werden

Seit Jahren beschäftigt den Ortsbeirat Warnemünde der schlechte Zustand der Fußwege in der Schillerstraße – jetzt sollen sie saniert werden und mehr Platz für die Bäume bieten

15. Juni 2022, von
Die Gehwege in der Schillerstraße Warnemünde sollen erneuert werden
Die Gehwege in der Schillerstraße Warnemünde sollen erneuert werden

Wer durch die Warnemünder Schillerstraße geht, muss gut aufpassen, wo er hintritt. Die Wurzeln der alten Alleebäume haben Verwerfungen hervorgerufen und sorgen auf den Gehwegen für Stolperfallen. Da sich in der Schillerstraße eine Seniorenvilla sowie das Pflegeheim der Volkssolidarität befinden, sind hier besonders viele betagte Warnemünder unterwegs.

Seit Jahren beklagen Anwohner den desolaten Zustand der Wege, jetzt sollen sie endlich saniert werden. Am Dienstagabend stelle Ute Wieckowski vom Tiefbauamt zusammen mit dem zuständigen Planer Uwe Neuendorf von Inros Lackner die Entwurfsplanung vor.

Ausreichend breite Gehwege und wesentliche Verbesserung für bestehende Bäume

Die größte Herausforderung bei der Erneuerung der Gehwege stellt der zu erhaltende Baumbestand in der Schillerstraße dar, erläutert Planer Uwe Neuendorf. Drei Varianten wurden für die neue Aufteilung des Querschnitts zwischen Gehweg und Baumstreifen untersucht. Als Vorzugsvariante ergab sich eine Breite von 1,66 Meter für den Gehweg und 1,49 Meter für den Randstreifen mit den Baumscheiben.

Die Gehwegbreite entspricht dem Regelmaß, so Neuendorf. Außerhalb der Baumflächen steht eine Breite von 2,37 Meter zur Verfügung, sodass sich Fußgänger dort problemlos begegnen können. Die Baumscheiben werden nicht nur in der Breite, sondern auch in der Länge auf sechs bis sieben Meter vergrößert, sodass sich pro Baum eine Grundfläche von über zehn Quadratmetern ergibt.

Erneuerung der Gehwege in der Schillerstraße in Rostock-Warnemünde (Entwurf: Inros Lackner)
Erneuerung der Gehwege in der Schillerstraße in Rostock-Warnemünde (Entwurf: Inros Lackner)

Der krumme Wert für die Gehwegbreite resultiert daraus, dass – wie bereits an anderen Stellen in Warnemünde – ein quadratisches Pflaster mit Bischofsmützen verlegt werden soll und man möglichst wenig Verschnitt möchte, so Neuendorf. Die Pflastersteine auf dem Hauptweg werden ungebunden, die Natursteine auf dem Sicherheitsstreifen gebunden verlegt. Auch die Straßenbeleuchtung soll erneuert werden.

Für jeden einzelnen Baum hat ein im Vorfeld erstelltes Baumgutachten ermittelt, wie der Gehweg gestaltet werden soll, um die Wurzeln zu schonen. In einigen Bereichen muss der Gehweg um zehn bis 15 Zentimeter angehoben werden, erklärt Neuendorf. Zudem verringere der größere Abstand zu den Bäumen die Gefahr, dass deren Wurzeln den Gehweg wieder schädigen. Den kompletten Gehweg anzuheben, um eine durchgängig ebene Fläche zu erhalten, sei nicht möglich gewesen, da dies die Zufahrten zu den Grundstücken beeinträchtigt hätte.

Ein weiteres Problem: Teilweise reichen Müllabstellplätze, Steine oder Pflanzen in den öffentlichen Raum hinein. Diese müssen vor Beginn der Baumaßnahme von den Eigentümern auf ihr Grundstück zurückgesetzt werden.

Vier Bäume sollen gefällt werden

Drei Bäume müssen im südlichen Teil der Schillerstraße – zwischen Wachtler- und Parkstraße – gefällt werden. „Das Baumgutachten sagt, dass die schon im Absterben sind“, so Neuendorf. Die Restlebenszeit wurde nur noch mit drei, fünf bzw. acht Jahren angegeben. Zusätzlich soll in der Einmündung zur Wachtlerstraße ein Baum entnommen werden, der sich lt. Baumgutachter ebenfalls in einem sehr schlechten Zustand befindet.

Ersatzpflanzungen sollen in der Schillerstraße selbst erfolgen. Nicht nur dort, wo die drei Bäume gefällt werden, sind Nachpflanzungen geplant, sondern auch in Bereichen, in denen früher bereits Bäume standen. „Ob das ausreichend ist für die Fällungen, die vorgesehen sind, muss noch geklärt werden“, erläutert Ute Wieckowski. Wenn der Platz direkt vor Ort nicht ganz ausreicht, soll zusammen mit dem Amt für Stadtgrün geprüft werden, ob die restlichen Pflanzungen an anderen Standorten in Warnemünde erfolgen können. In der Vergangenheit gab es häufig Kritik daran, dass Ersatzpflanzungen außerhalb des Seebads, teilweise sogar in der Rostocker Heide erfolgt sind.

Zeitplan

Die Entwurfsplanung ist abgeschlossen und befindet sich derzeit in der Ämterabstimmung. Bis Ende November soll die Ausführungsplanung erarbeitet werden, im Dezember die Ausschreibung der Bauleistungen erfolgen.

Läuft alles nach Plan, könnte im März 2023 mit der Umsetzung der Baumaßnahme begonnen und die Gehwege auf einer Länge von 220 Metern beidseitig erneuert werden, erläutert Planer Neuendorf. Während der Bauzeit soll die Benutzung einer Seite immer gewährleistet sein.

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